Dienstag, 6. April 2010

Die Idee sitzt wie eine Brille auf der Nase



Bei 1-16°C setzt sich der Admiral gerne in die Sonne



- Mahlers "Lied von der Erde", Beginn "Des Abschieds" gesungen von Alejandra Malvino auf youtube.com/watch?v=-LE48mLGBdI von alejandra379 /// Was für eine Mezzostimme. Gefällt mir sehr viel besser als Christa Ludwig. Erstaunlich und bereichernd, was Menschen in das Netz stellen. Ein wunderbares Medium.

Die Idee sitzt wie eine Brille auf der Nase, und alles Betrachtete wird wahrgenommen im Lichte der Idee; bei einer fixen Idee schließt sich zudem der Wahrnehmungswinkel um hundert Grad.

- Die Sex-Idee: Sex ist immer gut. Links ist auch immer gut. Linker Sex ist besonders gut. 1999 wurden die Mißbrauchsvorwürfe gegen den Odenwaldschulleiter Gerold Becker zeitungsbekannt. Der linke Großpädagoge zog sich daraufhin aus einigen pädagogischen Gremien zurück. Die grünlinkstheologische Frau Vollmer setzte sich aber im April beim Deutschlandfunk neben Becker, Thema der "Langen Nacht" war "Vertrauen". Etwas später im gleichen Jahr, im November bekam Vollmer, die damals Vizepräsidentin des Bundestags war, einen Brief von einem Lehrer der Odenwaldschule mit den Mißbrauchsvorwürfen gegen Becker. Reaktion der Grünlinken: Eine " wie auch immer geartete Stellungnahme aus der Ferne ... sei weder angebracht noch hilfreich ". (Vgl. FAZ 6.4.10) Eine linke Krähe hackt ...

- Die CO2-Idee: Sonne und Wasserdampf (Wolken) machen zum allergrößten Teil das Wetter und das Langzeitwetter namens Klima. Wie langweilig. Wie wäre es denn mit einem Spurengas wie CO2, das nur 0,038% der Luft ausmacht, auch nur zu etwa 3-5% durch Menschen erzeugt wird? Mit der gefärbten Brille auf der Nase findet sich so allerlei, sehr wenig, sehr Unbedeutendes, aber wenn man es aufpustet und dramatisiert und ständig wiederholt, das Rezept aller Ideologen und Demagogen, dann finden sich genug Nachplapperer, Gläubige und Forschungsgelderprofiteure.
Durch die CO2-Ideen-Brille sieht man nicht:
Sämtliches Kohlendioxid, welches uns auf der Erde zur Verfügung steht,
entstammt ursprünglich aus der Lithosphäre. Allein einer einzigen
Kohlendioxid-Quelle in Mexiko (vulkanische Gase) entströmen noch heute
täglich 250'000 m3 Kohlendioxid. Wenn diese Quellen eines Tages versiegen,
so wird sämtliches Leben wie wir es kennen, unwiederbringlich erlöschen.
Würden der Atmosphäre und den Meeren nicht ständig aus der Lithosphäre
Kohlendioxid zugeführt, so hätten wir keinen Klimawahn, sondern wir müssten
uns überlegen, wie wir der Atmosphäre das Kohlendioxid in der Form der
Vergasung von Kalkablagerungen wieder zuführen könnten.

Die für das Erdaltertum und die folgenden Erdzeitalter im Umlauf befindlichen CO2-Zahlen schwanken stark und widersprechen sich auch, wie auf einer allgemein zugänglichen Graphik für das Phanerozoikum (den "Lebenszeitraum") ersichtlich ist: en.wikipedia.org/wiki/File:Phanerozoic_Carbon_Dioxide.png .
Bei den PaläoCO2-Abschätzungen gibt es verschiedene Methoden mit systematischer Unsicherheit, siehe wattsupwiththat.com/2009/10/16/searching-the-paleoclimate-record-for-estimated-correlations-temperature-co2-and-sea-level/#more-11753 (Bill Illis u.a.) Sie liegen alle über den heutigen Werten (Berner ca. 1500ppm für das Unterkarbon / Mauna Loa heute 380ppm = 0,038%).
Die "Kambrische Lebensexplosion" wird von einer Reihe von Autoren dafür verantwortlich gemacht, daß der hohe Anteil CO2 an der präkambrischen Uratmoshäre (ca. 25%-65%) zurückging durch die Assimilation der Pflanzen, die sich besonders im Karbon (Erdmittelalter) stark, "explosionsartig" vermehrten und Riesenwuchs ausbildeten (Bärlappgewächse im Karbon bis 30m Höhe, Amphibien mit Körperlängen bis zu 5m). Erst ab hier, vor rund 600 Mio. Jahren, erzeugen die Pflanzen in großem Maße Sauerstoff, sie verbrauchen das CO2 und atmen Sauerstoff aus. In der Folge sinkt der CO2-Anteil in der Atmospäre immer mehr, während der Sauerstoffanteil steigt, was wir als Sauerstoffverbraucher sehr zu schätzen wissen (das CO2, das Kohlendioxyd, atmen wir aus).
Im Perm hatten die Pflanzen nichts mehr zu lachen: Bis auf die Schachtelhalmgewächse sterben viele Pflanzen der Steinkohlensümpfe aus oder überdauern als kleinwüchsige Formen. Damit nicht genug: mehr als 3/4 der Tierarten sterben ebenfalls aus.

- Gericht in Dubai bestätigt Haft für Briten wegen Kusses
Ein Berufungsgericht in Dubai hat die Gefängnisstrafe für ein britisches Paar bestätigt, das sich in der Öffentlichkeit auf den Mund geküsst haben soll.

Montag, 5. April 2010

Linksradikale Kindersexpropaganda; Hassemer, Strafe



Der Prof. Dr. sex. Kentler als Pädophilie-Freund - konkret-Sonderband "Sexualität" 1980
Die "Sexforscher", die hier schreiben, von Amendt bis Sigusch, sind bestimmt alle rein zufällig männlich, wie auch das Bild bestimmt nur ganz rein zufällig einen Mann mit einem Mädchen zeigt (Text ist in der Vergrößerung lesbar - daraufklicken)



- Die Fratzenseite des Janus Hentig
Hentig hat mich als junger Mann damals beeindruckt - er war ein Blender. Er ist heute ein widerwärtiger Leugner, wo der leitende Serientäter Becker längst überführt, wenn auch leider straffrei ist.
Hentig ist im Beirat der Humanistischen Union, wie Leutheusser-Schnarrenberger, Künast, Claudia Roth - wie auch die Pädophilie-Propagandisten Prof. Kentler, Prof. Fritz Sack und Prof. Rüdiger Lautmann, der Autor des Buches "Die Lust am Kind" (Vgl. FAZ 29.3.10, Die Lust am Kind). Schon ziemlich widerwärtig. Ich erinnere mich an einen Stand dieser ARBEITSGEMEINSCHAFT HUMANE SEXUALITÄT der Herren Sack und Lautmann am Rande einer Tagung, wo mit einem DIN A2-Plakat, nackte Kleinkinder zeigend, geworben wurde, betitelt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

- Strafe: Winfried Hassemer, Strafrechtler und BVG-Richter, hat die Summe seiner Hochschul- und BVG-Weisheit gezogen und vorgelegt: WARUM STRAFE SEIN MUSS, Ein Plädoyer, Ullstein 2009. Nur die Idioten von 1968 stellten die Strafe grundsätzlich in Frage, das tun sie aber als Alt-68er nicht mehr. Nachwirkungen der Täterverwöhnung sind allerdings spürbar, wie auch die Gesellschaft stets als Täter verdächtigt wird. Die äußeren Umstände, das Milieu, die Mama, der Kapitalismus - sie sind die eigentlich Schuldigen - der Täter wird von ihnen zur Tat verleitet. Durch Kriminalfilme wurde und wird diese Milieutheorie verbreitet. Die meisten Strafrechtler haben sie inzwischen als Unsinn erkannt und Hassemer ignoriert sie weitgehend. "Willensmängel" läßt er gelten, und für das Straf-Urteil reicht es, daß der Täter frei von Willensmängeln war. So weit, so pragmatisch, so gut. Der linksradikale Prof. Dr. sex. Kentler wäre also für sein Pädophilie-Geschreibsel verantwortlich.

Aber wie sollte Strafe gestaltet sein, damit die Gesellschaft, potentielle Opfer, dauerhaft geschützt sind? Wie wird die Normgeltung dauerhaft stabilisiert? Auch der Strafrechtler Günther Jakobs geht in seinem Buch NORM, PERSON, GESELLSCHAFT nicht darauf ein. Mir scheint, daß das Strafrecht die Strafausgestaltung als Disziplin aufnehmen muß unter Etablierung einer "Strafgestaltungspsychologie" aus dem Hause Eysenck. Gefängnisaufenthalte müssen einschlägig lernintensiv sein, damit die hohe Rückfallquote der jetzigen, völlig ungenügenden Strafgestaltung drastisch gesenkt wird.

Sonntag, 4. April 2010

Österlich betrachtet, ein maßloser Satansbraten? Autor, Kirche und Kritik




Die drei Grazien - vom Eise befreit, aber bei 8°C - ohne Mantel - dahinter "grünet Hoffnungsglück"





- " Sie sind (doch) ein Autor, der andere Autoren zu respektieren weiß, danke. "
(Es usted un autor que sabe respetar a otros autores, gracias!)
Fernando Pessoa

Ja, das waren noch Zeiten, in denen Pessoa schrieb, möchte man sagen, aber so war es nicht, so war er.
Und stets gab es die aggressiven Autoren wie Platon, die so ein paar fixe Ideen im Kopf hatten, die sie in einem Buch wie den "Politeia" unsterblich niederlegten, um sie dann auch möglichst selbst, wie Platon in Sizilien als Möchtegern-Diktator, in die Wirklichkeit zu überführen.
Ähnlich wie Platon verfuhr auch Marx, der mit toxischer Tinte schrieb und so verblendet war anzunehmen, sein meist ungewaschenes Köpfchen habe gerade das Gesetz der Weltgeschichte herausgefunden. Mit moderaten Autoren kann man moderat verkehren. Wie begegnet man den anderen, den radikalisierten, anmaßenden, bitterbösen?
Stets mit Kritik, kann man allgemein antworten, ohne Kritik gibt es weder individuelle Freiheit noch Wissenschaft noch eine kantische Selbstaufklärung des Publikums. Ohne individuelle Freiheit, Wissenschaft und Diskussion gibt es nur Glaube, Religion und Ideologie. Das ist zu wenig. Und sonst zählt der Einzelfall, der einzelne Autor, seine Haltung, seine Inhalte. Einen moderaten Autor wie Ratzinger kann man moderat kritisieren, und sollte das auch. Fanatisierte Geiferer wie Otto Köhler, die sich schon seit den Zeiten PARDONs danebenbenehmen, darf man als solche benennen, respektieren kann man sie in ihrem Haß, ihrer Verlogenheit und ihrer Verblendung nicht. Man muß sie auch nicht kritisieren, wenn sie sich in Kampfblättern wie der Zeitschrift Ossietzky (6.3.10) übelriechend auskotzen. Das mache, wer mag, wer sich mit solchem Unrat die Laune trüben lassen will.

Welch eine schöne, sanfte und kluge Lektüre erscheint dagegen die des protestantischen Theologen Friedrich Wilhelm Graf, der sich gerade in der Faz mit der Situation der Kirchen und ihrer Bedeutung für die deutsche Gesellschaft befaßte (Was wird aus den Kirchen?, 1.4.10). Sehr bedenkenswert. Aber sein Ansatz ist doch zu eng der staatlichen Perspektive verhaftet. Der Perspektive der Großorganisation. Klein ist meist lebendiger. Groß bedeutet Macht, und Macht korrumpiert immer, mal mehr, mal weniger. Viele kleine Kirchen sind zwei großen vorzuziehen, das stärkt den Wettbewerb, indem es den Übermut zügelt. Die seit langem zurückgehenden Mitgliederzahlen der Kirchen und Gewerkschaften sind erfreulich, weil sie Großorganisationsmacht begrenzen. Sie sind auch geeignet als Hinweis, sich Gedanken über die Kernkompetenz der Organisation zu machen. Soziale Wohlfahrt können kleine, zivile Organisationen auch bereitstellen. DGB und Kirchen sind dazu nicht notwendig, sie betreiben dieses Geschäft nicht zuletzt deshalb, um ihre Machtsphäre zu vergrößern. Graf würde das nicht abstreiten, aber macht sich doch zu viele Sorgen um die Erosion dieser Institutionen. Ein Blick nach Amerika zeigt, daß religiöses Leben durch eine Vielzahl von Kirchen und Sekten gestärkt wird. Und ansonsten klingen Goethes Worte immer noch weise, auch religionssoziologisch:
Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, der hat auch Religion, wer diese beiden nicht besitzt, der habe Religion.
Die pantheistische Religion würde der systematische Theologe Graf doch hoffentlich gelten lassen?

- Die Notwendigkeit von Kritik trifft oft auf große Kritikempfindlichkeit. Niemand freut sich über Kritik, er kann sie aber, eine gewisse Persönlichkeitsreife vorausgesetzt, um die sich jeder bemühen und die schon wichtiger Teil der Erziehung sein muß, er kann sie als Handreichung für Überprüfung, vielleicht sogar zur Verbesserung betrachten.
Man denke an den hypersensiblen Autor Walser und den nußknackergroben Ranicki mit seinem albernen Liebesromanliteraturgeschmack und seiner krakeelenden Oberlehrerschau. Die beiden hätten am besten einen großen Bogen umeinander gemacht, statt sich anzugehen per Fernsehen und Buch ("Tod eines Kritikers"). Hilfsweise hätten sie sich um größte Freundlichkeit im Umgang miteinander bemühen müssen.
Moderate Formulierung hilft, Kritik erträglich zu machen. Aber sie fällt schwer, besonders, wenn es sich um sehr entfernte Perspektiven handelt. Wie soll man einen fanatisierten Geiferer wie Otto Köhler nennen, ohne an klarem Ausdruck einzubüßen? Einen linksradikalen Eiferer? Einen mit Gift angefüllten Demagogen? Einen haßerfüllten Polemiker? Gar nicht so einfach, die moderate, aber dennoch aussagekräftige Formulierung. Ist Köhler vielleicht, österlich betrachtet, ein maßloser Satansbraten zu nennen?
Ich stocke hier, wer hilft mir weiter fort?

Samstag, 3. April 2010

Welt- und Himmelsreise, Maß und Mitte




Geht auch angezogen!




- Weltreise: "...Statt um Universalität der eigenen Kultur geht es um Koexistenz und Gegenseitigkeit der Kulturen, die gegenüber unterschiedlichen Kulturkreisen unterschiedlich definiert werden müssen. Mit dem nicht nur geographisch benachbarten russisch-orthodoxen Kulturkreis ist eine engere politische Kooperation möglich als mit China, in dem wesentlich andere Vorstellungen über Fairness und Gegenseitigkeit herrschen. Im Falle Chinas brauchen wir eine Mischung von Kooperation und Kompetition, eine Kunst, die man in China glänzend beherrscht und die dabei hilft, sich die Rosinen aus der Globalisierung herauszupicken.
Gegenüber einer weitgehend inkompatiblen Kultur wie der islamischen sind stärkere Abgrenzungen im Sinne einer friedlichen Koexistenz erforderlich. Gegenseitigkeit bedeutet hier, dass nicht mehr die eigenen Wünsche, sondern das Verhalten des anderen im Mittelpunkt der Analyse steht. Der 11. September 2001 war auch ein Resultat westlicher Ignoranz gegenüber dem totalitären Islamismus. Während die Nato für das Gleichgewicht des Schreckens im Kalten Krieg nicht einmal vor der Drohung einer globalen gegenseitigen Vernichtung zurückschreckte, hegte sie in den neunziger Jahren Skrupel vor einem Bombardement terroristischer Ausbildungslager, die durch Luftschläge wesentlich leichter hätten ausgeschaltet werden können als durch Bodentruppen im asymmetrischen Guerillakrieg.
Die neue Nato-Strategie wird der alten und zu Unrecht fast vergessenen Strategie des Kalten Krieges ähneln. Die Nato war bis 1990 das erfolgreichste Bündnissystem der Weltgeschichte. Es hatte nicht auf die Zerstörung des gemeinsamen Feindes gedrängt, sondern sich mit dieser Bedrohung arrangiert. Terror und Schurkenstaaten existieren seit Jahrhunderten und lassen sich nicht ein für alle Male ausrotten. Der totalitäre Islamismus ist ein Feind der offenen Kultur, wie es das Sowjetsystem war. Gleichwohl hat die Nato auf Interventionen im Sowjetsystem verzichtet. In dem ideologisch unlösbaren Antagonismus des Ost-West-Konflikts war kein anderer Weg verblieben, als ihn durch die Gleichzeitigkeit von Abschreckung, Eindämmung und gegebenenfalls Entspannung offenzuhalten. Zivilisatorische Handelsverlockungen trugen dazu bei, den Feind zum Gegner und schließlich zum Partner zu entwickeln. Am Ende entschied die Geschichte. Die kommunistische Ideologie verstand unter dem Grundsatz der friedlichen Koexistenz zwar nur eine Art Waffenstillstand bis zur erwarteten Weltrevolution, und auch Dschihadisten hegen entsprechende Hoffnungen auf ihren Endsieg. Solche Visionen können wir aussitzen, wenn wir die Kernelemente unserer Kultur zu behaupten verstehen. ..." Heinz Theisen, Grenzen des Universalismus, Nach Afghanistan muss sich der Westen zurücknehmen, Merkur 3/2010
/// In der Tat muß man den christlich basierten Universalismus begrenzen, auch, wenn man ihn für richtig hält. Er ist ein Produkt sehr langer regionaler Entwicklung und eben nicht universal. Soweit er sich auch biologisch ausweisen kann - das betrifft vor allem die körperliche Unversehrtheit des Individuums, verbunden mit individuellen Sichtweisen - ist er der Kernbestand der Menschenrechte. Wie weit Pluralismus auch Kunst- und Pressefreiheit mit einschließt, die Betonung liegt angesichts der zahlreichen Widerwärtigkeiten in der westlichen zivilisatorischen Gegenwart, die unter diesem Etikett firmieren, auf WIE WEIT, darüber wäre auch im Westen zu diskutieren. Man denke da nur an die von linksradikaler Seite propagierte "Sexuelle Revolution", die auch den Mißbrauch von Kindern miteinschließt, und die inzwischen aus allen Medien quillt. Die völlig unverzichtbare Presse- und Meinungsfreiheit ließe sich auch ohne Pin-Up-Bilder darstellen. Wie weit öffentliche Mittel, also Steuergelder, für billige Sexkunst a la Schiele, Kirchner, Koons und Co. eingesetzt werden darf, wäre zu überlegen.

- Moscheenreise: „Den Islam“ gibt es nicht - das ist fast eine stehende Redewendung, wenn sich der Streit um diese Religion und vor allem um ihre Kritiker wieder einmal entzündet. Gemeint ist damit meist der Verweis auf die Vielfalt islamischer Glaubensrichtungen, und wer die also nicht sofort aufzählt, hat sich selbst entlarvt. Als Ungläubiger, als Zweifler, als Störenfried mit Bildungslücken. Necla Kelek besteht trotzdem darauf, dass es „den Islam“ gibt, in Deutschland, mit all seinen Strömungen - als soziale Realität, als kulturelle Institution, die Verhalten definiere, einfordere und reproduziere: „Er ist das, was im Namen der Religion gelebt wird.“
In ihrem neuen Buch untersucht die Soziologin in drei großen Kapiteln islamische Wirkungsmacht: als Glaube, als politische Religion und Ideologie sowie als Lebenspflicht für vierundzwanzig Tagesstunden. Weil der Islam bis heute mit seiner strengen Regulierung des Alltagsverhaltens eine strikte Unterwerfung verlangt und sich gerade darin von allen religiösen Erscheinungen in Europa unterscheidet, ist besonders dieses dritte Kapitel ein Schlüssel zum Verständnis der Parallelwelt, in der viele Muslime auch hier verharren. Die individuelle europäische Kultur unterscheidet sich von der kollektiv gelebten islamischen bereits in den verschieden interpretierten Begriffen von Ehre, Respekt, Freiheit, Achtung und Liebe; Begriffe, die wesentlich sind für die Erziehung in traditionell verfassten muslimischen Familien. ...' Aufklärung heißt das Programm, Von Regina Mönch, 31. März 2010 FAZ , Rez. Necla Kelek: „Himmelsreise“. Mein Streit mit den Wächtern des Islam. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010. 272 S., geb., 18,95 Euro.
/// Mutig und lehrreich Man kann sich für die engagierten Beiträge Keleks nur bedanken!

Freitag, 2. April 2010

Ritalin, Depression und Dopamin




Gehirn im Querschnitt im Museum of Neuroanatomy der Universität in Buffalo
Bild: ASSOCIATED PRESS / FAZ



- Ritalin
" Hirndoping zweigleisig. Ritalin programmiert die Nervennetze um.
... Wie sich bei den standardisierten Lernexperimenten herausstellte, wirkt Ritalin an den Nervenenden zweigleisig: Es sorgt einerseits für höhere Konzentrationsfähigkeit, indem es sogenannte D2-Rezeptoren stimuliert und gleichzeitig die Erregbarkeit und damit das "Ablenkungsrauschen" von nicht am Lernvorgang beteiligten Nervenbahnen hemmt. Andererseits stimuliert es einen anderen Dopaminrezeptor, D1, der die Erregbarkeit der am stärksten aktivierten Nervenverbindungen zwischen Hirnrinde und Amygdala erhöht und damit die Lernerfolge effizient steigert. Vor allem aber wird durch die Wirkung des Mittels die Zahl der Nervenverbindungen und der Synapsen zwischen den angeregten Hirnarealen unmittelbar und messbar erhöht. Bei Tieren, die mit einer Salzlösung statt mit Ritalin behandelt wurden, hat man solche Veränderungen auch bei noch so intensivem Lerntraining nicht entdeckt. ..." FAZ 10.3.10

- Depression: " Es ist offenbar möglich, eine Depression im Gehirn gezielt an- oder abzuschalten. Zumindest ist dies bei einer 64 Jahre alten Patientin gelungen, über die Forscher vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim in der Zeitschrift "Biological Psychiatry", Bd. 67, S. e9) berichten. Den Schalthebel haben Alexander Sartorius und seine Kollegen bei Vorexperimenten in den sogenannten Habenulae identifiziert. Dabei handelt es sich um Strukturen des Hirnstamms, die symmetrisch rechts und links in der Wand der dritten Hirnkammer, also tief in der Hirnmitte liegen und deshalb für Neurochirurgen schwer zu erreichen sind. ..." Ein Schalter für Depressionen, FAZ 2. April 2010

- Belohnungssystem: " Die chemischen Spuren des inneren Zwangs
Von Joachim Müller-Jung
01. April 2010
Der Nervenbotenstoff Dopamin bekommt heute immer noch den klingenden Beinamen „Glückshormon“. Das sollte nun wohl endgültig überdacht werden. Denn Dopamin, das vor allem im sogenannten Belohnungssystem des Gehirns freigesetzt wird, jenem Netzwerk also, das im vorderen Teil des Vorder- und Mittelhirns verteilt liegt und vorzugsweise „positive“ Eindrücke vermittelt, ist keineswegs so glückverheißend, wie man sich wünschen würde. Die Gier nach Geld, das ist mit Hirnaufnahmen gezeigt worden, wird durch die Aktivierung des Dopaminsystems im Belohnungszentrum noch gesteigert, und auch bei hochgradig Internetsüchtigen hat man eine Überaktivität des Belohnungsnetzwerks festgestellt.
Jetzt hat sich in den jüngsten Untersuchungen gezeigt, dass auch fettsüchtige Vielesser einen extrem gestörten Dopaminhaushalt aufweisen und sogar das aggressive Verhalten von kriminellen Psychopathen weniger durch fehlende Empathie ausgelöst wird, als durch eine regelrechtes Überfluten des Belohnungszentrums mit Dopamin. Obwohl sie wissen, dass ihr Verhalten ihnen und anderen schadet, werden sie von dem inneren Zwang, ihre Bedürfnisse und damit das Belohnungszentrum zu befriedigen, so stark erfasst, dass sie sich auch die Bestrafung nicht mehr fürchten Das jedenfalls meint die Gruppe um den amerikanischen Psychiater David Zald von der Vanderbilt University in Tennessee. ..." FAZ

/// Der Mensch ist nicht unbedingt, was er ißt, aber er ist doch ein komplexes, proteinkybernetisches Gebilde, bzw. ein stoffwechselndes Aktions- und Reaktionspotential, eine immer wieder erstaunende funktionale Emergenz, und was dergleichen Bestimmungsannäherungen noch sein mögen. Er ist jedenfalls kein tiefenpsychologischer Apparat, wie sich das Freud und seine Schüler bis heute vorstellen. Er ist auch kein philosophisches Gebilde freier Willensbildungen, wie das Philosophen und Verwandte vermeinen. Wie wurde das Ritalin von Psychologen verdammt als Teufelsstoff, der Symptome verschleiert und die Ursachen unbehandelt läßt. Als ob freudianische Psychologenhirne Ursachen ermitteln könnten. Offenbar ist Ritalin ein Mittel, daß große, positive Langzeitwirkung aufzuweisen hat, so eine Studie mit hundert Probanden ("Pediatrics", Bd. 124, S. 71) Und Depressionen werden nicht unbedingt durch äußere Faktoren hervorgerufen, sondern können allein durch innerhirnliche Prozesse verursacht sein, durch eine Balancestörung der Nervenbotenstoffe Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, aber auch durch Funktionsstörungen der Entgiftung bei den Gliazellen. Es werden noch viele neue Erkenntnisse dazukommen, und auch sie werden vorläufige sein. Immer mehr wird sichtbar, welch großer Zufallsraum das Gehirn mit seinen Milliarden Zellen und ihren Verknüpfungen untereinander darstellt. Kleine und kleinste Abweichungen in den Bahnen der Zellverbindungen, geringfügige Unterschiede in der Produktion von Botenstoffen können sich auswirken - positiv der negativ. Was sich an abweichenden Blutwerten zwischen verschiedenen Individuen findet, beeinflußt die körperliche Leistungsfähigkeit. Gleiches gilt für den unüberschaubar komplizierten Funktionsraum des Gehirns.