Sonntag, 8. August 2010

Nordwest-Passage, Meereis im Erdsystem





Nasser Tag, Tiefdruck




- Alle zehn sehr freundlich lächelnd auf diesem merkwürdigen Festessen-Bild vom 26.9.1997 (FAZ 7.8.), mitten im Bürgerkrieg (Bandenkrieg?) von Sierra Leone: Mandela in der Mitte, daneben der wegen seine Rolle in Sierra Leone angeklagte Despot Liberias, Charles Taylor, und neben Taylor die von ihm angeblich mit "Blutdiamanten" beschenkte Modepuppe Naomi Campbell etc.

- 1850-54 versuchte die McClure-Expedition (HMS Investigator) die Durchquerung der Nordwest-Passage, scheiterte aber (s. Eintrag 7.8.) Erst Roald Amundsen gelang dies 1906. (http://encyclopedia.stateuniversity.com/pages/16109/Northwest-Passage.html)

- 1944 gelang Henry Larsen die Durchfahrt der Nordwest-Passage in beide Richtungen in einer Saison.


- Meereis im Erdsystem (Max-Planck-Forschungsgruppe)
Auch wenn sich viele Klimadiskussionen der vergangenen Jahre um das Thema Meereis drehten, ist seine Rolle in der Klimadynamik nach wie vor wenig verstanden. Die Forschungsgruppe „Meereis im Erdsystem“ untersucht theoretisch und experimentell die grundlegenden Aspekte der Meereisbildung und -schmelze. Ihre Ergebnisse bilden somit die Grundlage für Verständnis, Modellierung und Einschätzung der zukünftigen Entwicklung des Meereises im Klimasystem unserer Erde.

(http://www.mpimet.mpg.de/wissenschaft/ozean-im-erdsystem/meereis-im-erdsystem.html#c8138)


- Max-Planck-Institut für Meteorologie, Bericht 345 (2/2003) von Lennart Bengtsson, Vladimir A. Semenov, Ola Johannessen (2003): The early century warming in the Arctic – A possible mechanism

stellt fest:

"Die große Erwärmung der Arktis, die in den frühen 1920er Jahren begann und fast zwei Jahrzehnte anhielt, ist eine der spektakulärsten Klimaereignisse des 20. Jahrhunderts. ... Wir vertreten hier den Standpunkt, daß die natürliche Variabilität der wahrscheinlichste Grund für die Erwärmung mit reduzierter Meereisbedeckung darstellt. ..." (mpimet.mpg.de/wissenschaft/publikationen/mpi-report-1987-2004.html)

Samstag, 7. August 2010

Hinaus, hinaus ins hohe Gras! Jahresmahd







Welch wundervoller Sommertag!

Strahlende 24°C nach kühler, sternenklarer Nacht.

Da steht die Jahresmahd an.

Hinaus, hinaus ins hohe Gras!





- "The Northwest Passage, a normally ice-locked shortcut between Europe and Asia, is now passable for the first time in recorded history reports the European Space Agency. Im Sommer 2007 war das.

Jetzt fand man dort ein englisches Marineschiff, das 1853 aufgegeben worden war, meldet die Seite von Anthony Watts am 6.8.10. Es müssen also dort vor 160 Jahren ähnliche Wetterbedingungen geherrscht haben wie heute. Sonst wäre das Schiff nicht so weit nach Norden gekommen. Ob sich die anstehende Klimakonferenz in Cancun damit beschäftigen wird? Wahrscheinlich wird das Plenum mit Mehrheit beschließen, daß das arktische Kanada damals viel weiter südlich lag ...

Freitag, 6. August 2010

Erlaubniskultur







- NRW-Schulministerin Löhrmann fordert die Gymnasien auf, sich weiter zu öffnen. Als ehemalige Gesamtschullehrerin müßte sie wissen, daß sich die Gymnasien in den letzten dreißig Jahren so weit geöffnet haben, daß es diese Schulform fast gar nicht mehr gibt, gemessen daran, was ein Gymnasium 1960 war.

In den süddeutschen Ländern, die in allen Tests vorn liegen, gibt es noch mehr davon, auch mehr Hauptschulen des alten Typs. Wie meinte Thilo Sarrazin, als er noch für die SPD Berliner Finanzsenator war? Unsere Abiturienten, meinte er, würden in Bayern keinen Hauptschulabschluß schaffen.


- Rotgrün will in NRW die Grenzen für den straflosen Eigenbedarf von Drogen anheben,
bei Cannabis, der Schülereinstiegsdroge, auf 10g (damit kann man eine ganze Schulklasse berauschen).

Das paßt ins Bild der Erlaubniskultur dieser Politikrichtung.

Das Drogenproblem besteht leider aus zwei sehr schwierigen Problemen: einerseits aus der Drogenhandel- und Beschaffungskriminalität, andererseits aus dem asozialen Drang nach Drogen, insbesondere in der Pubertät und dem Jugendalter. Cannabis und Verwandte verursachen schon bei moderatem Gebrauch, anders als Alkohol, bleibende Hirnschäden, die Strafbewehrung darf also nicht gesenkt werden. Jugendliche brauchen eine klare, konsequente Ansage. Das bewirkt, daß weniger Jugendliche verführt werden.

Selbstverständlich gilt Ähnliches auch für "sanfte" Drogen wie Alkohol und Nikotin, saufende Jugendliche gehören aus der Öffentlichkeit verbannt.

Andererseits muß man experimentieren, auch mit sehr harten Maßnahmen, wie der illegale Drogenhandel ausgeschaltet werden kann. Hier würde eine Freigabe von Drogen natürlich das kriminelle Drogenmilieu austrocknen, allerdings um den Preis einer größeren Verfügbarkeit der Drogen für alle Interessierten.

Da Jugendliche in hohem Maße verführbar sind und ohnehin in jungen Jahren bis etwa dreißig zu Grenzüberschreitungen neigen, scheidet diese wirksame Maßnahme leider aus.

Beide Probleme muß man getrennt bearbeiten, eine vollständige Lösung ist nicht möglich.

- Solche 68er Fälle sind hoffnungslos: "Ein Kifferzimmer für den Sohn ist strafbewehrt
MARBURG, 5. August (dpa). Weil sie ihren 14 Jahre alten Sohn in ihrem Raucherzimmer kiffen ließen, sind Eltern aus Hessen zu Bewährungsstrafen ..." FAZ

- 20, Studentin der Theaterwissenschaft und wenig klar im Kopf: " Caroline Giuliani wird mal eben kriminell
Gesetz und Ordnung ("Law and Order") waren sein Credo. In acht Jahren schaffte es Rudy Giuliani so, die Kriminalitätsrate in der Metropole New York um rund 57% zu verringern. Nun wurde ausgerechnet die Tochter des Ex-Bürgermeisters bei Ladendiebstahl erwischt. ..." FAZ 6-8-10

Donnerstag, 5. August 2010

Steinbrück bereut





- Hinterher ist gut reden: "Peer Steinbrück bedauert seine Zustimmung zur sogenannten Rentengarantie, weil sie kommenden Generationen eine unfaire Bürde auferlegt. Er sagt, die Entscheidung sei aus wahlkampftaktischem Kalkül erfolgt, und stellt fest: "Ich hätte da nicht mitmachen dürfen." (FAZ Filmkr. 4.8.10)
Er ist einer der ganz wenigen Sozialdemokraten, die überhaupt noch etwas zu sagen haben, das zu hören lohnt. Es ehrt ihn, daß er diese Entscheidung, an der er als Vizekanzler beteiligt war, öffentlich bereut.

Aber diese schlimme Garantie auf Kosten der jetzigen und zukünftigen Rentenbeitragszahler hätte noch klarer benannt werden müssen: als Wählerbestechung, als Korruption. Nichts anderes meint das Wort vom "wahlkampftaktischem Kalkül".
Und hätte er nicht in diesem Dokumentarfilm auch auf dieses Rentensystem eingehen müssen, das von der Politik so gebaut worden ist, daß die Politiker jederzeit die Rentenkasse manipulieren können, zu "wahlkampftaktischem Kalkül"?

Neuseeland und Chile haben gezeigt, wie man ein Rentenumlagesystem wie das deutsche zu einer echten Rentenversicherung umbaut, in dem individuell erworbene Ansprüche durch echte Beitragszahlung nicht durch politische Manipulationen verloren gehen können, wie das im derzeitigen deutschen Rentenumlagesystem der Fall ist.

Mittwoch, 4. August 2010

Ach, wir Armen







- Ach, wir Armen: "In Geldwerten gemessen kann heute ein einzelner Sozialhilfeempfänger in etwas genauso so viel ausgeben wie ein durchschnittlicher Vier-Personen-Arbeitnehmerhaushalt in den 1950er Jahren", so der Wirtschaftshistoriker Toni Pierenkemper von der Universität Köln in seinem Buch WIRTSCHAFTSGESCHICHTE (Rez. FAZ 2.8.10) : "Die Mehrheit der heute über Fünfzigjährigen ist demnach in Haushalten aufgewachsen, die nach heutigen Maßstäben ,Armenhaushalte' waren."

Ich kann's bestätigen, ich bin noch mit Margarine und billiger Marmelade in Vaters alten Schuhen großgeworden. Die Marmelade schmeckte mir, denn in der SED-Diktatur gab es nicht einmal die, jedenfalls kann ich mich nur an Margarineaufstrich erinnern.
Zu keiner Zeit kam mir der Gedanke der Armut, auch späterhin nicht, als es im ersten Lehrjahr 80,- Mark monatlich gab und ich ein kleines Zimmerchen mit Bett und Waschbecken im Kolpinghaus bewohnte. Beim Bezug der ersten 1-Zimmer-Wohnung auf einem notdürftig umgebauten Trockenboden fühlten wir uns prima, sie wurde mit Möbeln vom Sperrmüll eingerichtet. Reich waren wir wahrlich nicht, aber es tutete einem niemand ins Ohr, daß man arm sei und daß das schlecht sei.
Noch niemand hatte die statistische Armutsgrenze von 60% des Durchschnittseinkommens erfunden, das blieb den heutigen Statistikschwindlern überlassen, die auch die "Globaltemperatur" und mancherlei mehr ersonnen haben. Im Rückblick könnten einmal unsere Tage als die Epoche des Statistikschwindels benannt werden.
Aber wer weiß, ob so viel Urteilsvermögen in der europäischen Zukunft noch zu erwarten ist.

Goethe allerdings wird recht behalten:

Und auf vorgeschriebenen Bahnen
Zieht die Menge durch die Flur;
Den entrollten Lügenfahnen
Folgen alle. - Schafsnatur!

Goethe, Faust 2, IV. Auf dem Vorgebirg, V. 10403ff.