Mittwoch, 18. Mai 2011

Unvollendet kann überzeugen






Erwischt! Die Blaumeise verläßt den Brutkasten - hält aber wieder nicht still; in der Vergrößerung erkennt man den Flugschatten. Die Nestlinge sind schon tüchtig herangewachsen und schreien fast pausenlos nach Futter, das die Altvögel bis zur Dämmerung heranschaffen.




- Gustav Mahler (* 7. Juli 1860 in Kalischt, Böhmen; † 18. Mai 1911 in Wien)
Ich höre immer weniger Sinfonik, das gilt auch für Mahler, aber für den doch gemildert, obwohl er den Bombast und grelle Effekte nicht scheut. Die 10. (von Cooke beendete) höre ich natürlich lieber als die 8. Seine musikalische Diktion ist für mich eingängiger geblieben. Merkwürdig.



- Übrigens hat es keinen Sinn, in der Geschichte herumzuwühlen, aber noch sinnloser, alberner ist es, gelenkten Unsinn in die Welt zu setzen.
Dann muß man daran erinnern, daß das jüdische und christliche Jerusalem 637 von Mohammeds Schwiegervater Omar (einem der Schwiegerväter) erobert wurde, im Rahmen des Angriffs auf Syrien.
Das war das erste Land, das von den mohammedanischen Horden angegriffen wurde.
Alle islamischen Länder haben heute einen zivilisatorischen Rückstand, viele stecken noch tief in der Barbarei. Das ist kein Zufall, sondern folgerichtig.
Mustafa Kemal “Atatürk” hatte das begriffen und die türkischen Imame mit der Maschinenpistole im Anschlag entmachtet, davon zehrt die Türkei noch heute ; Erdogan dreht gerade das Rad zurück.

Dienstag, 17. Mai 2011

Aus eins mach zwei









- Wo kommt denn da das Barium her?

“... daß unser Radium in Wirklichkeit Barium war. Es war bei der Bestrahlung von Uran entstanden … daß man mit den langsamen Neutronen einen Urankern spalten konnte … die Kettenreaktion ist erst später entdeckt worden. Daraus ergab sich dann die praktische Ausnutzung der Kernenergie. “
Otto Hahn, "Mein Leben", S. 165ff.

Die Kernspaltung hatte man bis zu den Experimenten Hahns und Straßmanns im Dezember 1938 für unmöglich gehalten, Lise Meitner half bei der Interpretation der Versuchsergebnisse.

- Der Unterschied:
"Bei der Spaltung des Urankerns durch energiearme Neutronen ... wird pro Kilo gespaltenen Urans eine Energie von 25 Millionen Kilowattstunden frei - ein Kilo Kohle liefert beim Verbrennen acht Kilowattstunden."
Werner Braunbek, Neue Physik, S. 89

Kohle wiederum hat eine viel höhere Energiedichte als Wind- und Solarenergie; gar wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint (jede Nacht!) beträgt deren Energielieferung null Kilowattstunden.

Montag, 16. Mai 2011

Akademikerüberschuß






Das Ziel heißt: Studium für alle!




- “ Akademikerüberschuss beklagt
Reinigungsunternehmen Sasse sucht Nachwuchskräfte
‘ Wir bekommen keinen guten Elektrogesellen, weil der frühere Geselle heute einen schlechten Bachelor macht ‘ ...
geg. Die Konjunktur ist für Facility-Unternehmen nicht rosig und hellt sich nur langsam auf. Die Branche, die alle Dienstleistungen …” 2.4.11 FAZ

- Zur Weiterbildung ein bißchen Alison Wolf lesen: DOES EDUCATION MATTER? Myths about education and economic growth, by Alison Wolf. Penguin Books, 2002. (Welche Rolle spielt Bildung? Mythen über Bildung und Wirtschaftswachstum, vgl. www.la-articles.org.uk/eoe.htm/ ; vgl. auch "Mehr Bildung bedeutet noch lange nicht mehr Wohlstand / Nüchterne Auseinandersetzung mit einem populären Mythos" Von Alison Wolf / Mit Hilfe von mehr Bildung lässt sich die wirtschaftliche Performance eines Landes verbessern, so lautet ein von Politikern aller Couleur gern verkündeter Grundsatz. ... NZZ 28.8.04) .

Prof. Alison Wolf ist Bildungsökonomin am King's College, Uni London. Sie ist der Auffassung, daß Wohlstandsländer sich mehr Bildung leisten, weil sie mehr Geld für Schulen und Hochschulen haben. Sie haben nicht mehr Wohlstand, weil sie mehr Geld in das Bildungssystem stecken, das sei ein Mythos. Sie hat sich dazu eine Reihe von Ländern angesehen.



- Handelsblatt / Zeitzeichen / Vormweg : "
Die große Frage heute: Wird sich das „Handelsblatt“ in gedruckter Form halten können? "
Hoffentlich nicht, kann ich da als ehemaliger Leser nur sagen.
Herr Vormweg vergaß zu erwähnen, daß nach dem Tode der wackeren Renate Merklein das Hbl. immer weiter sozialdemokratisiert und verSPIEGELt wurde.

Sonntag, 15. Mai 2011

Geburtstagsständchen - ob er heute weiß, was er sein will?






Das soll Max Frisch sein? Ach was, der hatte keine Zeit zum Meditieren, mußte immer reisen - das ist Rembrandts "Meditierender Philosoph" (nach dem ESC?)




- Frisch-Geburtstag 1911.
"Mein Name sei Gantenbein" war meine erste Begegnung mit ihm, verbindet sich bei mir mit PARDON, die müssen damals Teile abgedruckt haben, obwohl PARDON eigentlich nicht vor-abdruckte, vielleicht war es auch der SPIEGEL, jedenfalls erinnere ich mich an meine Bemühung zu verstehen, worum es dem Frisch ging. Ich kam nicht so recht dahinter. So ging es mir auch mit dem dicken STILLER, den ich im Sommerurlaub auf den Scilly Inseln las. Verbissen quälte ich mich durch den Text, an mir zweifelnd. Dann der 'Gassenhauer' HOMO FABER. Da wurde mit Kitsch, Schmand und Unverstand gearbeitet, das habe ich verstanden, und die Technik, ja, die war doch einfach herzlos, die ist doch immer herzlos, da konnte schon der Beischlaf mit der eigenen Tochter locken, ganz ohne Schrauben, Hebel und Motoren. Ein Filmtext für den Boulevard.
Und dann diese Mordsgeschichte BLAUBART. Habe ich wieder schlechter verstanden. Mir fehlte einfach die Lebenserfahrung, das Erlebnis, wie leicht einem so etwas passieren kann. Erinnerte mich an Camus' FREMDEN, kam mir auch komisch vor. Mein Erlebnishorizont ist einfach zu spießig, bis heute habe ich niemanden erstochen.
Mal weniger pubertär aufgeladen mit Maxls Dauerfrage, wer er denn wohl sei und daß er doch lieber der nicht sein wolle, erscheint die Dauerregengeschichte HOLOZÄN. Soviel Regen schlägt aufs Gemüt, da kann man schon an die Sintflut und die Zeit danach denken. Das führt aber nicht weiter und macht nicht froh.
Wäre er Architekt geblieben, er hätte Konstruktives hinterlassen. Vielleicht gar Erbauliches.
Ans Regal tretend stelle ich fest, daß ich alle Texte von Max Frisch entfernt habe. Man braucht Platz für Substanz. Ich verstehe ihn heute einfach besser.

PS auf Nachfrage ganz ohne Ironie:
Bei der Lektüre von STILLER und GANTENBEIN etc. habe ich mit Befremden zur Kenntnis genommen, daß es solche arbeitsunlustige Typen mit verquasten Gedanken offenbar gibt, die die Zeit mit Firlefanz totschlagen und anderen die Zeit mit ihrem gedruckten Geschwafel stehlen: wie Maxl Frisch.

Samstag, 14. Mai 2011

Deckel drauf






Deckel drauf - diese Solitärbiene leistete Übersoll bei der Verriegelung ihrer Kinderstube im Fensterrahmen; normalerweise schließt der Lehmpfropf bündig ab



- Schenke nur der Statistik Glauben, die du selber gefälscht hast", soll Churchill gesagt haben. :

"Zu hohe Zahlen zur deutschen Kinderarmut
Der Anteil der Kinderarmut in Deutschland ist in einer Studie zu hoch wiedergegeben worden. OECD und DIW geben sich dafür gegenseitig die Schuld." FAZ 7.5.11


“Nichts genügt dem, dem das Genügende zu wenig ist.”

Epikur, Spruchsammlung, Nr. 68

Ich mußte bei Erreichen der Schuhgröße meines Vaters dessen alte Latschen auftragen. Das war mir entsetzlich peinlich. Dabei empfand ich aber kein Armutsgefühl. Das würden mir heute die internationalen Sozialarbeiterkonzerne wie die OECD versuchen einzutrichtern. Denn davon leben sie.
Ich hatte aber damals das Gefühl geistiger Armut in meiner Umgebung, die Schule eingeschlossen.
Für geistige Armut interessiert sich jedoch die Sozialarbeiterinternationale nicht. Eher im Gegenteil, weil sie den Blick verstärkt auf materielle Dinge lenkt und dafür statistische Kunstprodukte konstruiert oder sogar mit Zahlen manipuliert.
Reichtum teilt sich denjenigen Kindern mit, die liebevolle, zugewandte, an den Kindern interessierte Eltern besitzen, die Zeit für sie und ihre Probleme aufbringen.

Deckel drauf bei den Steuergeldern für Statistikhütchenspieler und Sozialprofiteure.