Dienstag, 21. Februar 2012

Mutter, Tochter, Gauck





Prima Opel, aber nicht billig






Die Mutter General Motors macht wieder Gewinn, die Tochter OPEL produziert weiter seit Jahren Verluste - wie kann das sein? Die Autos sind nicht schlechter als andere, wohl eher besser. Warum gelingt Opel nicht, was bei der Mutter erstaunlich schnell gelang? Viele Punkte lassen sich anführen, etwa die Staatsintervention der Abwrackprämie, die zur Hälfte nach Japan und Korea ging, politisch verteuerte Energie - letzendlich sind es aber die hohen Löhne und das Betonkündigungsrecht, die schnellere Anpassungen eines Unternehmens sehr erschweren. Durch staatliche Vorgaben wird die Bewegungsfreiheit eingeschränkt und durch eine unternehmensferne Gewerkschaftspolitik bedrängt. Externe Kräfte regieren in den Betrieb hinein, ohne direkte Verantwortung zu tragen. Selbst im Falle erpresserischer Streiks wie derzeit der Frankfurter Flugvorfeldarbeiter verhindern gewerkschaftsnahe Gesetze und Urteile, daß sich das Unternehmen durch Kündigungen gegen die Erpresser wehren kann, die Tausende Flugreisende blockieren. Damit gleitet die Lohnauseinandersetzung ins Verantwortungslose.
Ob sich der künftige Bundespräsident Gauck auf diesem, für den Industriestandort Deutschland wichtigen Feld der überbordenden Gewerkschaftsmacht, engagieren wird?
Vorgeschlagen haben ihn auch gewerkschaftsnahe Parteien.

Montag, 20. Februar 2012

Gab’s schon in der Eiszeit





Kleine Eiszeit bei Nachtfrost und 3°C mittags.



- Antibiotika-Resistenz gab es schon vor dreißigtausend Jahren, sagen Wright und Kollegen aus Kanada (doi: 10.1038/nature10388). Existierten denn da schon die bösen Bauern, die Antibiotika an ihre Hühner verfütterten? Wohl nicht. Wahrscheinlich liefen die Bauern damals noch einzeln hinter den Hühnern her als Jäger.
Die Bakterien lagen im alaskanischen Dauerfrostboden, ihre Resistenz ist natürlichen Ursprungs, sie ähneln zudem heutigen resistenten Bakterien, die also offensichtlich nicht durch Antibiotikabehandlungen Mutationen ausgebildet haben. (FAZ 14.2.12)

Sonntag, 19. Februar 2012

Bellevue als Altersheim umbauen





Volljurist, Grundgesetzkommentator, staats- und unterschriftserfahren - Roman Herzog wäre ein kompetenter Bürgerombudsmannkandidat und hat schon einen Schreibtisch in Bayern

(Bild: Wiki.)





Bundespräsident - wofür? Als Oberlehrer der Nation? Nein, danke.

Jetzt wäre die Gelegenheit, den unnützen Zopf abzuschneiden. Ohne Phantasie und Gestaltungskraft haben die Autoren des Grundgesetzes diese Ersatzkönigsstelle geschaffen, weil sie glaubten, es gäbe dafür einen Bedarf. Nach zwei teuren Nullnummern im Hause Bellevue - auch dieses Haus paßt nicht zu einer bürgernahen Zivilgesellschaft - wäre es Zeit, diese Stelle zu streichen und der Parteienklüngelei zu entziehen.
Die Gesetze könnten durch einen parteilosen, volljuristischen und für 2 Jahre von allen gewählten Bürgerombudsmann unterzeichnet werden.

Samstag, 18. Februar 2012

Kalte Sonne?




Bild: www.cartoonsbyjosh.com/




Das meiste, was wir wissen, haben wir den Massenmedien entnommen - wenn auch nicht unbedingt einem Boulevardblatt wie der BILD-Zeitung. Wenn diese aber aus der weitgehenden Selbstgleichschaltung der deutschen Massenmedien in Klimafragen herausspringt und vier Beiträge aus klimarealistischer Sicht auf S. 2 abdruckt, dann muß man das als besonderes Ereignis werten und den Autoren Vahrenholt und Werner Weber (TU Dortmund) gratulieren. Und im weiteren auch den anderen Autoren des Buches „Die kalte Sonne – Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“: dem Geologen Lüning, Nir Shaviv (Uni Jerusalem), Scafetta (Duke Uni) und Svensmark (Danish National Space Institute). Gerade Prof. Svensmark und Prof. Weber erreichen damit ein größeres Publikum. Weber formuliert gegen Ende seines Gastbeitrags:

“Es sollte allerdings nicht vergessen werden, daß mindestens die Hälfte, wenn nicht sogar zwei Drittel der bisherigen Erwärmung auf das Konto der Sonne unter modulierender Mithilfe interner ozeanischer Klimazyklen geht. Der Bezugspunkt für das 2-Grad-Ziel liegt bezeichnenderweise genau in der kleinen Eiszeit, also einer natürlichen Kältephase. Die anschließende Erwärmung hin zu einer Warmphase ist ein natürlicher Prozeß, der sich in der Nacheiszeit routinemäßig alle 1000 Jahre wiederholte. Es ist sicher nicht zielführend, im 2-Grad-Ziel anthropogene und natürliche Ursachen zu vermischen, was jedoch geschehen ist.”
(Vahrenholt, Sonne, S. 321)

Wenn allein diese zusammenfassende Aussage ernstgenommen würde, sparten Europa und die Welt viele unnütze Ausgaben in Abermilliardenhöhe und landschaftsverschandelnde Wind- und Solarbretterparks blieben uns erspart. Ebenfalls die damit verbundenen Netzinstabilitäten.
Man kann dem Buch nur viele Leser wünschen!
Das gilt auch für Wolfgang Thünes neue Veröffentlichung “Propheten im Kampf um den Klimathron. Wie mit Urängsten um Geld und Macht gekämpft wird.”
Der Schwerpunkt bei Thüne liegt auf historischen, meteorologischen und politischen Darstellungen und Herleitungen. Insofern verhalten sich beide Arbeiten in vielen Punkten komplementär. Auch Thüne bereichert die Diskussion und eignet sich zudem gut als einführende Lektüre, etwa in gymnasialen Leistungskursen und Volkshochschulkursen.

Beide Bücher bieten viel Material, weswegen sie mehr als 400 Seiten umfassen. Das macht den kurzen BILD-Beitrag um so wertvoller. Man würde sich jetzt wünschen, Ralf König oder ein anderer Zeichner nähme sich des Themas einmal klimarealistisch an. Der Schriften sind schon viele gewechselt, laßt uns jetzt endlich mehr Bilder sehen.

Freitag, 17. Februar 2012

Emporkömmlinge sind politisch selten erste Wahl







Einen festen Charakter gibt es eher nicht, aber Anhaltspunkte schon: Eysencks Persönlichkeitsquadranten

(s. www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Personlichkeit/Gesamtsysteme/gesamtsysteme.htm#Big5)




- Charakterdiagnose, gibt’s das?

Gerd Langguth trug in seiner Merkel-Biographie viele Einzeldaten zusammen und interpretierte sie dann dahingehend, daß Merkel durch ihre Sozialisation in der SED-Diktatur ein eher stärkeres Freiheitsbewußtsein besitze. So hörte sich das auch eine Zeitlang an, inzwischen stellte sich heraus, daß Merkel ihre Meinungen opportunistisch an alles anpaßt, was zeitgeisttransportierende Medien in den Wind und ins Ohr der Wähler flüstern.
Diesen Opportunismus hätte der Politologe Langguth auch aus dem Umstand entnehmen können, daß Merkel Mitglied der SED-Jugendorganisation FDJ wurde und dort auch eine lokale Organisations-Funktion versah. Durch ihren sozialistisch gestimmten Pfarrervater war sie auch evangelisches Gemeindemitglied, exponierte sich dort aber nicht, wie sie auch kein Abzeichen “Schwerter zu Pflugscharen” trug, das Ausweis der SED-kritischen evangelischen Jugend und aller christlich orientierten Oppositionellen war. Wäre Langguth nach der Methode “Nach ihren Taten sollt ihr sie beurteilen” verfahren, er hätte Merkel besser beurteilt.

Merkel ihrerseits irrte sich in der Beurteilung des ehrgeizigen Sparkassenpräsidenten Köhler, des es zum IWF schaffte und dann von Merkel ins Bundespräsidentenamt geschoben wurde. Der würde ihr wohl als Volkswirt nicht zu sehr politisch dreinreden. Ehrgeizling, der er war, machte er das aber doch und spielte dann die beleidigte Leberwurst.

Da war dann dieser Wulff da, ein hochgekommener Opportunist wie Merkel selbst, mit allen Parteiwassern gewaschen. Der würde sich mit der Stelle des Frühstücksdirektors begnügen, wenn er Nr. 01 und Schloßherr im Belle-Vue würde. Tat Wulff auch, ins Amt gehoben von Merkel, aber den hochgewachsenen Gernegroß lockte das Partyleben der Neureichen schon seit längerem. Er ließ sich von Emporkömmlingen beschenken und nahm sie mit auf die Staatsreise, auch eine Staatsbürgschaft war drin.
Das paßte zur tätowierten neuen Frau, ein schmuckes PR-Party-Girl, das er gegen die seriös wirkende alte Christiane Wulff eingetauscht hatte.
Hätte das Merkel nicht stutzig machen müssen vor der Wahl zum Bundespräsidenten? Es fehlte jedenfalls die kompetente Beurteilung des Kandidaten zum zweiten Mal. Wahrscheinlich ist sie auf dem Gebiet der Personenbeurteilung als gelernte Physikerin besonders schwach. Sie wird jetzt noch opportunistischer handeln.

- ' Der Volkswirt Justus Haucap, Direktor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie und Vorsitzender der Monopolkommission, stellte in einer Mikroökonomik-Klausur unter anderem folgende Aufgabe, die binnen Stunden im Internet Kultstatus erreichte: „Der Bundesprominente Chris Fox und seine neue Frau Betty werden vom Steuerzahler mit jährlich 240.000 Euro alimentiert, damit sie sich ein schönes Leben machen können. Ein schönes Leben besteht für die beiden darin, sich auf Urlaubsreisen zu begeben und Partys in ihrem Schloss zu feiern. Eine Party kostet das Paar 20.000 Euro, eine einwöchige Urlaubsreise px Euro. Die beiden Aktivitäten spenden dem jungen Paar Freude nach der Funktion: u (x, y) = x² x y, wobei x die Anzahl der Urlaubswochen ist und y die Anzahl der Partys.
a) Leiten Sie die jährliche Nachfrage des Paares nach Urlaubsreisen (x) in Abhängigkeit von px her! b) Wie viele Urlaubsreisen wird das Paar unternehmen und wie viele Partys geben, wenn eine Urlaubsreise 20.000 Euro kostet? c) Nehmen Sie nun an, der befreundete Unternehmer Karsten Mischmöller stellt dem Prominentenpaar seine Urlaubsvilla entgeltfrei zur Verfügung, wodurch die Kosten pro Urlaubsreise auf 16.000 Euro sinken. Wie viele zusätzliche Urlaubsreisen werden Chris und Betty nun unternehmen? d) Wie hoch ist der Nutzenzuwachs in c) gegenüber b)?” ' FAZ 16.2.12