Dienstag, 12. März 2013

Blut liebt Strahlung




Sklodowska-Curie auf ihrer selbstentworfenen, fahrbaren Röntgen-Kanone

(Bild: Wiki.)



Viele Menschen sterben auch heute noch, bevor sie siebzig werden. Für Menschen mit dem Geburtsjahr 1867 gilt das umso mehr. Die starke Zunahme der Lebenserwartung in Europa und Amerika setzte erst ab etwa 1930 ein. Trotzdem könnte man vermuten, daß Marie Sklodowska-Curie, die zweifache Nobelpreisträgerin, hätte älter werden können als 67. Sie litt an aplastischer Anämie, bei der alle drei Blutzelltypen betroffen sind. Ein Grund dafür wäre in ihrer Arbeit als Radiologin im Kriegseinsatz zu sehen, als sie ungeschützt mit ihren großdimensionierten Röntgenapparaten arbeitete. Doch gibt es für die Krankheit verschiedene Ursachen, so daß der Zusammenhang nicht zwingend ist. Jedenfalls wird heute mit vergleichsweise sehr geringen Dosen geröntgt und Patient und Personal werden stark geschützt.

Montag, 11. März 2013

Hormesis






Der Frühling macht Pause, leider





“ Nachdem Fukushima als ein unfreiwilliger Test an Kernkraftwerken mit baulichen Mängeln gezeigt hatte, daß dort trotz dreifacher Kernschmelze mit Freisetzung von Radioaktivität kein Mensch einen gesundheitlichen Schaden durch Strahlung erlitten hatte, gibt es inzwischen einen weiteren, unfreiwilligen Test in Taiwan mit gamma-Langzeitbestrahlung durch Cobalt-60 (HalbWertZeit 5,3 Jahre; E = 1,3 MeV) in Baustahl von Gebäuden an ca. 10 000 Personen über 9 bis 20 Jahre, beginnend in 1983. 


Die Co-60 Kontamination wurde in 1992 erkannt und von dem Zeitpunkt an verfolgt. Die höchsten Dosen in 1983 lagen im Bereich 74 mSv bis 910 mSv im Jahr bei der am höchsten exponierten Gruppe. Die mittlere über die Gesamtzeit kumulierte Dosis über alle Personen lag bei 400 mSv. Damit ist dieses Ereignis eine ideale Möglichkeit zur Prüfung der LNT-Hypothese.

Ergebnis:
Es sind infolge der Strahlung nicht mehr Krebsfälle aufgetreten als normal, sondern sehr viel weniger. Also ist 1) die LNT-Hypothese (Linear no-threshold-Modell behauptet eine lineare Gefährlichkeit von nuklearer Strahlung, WD) nicht haltbar und 2) sogar eine biopositive Wirkung bei gamma-Langzeitbestrahlung vorhanden. ...”
Dr. Lutz Niemann, Physiker mit Strahlenschutzausbildung


(Bezug: Dose Response. 2007; 5(1): 63–75.
Published online 2006 August 25. doi:  10.2203/dose-response.06-105.Chen    /    ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2477708/)

Sonntag, 10. März 2013

Putsch zuerst








So groß der Süd-Kontinent ist, so wenig hat er aus sich gemacht, obwohl er vor dreihundert Jahren wohlhabender war als das protestantische Nordamerika

(Bild: TUBS / Wiki.)



Er hat es zuerst mit einem Putsch versucht und landete damit im Gefängnis. Dann besann er sich auf seine große Schnauze und die Demokratie. Und er gewann viele Stimmen, die er mit sozialistischen Versprechen köderte. Er bewaffnete seine Anhänger und setzte sie als Sturmtrupp ein. Als Präsident dehnte er ständig seine Kompetenzen aus und baute zu einem benachbarten Diktator ein freundschaftliches Verhältnis auf.
Wer könnte das sein? 

Nein, nicht Adolf Hitler. Der trug kein rotes Käppchen. Ja, von Comandante Rotkäppchen ist die Rede, von Oberleutnant Chavez, dem diktatorischen Presidente auf Lebenszeit, dafür änderte er die Verfassung, doch der Krebs kippte ihn aus Macht und Leben.
14 Jahre hat er Venezuela immer diktatorischer und sozialistischer regiert, mit Gewalt gegen die Opposition, mit Verstaatlichungen und Preisregulierungen. Mit nur einem Prozent Wachstum zwischen 1999 und 2011, mit durchschnittlicher Jahresinflation von 23%, mit Haushaltsdefizit und Staatsschulden trotz hoher Ölpreise und großer Ölreserven.
Eine solche Karriere zeigt, daß die Demokratie ohne garantierte individuelle Freiheitsrechte nicht viel bewirkt, daß sie sogar diktatorische Figuren fördern kann, wenn sie Charisma besitzen, und die dann den demokratischen Rahmen zurückschneiden, insbesondere die Meinungs- und Medienfreiheit und die Eigentumsrechte. In der Nachbarschaft Venezuelas ist es nicht nur Argentinien, das sich ähnlich verhält, obwohl Brasilien ein erfolgreicheres Gegenbeispiel abgibt. 


Das katholische Lateinamerika bleibt ein problematischer Kontinent. Das zentralistische Kirchenmodell der Katholiken mit seiner monarchischen Verfassung und der Ansehung des Publikums als einer Schafherde gibt die Blaupause ab sowohl für die Castros als auch die Kirchners. Und auch für die verbreitete Korruption. Traditionen sind langlebig.

Samstag, 9. März 2013

Unter uns




Sieht fast so aus, als freue sich dieser Hetero über den neuen Schnee in Washington.



 
Westerwelle hat im Bundestag gute Steuer-Reden gehalten. Daß ein Steuerpolitiker dann Außenminister wurde, gehört zum Kapitel “Parteienblödelei”, Näheres bei Beppe Grillo. Vor der Übernahme des Außenministeriums hatte Westerwelle immer mehr herausgehängt, daß er “schwul” prima findet. Das wäre ein zweiter Grund gewesen, ihn ins Finanzministerium zu stecken, denn ein homosexueller Außenminister wird vielerorts nur als schwule Partie angesehen.
Jetzt fängt der Kerl schon wieder an, die Schwulen-Fahne zu schwenken, weil kleine Teile der CDU den Artikel 6 GG noch ernstnehmen. Dieser Artikel ist immerhin einer der wenigen, die anthropologische Erdung besitzen.
In der Frage des Familiensplittings könnte man ja im Hinblick auf Familienpflege ein allgemeines Familiensplitting diskutieren. Da wären dann auch homosexuelle Partnerschaften, so kurzlebig sie sind, einbegriffen.
Westerwelles Schwulenfortschrittsgeschwafel soll wohl nur davon ablenken, daß die FDP in der Hauptsache, der Steuerpolitik, völlig versagt hat, obwohl die Steuereinnahmen auf neue Höhen stiegen. Die 'kalte Progression' ist nicht entschärft, eine Steuervereinfachung nicht geschafft, der Soli nicht gestrichen, Energiesteuern nicht gesenkt: traurig, traurig, traurig. Die FDP ist daher, wie die anderen Bundestagspartnerparteien, nicht wählbar.

Freitag, 8. März 2013

Spitze








Über den physiologischen Schwachsinn des Weibes (Halle: Marhold 1900) von  Paul Julius Möbius wollen wir nicht handeln. Bei den Psychiatern fanden sich stets die verrücktesten Autoren, siehe Sigmund Freud, der Möbius zu den Vätern der sog. Psychoanalyse zählte. Von der 1882 geborenen Emmy Noether konnte der Schwadroneur Möbius noch nichts wissen, aber durchaus von Sofja Kowalewskaja und anderen intelligenten Frauen, hätte er Feldforschung betrieben. Aber ein richtiger Theoretiker versteigt sich lieber in Theorien und achtet die Empirie gering. Daran hat sich nichts Grundlegendes geändert, die Psychoanalyse wird weiterhin betrieben und Physiker versteigen sich zu abstrusen Weltklimamodellen.

Hinter überdehnten Theorien stecken immer auch übergroßer Ehrgeiz und unkontrollierte Eitelkeit, die selbst wenig erforscht werden, wie mir scheint. Selbst als massenhaft auftretendes Straßenphänomen genießen sie wenig Analyse-Beachtung. Trittunsicherheit, Muskel- und Sehnenverkürzung merkt der Orthopäde an. Zumindest hinsichtlich der vielen Hochabsatzträgerinnen wäre die These eines “orthopädischen Schwachsinns”  zu prüfen. Wie würde eine IQ-Messung ausfallen? Vermutlich gäbe es keine Abweichung von Vergleichsgruppen, weil Gegenstände der Selbstlenkung wie Eitelkeit im IQ nicht erfaßt werden. Das gleiche gilt für den Ehrgeiz, der speziell Männer in hohe Positionen streben läßt, etwa ins Bundespräsidialamt oder den IWF, wo sie sich mitunter leicht durch Albernheiten, durch persönliche Unreife und defekte Selbstkontrolle selbst ein Bein stellen. Wulff und Strauss-Kahn demonstrieren auf diese Weise hohen IQ und ungefestigte Persönlichkeit.