Sonntag, 7. Juli 2013

Alte Albernheiten






Die immerwährende Suche - allerdings wird es mit der Überwindung der aggressiven Religionen und Säkular-Religionen etwas besser. Die menschliche Sucht nach fixen Ideen bleibt bestehen.






Möchten Sie noch mal zwanzig sein, fragte mich der Zahnarzt im Gespräch über den Fortschritt in der Zahnmedizin auch in biographischer Perspektive. Da waren wir uns einig: 
so unwissend wie mit zwanzig nicht noch einmal! 

Ganz anders sieht das Kurt Lenk, der pensionierte Politologe, der für den linken Kanal des DLF den Horkheimer präsentierte. Wohlwollend und zustimmend. Den alten Hammeln zuwinkend. Man kann also ein ganzes Leben mit den Albernheiten des Jugendalters verbringen. Die Menschen sind eben verschieden.
„Die Krise der Vernunft manifestiert sich in der Krise des Individuums, als dessen Agens sich Vernunft entwickelt hat“, heißt es in Horkheimers ‚Kritik der instrumentellen Vernunft’. Die Krise des Glaubens entdeckt sich in der Krise des modernen Menschen, für den der Glauben erschüttert ist, würde Benedikt Ratzinger sagen. So sprechen eben Päpste ihre Dogmen aus.
Ich aber sage euch: mit dem menschlichen Verstand ist es nicht so weit her, das sieht man an den alten Gläubigen, die ihr Gehirn mit Leerformeln füttern und noch mit achtzig nicht geistig über den Horizont von zwanzig hinausgekommen sind.
Ihre Asche wird wohl auch nicht mehr klüger werden.  

Samstag, 6. Juli 2013

Viva Helvetia - hält auch Fahnenschwenker, Frischs und Zieglers aus








Wo die wilden Wasser rauschen und die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH Zürich) steht



Die Sozialwissenschaften transportieren nur Vermutungswissen und Interpretationen der Wirklichkeit. Dabei wird viel Blödsinn produziert. Die Soziologie steht da vielleicht an der Spitze. Gelegentlich fällt aber Interessantes ab. So berichtet Kaube in der FAZ von einem Bielefelder Vortrag des Bonner Soziologen Rudolf Stichweh über kleine Republiken.(3.07.2013 "Unumwerfbare Schweiz") 
Der Titel bezieht sich auf den Ausdruck “bottom-heavy”, den der US-Historiker Jonathan Steinberg auf die Schweiz münzte. Den Vortrag hielt Rudolf Stichweh zur Verabschiedung von Bettina Heintz, die einen Ruf in ihre Schweizer Heimat nach Luzern angenommen hat, obwohl sie noch gar nicht lange in Bielefeld gelehrt hat und erst vor zwei Jahren, auf Vorschlag ihres Schweizer Landsmanns und emeritierten Bielefelder Kollegen Franz-Xaver Kaufmann, Mitglied der NRW-Akademie der Wiss. wurde. 
Schweizer halten halt mehr zusammen als, sagen wir, Deutsche. Ist der Schweizer “Geimeinschaftsglaube” (Max Weber) stärker? Das wird aus vielen Gründen so sein, Stichweh lenkte die Aufmerksamkeit u.a. auf die ungewöhnlich kleine Durchschnittseinwohnerzahl. Die kleine Einwohnerzahl stellt den “bottom”, den schweren Boden dar, denn dadurch wird das Gewicht der Gemeinde größer, es wird weniger von oben, gar von einer Superbürokratie wie Brüssel in das Gemeindeleben hineingedrückt. Die Machtpyramide steht auf der Grundfläche, nicht auf der Spitze wie in Deutschland und Frankreich. Damit dürften eine Reihe von Folgen verbunden sein. Zunächst die Repräsentativregierung aus allen Parteien, die die Gräben zwischen den Parteien nicht zu tief werden läßt. Und eine gewisse Verlangsamung scheint dieser Regierungsform inhärent zu sein. Auch in großen Gemeinden wie Zürich hält sich der Wandel in Grenzen. Seit seiner Jugend habe sich auf der Bahnhofsstraße nicht sehr viel geändert, sagte der emeritierte Zürcher Kaufmann. Darin liegt ein Versicherungs- und Beruhigungspotential für den Bürger angesichts vieler Neuerungen ansonsten. Die Grundschule am Ort unterstützt das. Soviel Luxus muß sein. Sparen kann man an unqualifizierten Einwanderern. Und auch die Steuerlast wird mehr von unten als von oben gesteuert. Ab Montag, so der Steuerzahlerbund heute, dürfen die Deutschen, rein rechnerisch, für ihre private Haushaltskasse arbeiten. Wer alle Steuern und Abgaben berücksichtigt, bekommt jeden Monat rund 60% vom Staat abgezogen. Da sind in der Schweiz die Gemeinden und Kantone vor. Diese Basisrechte bedeuten aber auch im wichtigsten Punkt eine große Hürde für die Zentrale: Polit-Schurken und Ganoven haben es schwerer, die Staatsmaschine zu kapern und für ihre Zwecke einzusetzen. Das ist nicht in Gold aufzuwiegen.  

Freitag, 5. Juli 2013

Schatten pur






Nicht nur Himmler-Freundin Hunke hatte diese Vorliebe - die Nazis insgesamt.


“Marokko: Die Schattenseiten
des Ramadans - Seit die
Islamisten an der Macht sind,
ist der soziale Druck enorm:
Wer nicht fastet, muss mit
verbalen Beleidigungen oder
gar Verhaftung rechnen.” DLF 5.7.13  

Die Schattenseiten des Ramadan? Gibt es denn auch Sonnenseiten? Das ganztägige Fasten - kein Essen, vor allem: kein Trinken im warmen Orient !!! - stellt eine einzige Schikane dar, die erfunden wurde, um die Gemeinde demonstrativ und für jeden fühlbar zu beherrschen. Zahlreiche Verkehrsunfälle stehen im direkten Zusammenhang mit der quälerischen und gesundheitsfeindlichen Fasterei. Durch die Verletzten und Toten stellt sie sich auch als besonders menschenfeindlich dar.  

Donnerstag, 4. Juli 2013

Das wäre vertrauensbildend



Wo sind denn hier die Bilder - das große Papier der englischen Geschichte - die Magna Charta Libertatum von 1215  

(Bild: Wiki.)



Da hört man aus der Ägäis, daß ein Segler niemanden für einfache Bootsarbeiten (Schmirgeln, Streichen) findet. Aus Sevilla und Cadiz kommt die Meldung, daß trotz Suche keine Anzeichen von Krise zu entdecken seien. Werden die Arbeitslosenzahlen gefälscht, wie bei der Aufnahme Griechenlands alle Statistiken gefälscht waren? Den Brüsselkraten,  ihren Verbündeten und Strippenziehern ist das zuzutrauen.  
Ob die National Security Agency da helfen kann? Alle Politiker sollten ständig abgehört werden. Das wäre vertrauensbildend. Denn sie haben zu viel Macht. Aber das scheitert natürlich an Artikel 10 GG. Mächtige Politik ist aber immer eine Gefahr und bedarf der genauen Beobachtung. Wie dies, aus Gründen der Gefahr für Leib und Leben (Art. 2,2 GG), auch für Kriminelle und Attentäter gelten muß. Die Mobilität von Schwerstverbrechern ist sehr hoch, sie operieren und verstecken sich international, so daß eine globale Überwachung nötig ist.
Eine solche Überwachung kann selbstverständlich ihrerseits zur Gefahr werden und sie ist dies in allen Ländern, in denen die Individualrechte nicht gesichert sind - das sind die meisten auf dem Globus. In Rußland, China, Kuba, Ägypten etc. gibt es keine freiheitliche Rechtskultur und werden Menschen verfolgerisch verhaftet. In Europa und Amerika gilt es, die individuell garantierten Rechte zu wahren. Sie sind vor allem über ein ausgeufertes Steuerrecht in Gefahr geraten. Das Bankgeheimnis wurde abgeschafft, die Finanzämter haben Zugriff auf die Konten. Verglichen damit sind alle Facebook- und Google- und Email-Daten nicht einmal Peanuts.
Ich habe mich immer gefragt, warum die englische Geschichte - soweit das für Geschichte überhaut möglich ist - so günstig für England selbst verlaufen ist. Den Grund sehe ich vor allem in den Eigentumsrechten, die die Zentralgewalt in ihren Möglichkeiten begrenzten. Die Wendung “My home is my castle” ist dabei die Grundlage der individuellen Freiheit. Persönliches Eigentum begrenzt die Möglichkeiten des Staates und gewährt den Spielraum, den eine freie Zivilgesellschaft braucht. Daraus erwuchs die Demokratie, nicht etwa umgekehrt. Wer die Steuerlast in immer größere Höhen treibt, entzieht der freien Zivilgesellschaft die Mittel und engt die Möglichkeiten des Einzelnen ein. Es ist dies der einfachste und unauffälligste Weg, eine sanfte Diktatur auf demokratischem Weg zu errichten. Und man muß befürchten, daß diese das Fernziel fast aller im Bundestag vertretenen Parteien darstellt. Eine Demokratie, die dem Individuum nur noch auf Antrag ein Taschengeld auszahlt und ihn ansonsten von der Wiege bis zur Bahre alimentiert. Und über das Geld der Gesellschaft per Politikerkaste verfügt. Das machen sie amliebsten.  

Mittwoch, 3. Juli 2013

Sauber, sauber




Fast wie bei Mondrian plaziert, als Kontrapunkt


Die Kirschen sind reif - irgendwo in der Nachbarschaft. Die Amseln haben die Angewohnheit, mit der Kirsche im Schnabel auf den Dachfirst zu fliegen und die Kirsche dort in Ruhe zu verzehren. Den ohne jeden Rückstand sauber abgefressenen Kern lassen sie dann fallen. Warum sie die Kirsche  nicht auf dem Baum verzehren, ist mir nicht ganz klar. Möglicherweise fürchten sie, daß andere Vögel ihnen an der Fundstelle die Beute abnehmen.

Die Züchtungstechnik der Obstbauern trifft jedenfalls auf das große Wohlwollen der Amseln, Stare und Krähen, denn so groß und fleischig waren die Kirschen vor 500 Jahren nicht.