Dienstag, 8. April 2014
Personenfreizügigkeit
Die Personenfreizügigkeit ist ein hohes Gut. Jedes Individuum muß für sich prüfen, was es mit seiner Lebenszeit beginnen und wo es sie verbringen will. Dem steht nicht automatisch eine Aufnahmepflicht eines Landes gegenüber. Brauchbare Zuwanderer werden willkommener sein als problematische. Allerdings will natürlich kein Land seine tüchtigen Bürger verlieren, insbesondere nicht, wenn hohe Ausbildungskosten angefallen sind. Hier sind die Bürger durch attraktive Angebote im Lande zu halten, wofür besonders die Politik zu sorgen hat. Doch sind Wanderungen in bestimmtem Ausmaß auch vorteilhaft für alle Länder. In Europa wanderten besonders die Handwerker, wenn sie die Lehre beendet hatten. Die Gesellen bekamen kein automatisches Bleiberecht bei ihrem Ausbildungsmeister und in ihrer Ausbildungsgemeinde. Auf diese Weise verbreiteten sich handwerkliche Fertigkeiten im ganzen lateinischen Europa, zum Teil auch bis nach Moskau, wenn insbesondere der Hochadel Handwerker, Baumeister, Maler und Musiker im Westen anwarb. Das betraf teilweise sogar größere Gruppen, die zur Urbarmachung von Landstrichen angeworben wurden. Die Wanderung von Fachkräften gibt es auch heute noch, sie hat sich aber stark auf den Bereich der akademischen Spitzenkräfte verlagert, die meist in die USA gehen. Soweit sie zurückkehren, ist allen gedient, der geweitete Horizont bereichert die Herkunftsländer. Die Deutschen und die Europäer überwiegend sind hier aber in einer mißlichen Situation. Aufgrund ihrer Bevölkerungsabnahme müssen sie verstärkt die Spitzenkräfte zur Rückkehr verlocken. Und sie müssen die massenhafte unqualifizierte Einwanderung integrieren. Bei gleichzeitig fehlender Entschlußkraft, die Anforderungen zu erhöhen und durchzusetzen. Eine schwierige Aufgabe, an der man auch scheitern kann.
Montag, 7. April 2014
Nur Waffen können Frieden schaffen
Kabul 1996
Afghanistan hat erfolgreich gewählt, was die Wahlbeteilung angeht, so heißt es. Das ist erfreulich. Aber in einem Land ohne Freiheitstradition, ohne individuelle Freiheitsrechte, ist das erst ein sehr kleiner Schritt. In die richtige Richtung. Wenn korrupte Politiker diesen Weg nicht für ihre eigenen Zwecke mißbrauchen. Dies ist aber die stärkste Tradition im gesamten Orient.
Sonntag, 6. April 2014
Gabelweihe
Die Gabelweihe (Rotmilan) hat sich neu am Rande der Kölner Bucht angesiedelt und macht dem Mäusebussard Konkurrenz. An dem gegabelten Schwanz ist der Greifvogel gut zu erkennen, daher auch der Name.
Samstag, 5. April 2014
Praktische Talente würdigen, Bildungsmüll entfernen, Disziplin stärken
"In der Schule lernt man unter einer Glocke, die von Natur und Gesellschaft isoliert. Von beidem haben auch die Lehrer fast nichts erfahren, denn sie haben immer in den Isolierstationen Schule und Hochschule gelebt, wie ihre Lehrer und Professoren. Und deren Lehrer und Professoren, die didaktische Inzucht ist viele Generationen alt.
Die Schulen befriedigen nicht Lernbedarf, sondern Unterrichtsbedarf. Diese beiden stimmen nur gelegentlich überein. … die Unbegründetheit schulischen Lernens ist in vielen Fällen offensichtlich."
Wilfried Meyer, Wollt ihr die totale Schule?, 1984, S. 16f., 100 (Meyer war Gesamtschulrektor)
Bei allen pädagogischen Fortschritten, die damit tatsächlich erreicht wurden, sie sind u.a. mit den Namen Heinrich Roth und Klafki verbunden, so bleiben doch Kanon und Grundkonzept sich gleich. Durch kleine Wissenshäppchen aus vielen Fächern – die mögen dem Schüler gefallen oder nicht – soll eine umfassend gebildete Persönlichkeit werden. Nachuntersuchungen haben jedoch ergeben, daß bereits nach einem Jahr nach Beendigung der Schulzeit nur noch wenig Wissen vorhanden ist, das dann innerhalb von fünf Jahren ganz verschwindet, so es nicht beruflich angewendet wird. Jeder kann das bei sich selbst und bei anderen Erwachsenen nachprüfen, Ehemaligentreffen eignen sich dafür gut. Lernen ist eben interessegeleitet, wo das Interesse fehlt, besitzt auch der didaktisch geschickte Lehrer wenig Möglichkeiten. Zumal er einem schülerfremden Lehrplan folgt.
Das Problem ist unlösbar, aber ein großer Strauß von Möglichkeiten bietet sich: Reduzierung der Schulpflicht, größere Wahlmöglichkeiten für die Schüler, Begrenzung der Beamtenmentalität der Lehrer durch ein Angestelltenverhältnis und mehr Schulwettbewerb durch möglichst viele private Schulen. Der stärkere Übergang zu Eingangsprüfungen – die es vielfach bereits gibt - statt der ersessenen Berechtigungsabschlüsse schafft dafür mehr Raum.
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