Sonntag, 26. Juli 2020

Leslie Van Houten 1977 Interview Part 1

Nicht so einfach


Kommunikation geht meist schief. Woran das liegt? 
Immerhin ist das eine dreiseitige Sache, sie besteht aus INFORMATION, MITTEILUNG und VERSTEHEN. Da kann eine Menge schiefgehen. Die Mitteilung ist ein Anregungsvorgang, ob er tatsächlich wirkt, “Erregung prozessiert wird” (Luhmann), liegt am Kommunikationspartner: 
Eugen Roth
Gezeiten der Liebe
Ein Mensch schreibt mitternächtig tief
An die Geliebte einen Brief,
Der schwül und voller Nachtgefühl.
Sie aber kriegt ihn morgenkühl,
Liest gähnend ihn und wirft ihn weg.
Man sieht, der Brief verfehlt den Zweck.

Der Mensch, der nichts mehr von ihr hört,
Ist seinerseits mit Recht empört
Und schreibt am hellen Tag, gekränkt
Und saugrob, was er von ihr denkt.

Die Liebste kriegt den Brief am Abend, Soeben sich entschlossen habend,
Den Menschen dennoch zu erhören
Der Brief muß diesen Vorsatz stören.

Nun schreibt, die Grobheit abzubitten,
Der Mensch noch einen zarten dritten
Und vierten, fünften, sechsten, siebten
Der herzlos schweigenden Geliebten.

Doch bleibt vergeblich alle Schrift,

Wenn man zuerst daneben trifft.

>  Vgl. Luhmann, Soziale Systeme, S. 193ff. 












Freitag, 24. Juli 2020

Freuds "Traumdeutung" erschien 1905



Träume faszinieren naive Menschen, weil sie nicht direkt erklärbar erscheinen und aus ihnen sinnhafte Bezüge konstruierbar sind. Sie ereignen sich fast ausschließlich in der REM-Schlafphase mit den wilden Augenbewegungen; in der anderen Schlafzeit ohne Augenbewegungen wird das Gedächtnis gefüttert. Freud wußte davon noch nichts und phantasierte drauflos, was das Zeug hielt. Alles Unsinn, irreführender Unsinn.
Was der Psychologe Eschenröder für die Fallanalyse des “Wolfsmannes” feststellt, gilt für die gesamte Freud’sche Traumdeutung und für die gesamte Scharlatanerie der Psychoanalyse:
“1. Freud beeinflußt den Patienten massiv im Sinne seiner Theorien. 2. Freuds Interpretationen beruhen in vielen Punkten auf seinen eigenen Konstruktionen und nicht auf Erinnerungen des Patienten. Freud interpretiert also Ereignisse, die er zuvor aus seinen eigenen Interpretationen erschlossen und dem Patienten mitgeteilt hatte. …”  

Christof Eschenröder, Hier irrte Freud, S. 104