Samstag, 9. Februar 2008

Erstklässlern droht das Höllenfeuer

Nachtfrost, mi 10° s Hz.öl 70,80
- " Analysten erklären die Rohöl-Hausse vorerst für beendet
Rezession in den Vereinigten Staaten könnte den Ölpreis spürbar sinken lassen / Rückgang auf weniger als 80 Dollar in den kommenden Monaten ...
cgie. FRANKFURT, 7. Februar. Die Fachleute sind sich weitgehend einig, dass der Preis für Rohöl in den kommenden Monaten nicht mehr nennenswert ..." 8.2.

- Solaranlagen als Pflicht?
Marburg will Hauseigentümern vorschreiben, künftig bei Dachsanierungen auch in die Umwelt zu investieren. 1.2.

- - "Den Erstklässlern droht das Höllenfeuer
Saudi-Arabien stellt überarbeitete Schulbücher ins Internet, nachdem vor einiger Zeit internationale Kritik am tendenziösen Inhalt der Erziehung ... Feindbilder über andere Religionen werden weiter geschürt ... " FAZ 11.12.07
- "Studie über Muslime
Bildung schützt nicht vor Gewaltbereitschaft.
23. Dezember 2007 Es sind ernüchternde Zahlen, die Maria Böhmer (CDU) Mitte dieser Woche in Berlin vorstellte: Die Chancen von Zuwanderern in der Schule und auf dem Arbeitsmarkt seien „dramatisch“ schlecht. 17,5 Prozent der Ausländerkinder verlassen die Schule ohne Abschluss, 40 Prozent haben keine Berufsausbildung, unter den Türken sind es sogar 72 Prozent. ... Fast einhunderttausend gelten als „gewaltaffin“.
Dass Bildung allein jedoch nicht alle Probleme lösen kann, macht ein anderer Bericht deutlich, den - war es Zufall? - just am selben Tag Wolfgang Schäuble (CDU) vorlegte. Der Innenminister präsentierte die Ergebnisse einer Studie, die noch sein Vorgänger Otto Schily (SPD) 2004 bei Wissenschaftlern der Universität Hamburg in Auftrag gegeben hatte. Thema des mehr als 500 Seiten dicken Wälzers: die religiösen und politischen Einstellungen der etwa drei Millionen Muslime in Deutschland. Die Untersuchung zeigt, dass eine zwar kleine, aber nicht zu vernachlässigende Zahl der in Deutschland lebenden Muslime zur Gewalt gegen Andersgläubige bereit ist. Etwa sechs Prozent - also fast einhunderttausend Personen - seien als „gewaltaffin“ einzustufen, immerhin 14 Prozent - deutlich mehr als dreihunderttausend - hätten ein distanziertes Verhältnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und/oder eine hohe Akzeptanz von politisch-religiös motivierter Gewalt." FAZ

Freitag, 8. Februar 2008

Kältester Winter in Grönland seit vielen Jahren

Nachtfrost, mi 6° s
- Was im WDR und bei n-tv nicht vorkommt: "Schwere Vorwürfe gegen die Türkei.
Nach der Brandkatastrophe in Ludwigshafen erhebt die Alevitische Gemeinde in Deutschland schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Ankara. Es sei „respektlos“, aus der Trauerfeier einen „Staatsakt“ zu machen. ... „Respektlos gegenüber den Opfern“: Toprak warf den Vertretern türkischer Organisationen, die sich am Brandort in der Ludwigshafener Innenstadt „vor den Kameras gedrängelt“ hätten, „Respektlosigkeit“ gegenüber den Opfern vor. „Dass es Aleviten waren, wurde unter den Teppich gekehrt.“ Er selbst sei von einem türkischen Journalisten als „Nestbeschmutzer“ beschimpft worden.
Die türkische Regierung versuche nun, aus der Trauerfeier einen „Staatsakt“ zu machen, statt die Wünsche der Angehörigen zu respektieren. Die Aleviten, die sich in ihrem Glaubensverständnis stark von der sunnitischen Mehrheit in der Türkei unterscheiden und deswegen dort oft angefeindet werden, besuchen keine Moscheen. Die Trauerfeier für die neun Opfer soll deshalb entweder im Freien oder im alevitischen Gemeindehaus in Mannheim stattfinden.
Toprak, der sich am Mittwoch bei den überlebenden Angehörigen aufhielt, sprach den deutschen Behörden auch im Namen der betroffenen Familien das Vertrauen aus: „Die Ermittlungen sind sehr schwierig, das braucht seine Zeit. Wir vertrauen der deutschen Polizei.“ Toprak nannte es „befremdlich“, dass die türkische Regierung eigene Ermittler nach Ludwigshafen schicke, um Hinweisen auf einen möglichen fremdenfeindlichen Brandanschlag nachzugehen.
„Die türkischen Experten sollten viel lieber ihre Energie für die Aufklärung der tausenden politischen Morde in der Türkei stecken.“ Zahlreiche kapitale Verbrechen in der Türkei, wie die Brandanschläge auf Aleviten 1993 in Sivas, bei denen 35 Personen, unter ihnen der Schriftsteller Nesin, ermordet wurden, seien bis heute nicht aufgeklärt. „Die Attentäter von Sivas leben unbehelligt in Deutschland, weil die türkischen Behörden sich bis heute weigern, einen Auslieferungsantrag zu stellen“, äußerte Toprak. ..." 7.2. FAZ

- Betreffend den Intelligenzstatus von n-tv: Ein Bericht über Rentenmärkte (Anleihen) wird mit Rentnerbildern versehen.

- Sie leben noch, die Stones, mit den Gesichtszügen von 90jährigen, Jagger und Richards, sie haben eine Menge überlebt, was Hendrix, Joplin, Jim Morrison, Brian Wilson, Jerry Garcia, Brian Poole usf. nicht überlebt haben, und sie sind technisch besser als zuvor. Und für ihr Filmchen von Scorsese kommen sie auf den Eitelkeitslaufsteg zur Berlinale nach Berlin. Na ja.- Köstlich: Wolle und Herr Paul als Keith und Mick. It's only MIAU, but we like it. (Berlinale-Spezial)
- Wohlstandskultur strebt zu Spielformen, die einen vitalen Anschluß haben, einen körperlichen. Da steht die Musik in der ersten Reihe, mit dem Sex.

- Fatal, der Dogmatismus; der Herr Morus hätte statt "Utopia" zu schreiben besser Herrn Keuners "Maßnahmen gegen die Gewalt" gelesen.
- Apropos Brecht: die manichäische Unterscheidung im "Guten Menschen von Sezuan" stammt aus der Küche für ganz simplen Dogmatismus.

- Kältester Winter in Grönland seit vielen Jahren. Die Diskobucht an der grönländischen Westküste ist bei Rekord-Kältegraden komplett zugefroren. Wahnsinnskälte und ein harter Nordwind hatte für eine 50 Zentimeter dicke Eisdecke gesorgt. Über die vergangenen zwei Jahrzehnte hinweg sind die Auswirkungen der Erwärmung aber nicht zu übersehen: Der Gletscher hat sich viel schneller zurückgezogen als früher. http://www.ftd.de/forschung_bildung/forschung/:Gr%F6nlander%20Rekordk%E4lte/304477.html

Donnerstag, 7. Februar 2008

Verbannung, Klimakritische Tagung, 20.2.08, 12:30

Nachtfrost, mi 5° s 6732

- "Gefahr für das Land? Eine kritische Reporterin will, trotz Verbannung, zurück nach Moskau. 6. Februar / / Natalja Morar hat in den vergangenen Wochen viel Zeit mit ihrer Mutter verbracht. Sie war auch auf Reisen und hat den georgischen ..."

- 37° Wassertemperatur, nicht übel: "Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2008, Nr. 32, S. 37: Polare Hitze: Warme Meere, vereiste Antarktis.
Selbst in den wärmsten Abschnitten der Erdgeschichte scheint es auf der Erde große Eismassen gegeben zu haben. Zu diesem Schluss kommt eine Forschergruppe um André Bornemann von der Universität Leipzig nach einer Analyse von Sedimenten, die in mehr als 2300 Meter Wassertiefe vor der Küste Surinams erbohrt wurden. Die etwa 91 Millionen Jahre alten Gesteinsproben stammen aus der Kreidezeit, als die Wassertemperatur im tropischen Atlantik etwa 37 Grad betrug und an den Rändern der Arktis Krokodile lebten. Trotzdem, so ergab die Analyse der Verhältnisse verschiedener Sauerstoffisotope in den Proben, war der antarktische Kontinent damals zu etwa 60 Prozent vereist. Allerdings dauerte die Vergletscherung nur einige Millionen Jahre, wie die Gruppe in der Zeitschrift "Science" schreibt. hra
- Klimakritische Tagung: "Zur Kontroverse um Klimawandel, CO2-Einfluß und Energiepolitik" am 20.Februar ab 12:30 im Stahlzentrum Düsseldorf, Sohnstr. 65,
www.stahl-online.de.
Vortragende: Prof. Emmermann (GeoForschungsZentrum Potsdam): Klimawandel und Energiepolitik; Dr. Ulrich Berner (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover): Klimafakten für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; Dipl.-Ing. Peter Dietze, früher Siemens AG, Erlangen, Reviewer des 3. IPCC-Berichts (Intergovernmental Panel on Climate Change): Argumente der Klimaskeptiker zur Kontroverse um CO2, Klima und Energie; Prof. Dr. Horst Malberg. früher Institut für Meteorologie der FU Berlin: Über den solaren Einfluss auf den Klimawandel in den
letzten 300 Jahren; Dr.-Ing. Birnbaum (McKinsey/BDI-Klima-Studie).
Moderation: Prof. Hinz (Physikalische Chemie, Uni Münster).

- So macht man das:"Bakteriensexualforschung. Der Tabubrecher: Zum Tode von Joshua Lederberg. Mit fünfzehn die ersten Experimente, mit 29 Ordinarius und mit 33 Jahren Medizin-Nobelpreisträger. Das allein schon klingt in einer Welt, die ..." 7.2. FAZ
- Wieder schlug der Klassenfeind erbarmungslos und anonym zu: "FORSCHUNG UND LEHRE Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2008, Nr. 32, S. 37
Ohne Absender: Anonyme Exzellenzinitiative
Unbekannte Spender haben der 1884 von Baptisten gegründeten Temple University in Philadelphia fünf Millionen Dollar, also 3,4 Millionen Euro, zukommen lassen. Die Summe wurde der Hochschule in zwei Schecks auf dem normalen Postweg zugestellt, wie der Vizepräsident der Universität am Dienstag mitteilte. Die betreffenden Briefe waren an eine Verwaltungsangestellte adressiert, die beim Öffnen der Couverts zunächst einen Scheck über eine Million Dollar fand, über die die Universität dem beiliegenden Schreiben zufolge frei verfügen darf. Mit dem zweiten Brief wurden vier Millionen Dollar vergeben - unter der Auflage, dafür ein Stipendienprogramm für Frauen und Minderheiten einzurichten. Das Geld kam von einer Bank in Arizona. Auf Nachfrage erfuhr die Universitätsverwaltung dort, die Spender wünschten unbedingt, anonym zu bleiben. Nur von Zeit zu Zeit Berichte darüber, was mit ihrem Geld gemacht worden sei, hätten sie gerne."

Mittwoch, 6. Februar 2008

Holland: Jugendkriminalität, Rudel-Tiere, Scharia-Islam

mi 6° regn.
- "Jugendkriminalität. Wie zu Rembrandts Zeiten. In den Niederlanden sind die Zeiten der Maximaltoleranz vorbei: Zwölfjährige Kinder sitzen hinter Gittern, sogar Schuleschwänzen kann mit einem Besuch der Polizei geahndet werden. Die Justiz setzt bei der Bekämpfung der Jugendkriminalität auf Härte.
FAZ.NET Feuilleton 06. Februar

- Süßer Eremit, 700 g : "Ein Elefant unter Spitzmäusen. Es trägt einen Namen, der nicht nur Evolutionsbiologen verzückt, und führte die längste Zeit ein Dasein in extremer Abgeschiedenheit: Das Graugesichtige Rüsselhündchen ..." 31.1.

- Wie so ein Hund in fremder Umgebung seinem Gruppenführer folgt ...
- Tradition, Vertrauen und Innovation - das läßt sich nicht ausrechnen.

- " Die unzeitgemäße Macht des Scharia-Islams. Seine Sachwalter, Scharia-Gelehrte, Moscheeprediger und Verbände, glauben sich noch immer im Besitz der einzig gültigen Wahrheit, verdanken sie doch der Autorität der Texte ihre eigene. Wer anders denkt, wird verunglimpft und eingeschüchtert. ... Von Tilman Nagel, Islamwissenschaftler, lehrte bis 2007 an der Georg-August-Universität Göttingen.“ 5.2. FAZ

Dienstag, 5. Februar 2008

Hokuspokus und Hurrikane

mi 5° R 6.765

- Erfolg als negativer Umweltimpuls: Britney Spears in der geschlossenen Psychiatrie.

- "Bestattungen werden immer teurer, ich habe gut vorgesorgt." Werbebotschaft. Prima. Wenn die staatliche Regulierung entfiele, gäbe es auch ein preiswertes Plätzchen im Bücherregal zwischen Epikur und Montaigne.

- Alle 200 m eine Überwachungskamera fände ich ganz angenehm für meine körperliche Sicherheit; das aber ist ein weiterer Schritt zur platonischen Diktatur: "Große Koalition. WDR und WAZ verbünden sich. Der Westdeutsche Rundfunk und der Essener Zeitungskonzern WAZ stehen kurz vor dem Abschluss eines umfangreichen Kooperationsvertrags in den ..." 1.2.

- Der Kern des Erzählens ist der Hokuspokus des Besprechens.

- Zwischen den einzelnen Modulen des Gehirns liegen Welten.

- Nach dem friedlichen Hurrikanjahr 2007: "Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2008, Nr. 26, S. 39

Waghalsige Sturmdeuter
Gibt es mehr Hurrikane?


Über wenig streitet die Klimaforschung mit sich und den Kollegen von der Meteorologie so leidenschaftlich und zugleich so vergeblich wie über die Aussichten an der Hurrikanfront. Jetzt geht der Streit in die nächste Runde.

Ausgangspunkt einer Veröffentlichung in der heutigen Ausgabe der Zeitschrift "Nature" ist eine an sich banale physikalische Erkenntnis: Tropische Wirbelstürme speisen sich aus der Wärmeenergie des Oberflächenwassers und sollten, wenn die Temperatur allein auch nicht hinreichend ist, in einem sich aufheizenden Erdklima an Intensität und womöglich an Zahl zunehmen.

Je wärmer das Meer, desto größer das Wirbelsturmrisiko. Sollte man meinen. Mark Saunders und Adam Lea vom University College in London haben ein darauf aufbauendes statistisches Modell entwickelt, das für die Analysen zusätzlich mit Winddaten aus den Jahren von 1950 und 2005 gefüttert wurde. Ergebnis: "Die deutliche Zunahme der Hurrikanaktivität zwischen 1996 und 2005 über dem tropischen Atlantik ist zu ungefähr vierzig Prozent auf die lokale Erwärmung zurückzuführen." In Klimadaten gepackt: Ein um ein halbes Grad wärmeres Meer bedeute eine Häufung von Hurrikanen um vierzig Prozent.

Genau solche Folgerungen aber waren nach den verfügbaren Mess- und Beobachtungsdaten, die weit über den hier untersuchten Zeitraum hinausgehen, bisher nahezu ausgeschlossen worden. Ebenfalls in der Zeitschrift "Nature" hatten beispielsweise vor kaum einem halben Jahr zwei amerikanische Forscher nach Analysen von hurrikanbedingten Kalkablagerungen im Meeressediment resümiert: Ein Zusammenhang zwischen Meerestemperatur und Hurrikanhäufung sei nicht nachzuweisen. Immer wieder war es in den zurückliegenden fünftausend Jahren zu jeweils Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauernden Hochs und Tiefs gekommen. Wobei der jüngste Anstieg in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts sogar mit der kleinen Eiszeit und folglich mit besonders tiefen Wassertemperaturen zusammenfiel. Nicht mit der Wassertemperatur, sondern mit den Variationen von El-Niño-Anomalien und westafrikanischem Monsun fanden sie einen Zusammenhang.

Eine andere Antwort auf die Frage, warum eine enge Kopplung der Wirbelstürme mit den Meerestemperaturen offenbar nicht zwingend ist, liegt in dem Phänomen, über das Chunzai Wang und Sang-Ki Lee von der amerikanischen nationalen Forschungsbehörde Noaa jüngst in den "Geophysical Research Letters" berichteten: Berücksichtigt man die Scherwinde über der Meeresoberfläche, die die Hurrikanentstehung stören können, ließe sich die Tendenz bei den gut dokumentierten Wirbelstürmen, die seit 1854 das Festland erreichten, leicht nachvollziehen: Die Zunahme an Scherwinden neutralisierte in ihren Augen die Zunahme an Wärmeenergie im Meer. Ihr Resümee: Mit der Klimaerwärmung werde es womöglich etwas weniger Wirbelstürme geben. So dreht sich der Wind in der Klimatologie, mal so und mal so.

JOACHIM MÜLLER-JUNG"