Samstag, 4. Juli 2009

Machtkonkurrenz zwischen verschiedenen Fraktionen der Mullah-Diktatur



Automontage in China

- Chinas BAIC hätte gerne die Technikkompetenz Opels und bietet mehr.

- KGB oder KOMSOMOL? Machtkonkurrenz zwischen verschiedenen Fraktionen der Mullah-Diktatur: " Mussawi. Der islamische Revolutionär. Von Wolfgang Günter Lerch
Ein "Liberaler" im europäischen Sinne war auch er nie: Mir Hussein Mussawi
FAZ 14. Juni 2009 Man sah ihm den Zorn an, mit dem er das für ihn enttäuschende Wahlergebnis kommentierte: Mir Hussein Mussawi hatte, wie seine Anhänger, fest damit gerechnet, dass es gelingen werde, den im Ausland, aber auch bei vielen Iranern unbeliebten Mahmud Ahmadineschad bei der Präsidentenwahl zu schlagen. Vor allem der Westen hatte sich angesichts eines als lebhaft beschriebenen Wahlkampfes und nach der Rede des amerikanischen Präsidenten Obama an die Muslime der Illusion hingegeben, wenn Mussawi gesiegt habe, breche auch in Iran eine neue Ära an, zunächst im Verbal-Atmosphärischen, dann vielleicht auch in der Politik. Das erinnerte ein wenig an die Stimmung des Jahres 1997, als Chatami gewählt worden war und ebenfalls große Hoffnungen geweckt hatte.
Mussawi, der im Wahlkampf spektakulär Hand in Hand mit seiner Frau auftrat, versprach - trotz seiner vielen positiven Ankündigungen - in Wirklichkeit nur, das kleinere Übel zu sein - mehr nicht. Ein „Liberaler“, wie man das in Europa versteht, war er nie und ist er nicht. Er gehört vielmehr ebenfalls zu den islamischen Revolutionären der ersten Stunde und ist selbstverständlich dem vom Gründer der Islamischen Republik, Ajatollah Chomeini, ausgearbeiteten Prinzip des Welajat-e faghih verpflichtet, der Herrschaft des Obersten Religionsgelehrten. Das ist Ajatollah Chamenei. Dieser Revolutionsführer, dazu der Wächterrat, der Expertenrat und die Revolutionsgardisten (Pasdaran) tragen das Regime und hätten auch Mussawi, wenn er gewonnen hätte, alsbald in seine Schranken verwiesen. ..." 15.6. FAZ

- " Vom Aussterben der orientalischen Christen
Wo Jesus lebte, wird es bald nur noch Pilger geben / Von Rainer Hermann
Syrien bildet die Ausnahme in einer Welt, die für die Christen mehr und mehr zu einer Bedrohung wird. / / ABU DHABI, im Mai / / Die Reise Papst Benedikts ..." 22.5. FAZ

- Walser, Wellershoff und der gräßliche Fatalismus der Geschichte: "Leserbrief FAZ : Sich selbst von der Liste gestrichen.
Im F.A.Z.-Feuilleton vom 10. Juni findet sich im Beitrag "Dieter Wellershoff: NSDAP-Mitgliedskarte entdeckt" der Satz: "Nach dem Stand der historischen Forschung gibt es bislang keinen Beweis für Kollektivaufnahmen in die NSDAP ohne Zustimmung der Beteiligten." Ist die historische Forschung der Neuzeit wirklich so ahnungslos, gab oder gibt es keine Zeitzeugen aus jener Zeit?
Im Herbst 1943 war ich stellvertretender Gefolgschaftsführer der HJ im Bann 324 Fürth in Bayern. Ich hatte unter anderem die Aufgabe, eine Liste der Personen des Jahrgangs zu erfassen, der für die Übernahme in die Partei fällig war, bevor dieser den Wehrdienst antrat. In dieser Zeit waren für uns der automatische Eintritt in das Jungvolk, dann der Übertritt in die Hitlerjugend und schließlich der Eintritt in die Partei selbstverständlich. Dieser Vorgang ist mir deshalb unvergesslich, weil ich nach dem Krieg und nach meiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft in die amerikanische Besatzungszone meinem ehemaligen Gefolgschafts- und Stammführer (in Personalunion) auf der Straße in der Innenstadt Fürths begegnet bin. Auf meine Frage, wieso er sich in der Zeit des amerikanischen "automatic arrest" so frei zu bewegen getraue, bekam ich zur Antwort, ihm könne nichts passieren, er sei ja nicht in der Partei gewesen.
Meinen Hinweis auf die Liste seines Jahrgangs entgegnete er mir, dass er ja die Liste aller Gefolgschaften seines Stammes zusammenzustellen hatte und sein Vater - der Generaldirektor der Deutschen Tafelglas AG und Wehrwirtschaftsführer - habe ihm empfohlen, sich selbst von der Liste zu streichen, da der Krieg verloren sei. Wort- und grußlos habe ich ihn damals stehen lassen. Sein Trick half ihm nicht viel, wenige Tage später wurde er von Polen erschossen, als er auf dem Familiensitz in Miesbach seiner Mutter beistehen wollte, als "displaced persons" sie bedrohten. " Professor Dr. Heinz Sucker, Basel

Freitag, 3. Juli 2009

Immer mehr junge Engländer ohne Arbeit und Ausbildung. Kinderkrippe, Largo: Zeit, Bindung und Bildung

Schwüler Hochsommer bis 29°C!

- "Immer mehr junge Engländer ohne Arbeit und Ausbildung.
Anteil unter einheimischen Weißen höher als bei ethnischen Minderheiten / Frauen stärker als Männer betroffen
Lt. LONDON, 30. Juni. In England wird die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die weder arbeiten noch in Lehre oder Schulausbildung ... Die Studie gibt an, die Zahlen zeigten ' die zentrale Bedeutung der Familie' und die Wichtigkeit 'früher, positiver Erfahrungen in der Erziehung ...' " FAZ 1.7.

- - "Die Schere öffnet sich schon in der Kinderkrippe
Zum Leitartikel "Auf dem Zahnfleisch" von Stefan Dietrich (F.A.Z. vom 23. Juni): Acht Uhr in einer kommunalen Krippe in Mittelhessen - Erzieherinnen hetzen vorbei, Kinder schreien, mürrische Eltern in Arbeitskleidung galoppieren die Treppen hoch und runter. Im Büro wartet eine Mutter, die einen Krippenplatz sucht. Die Leiterin kommt verspätet ins Büro gerannt. Sorry, eine Erzieherin ist schwanger, eine andere krank, der Zivi zur Schulung. Die größeren Kinder wurden in fremde Gruppenräume aufgeteilt, eine "Springerin" gibt es hier schon lange nicht mehr, eine Sekretärin auch nicht. So etwas nennt man eine "dünne Personaldecke". Die Erzieherinnen wirken schon zu dieser Uhrzeit gestresst und unzufrieden, die Kinder überdreht.
Im pädagogischen Konzept des Kindergartens steht für die Morgenstunden etwas von "Ankommen" und "sich selbst in der Gruppe erleben". In einem Baby-Gruppenraum steht die einzige anwesende Erzieherin am Wickeltisch, ein Baby rollt brüllend auf seiner Spieldecke hin und her. In der "Kuschelecke" weint ein etwa anderthalbjähriges Mädchen zusammengekauert und murmelt immer wieder, dass es pullern muss. Die im Büro wartende Mutter wendet sich mit Grausen ab. Sie wird sich nun doch bei der Elterninitiative engagieren, wo die Eltern am Wochenende selbst putzen und handwerkern, um den Betreuungsschlüssel aufzubessern. Besonders beliebte Erzieherinnen haben sich hier beworben, weil sie sich trotz höherer Arbeitsbelastung zufriedener und anerkannter fühlen. In der kommunalen Krippe bleiben dann die Kinder zurück, die schon zu Hause erleben, dass die Organisation des Lebens für ihre Eltern schwierig ist. Das nennt man dann die "soziale Schere" - sie öffnet sich tatsächlich schon in der Kinderkrippe.
Julia Upmeier, Ilmenau, LB FAZ 2.7

- - Die 'Ungleichheitsforscherin': Dr. Claudia Schuchart, Jahrgang 1974 , Universität Wuppertal,
Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung
„Der beste Beweis für Geist und Wissen ist Klarheit.“
Petrarca.
Claudia Schuchart ist wissenschaftliche Assistentin am Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung an der Universität Wuppertal. Sie studierte Erziehungswissenschaft, Soziologie, Psychologie und Romanistik an den Universitäten Erfurt, Jena und Reading (Stipendiatin des Cusanuswerkes).
Ihre zentrale Forschungstätigkeit liegt im Bereich der Ungleichheitsforschung. Insbesondere befasst sie sich mit Fragen der sozialen und migrationsspezifischen Bildungsbeteiligung und Bildungsmotivation unter institutionellen Bedingungen. In ihrer Promotion leistet sie amBeispiel der Orientierungsstufe einen wichtigen Beitrag zur Frage der Bedeutung von schulstrukturellen Innovationen für den Ausgleich von sozialen Ungleichheiten in der Bildungsbeteiligung. Daran anschließend beschäftigte sie sich mit herkunftsspezifischen Entscheidungsprozessen zum Erwerb von Schulabschlüssen im Rahmen von strukturellen Veränderungen des deutschen Schulsystems.
2007 wurde ihr von der DFG das Forschungsprojekt „Aufwärtsmobilität von Hauptschülern unter der Bedingung einer strukturellen Öffnung in der Sekundarstufe I“ bewilligt.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Frage der institutionellen und kontextuellen Bedingungen von Bildungsmotivation und Schulbesuch in Drittweltländern.
Im Rahmen mehrerer Forschungsaufenthalte in Brasilien verfolgt sie dieses Interesse anhand von qualitativen Einzelfallstudien sowie Sekundäranalysen von leistungsbezogenen Large-Scale-Erhebungen."

- - "Erziehung, Erziehung!
Gordon Brown will die Schulen umkrempeln ...Die Regierung strebt in direktem Widerspruch zu den Blair-Reformen eine weniger zentralisierte Schulpolitik an. Auch der Verzicht auf Zielvorgaben für Rechnen und Schreiben stellt einen Bruch dar. Obwohl Balls versichert, dass die Ausgaben seines Ministeriums trotz Wirtschaftskrise steigen werden, hat er sein Weißpapier nicht mit Zahlen belegt. Das Kernübel der pädagogischen Mängel, die aus der Ablehnung des Ausleseprinzips und der Verdummung des Lehrplanes erfolgen, wird nicht in Angriff genommen. Kein Wunder, dass Britannien in den Labour-Jahren immer wieder zurückgefallen ist in den internationalen Ranglisten. GINA THOMAS F.A.Z., 02.07.2009


- - Zeit, Bindung und Bildung: "... Hier haben wir die wohl wichtigste Ursache der Erziehungskrise: Eine beziehungsorientierte Erziehung ist zeitlich aufwendiger als eine autoritäre, doch genau an der Zeit mangelt es den meisten Eltern und Lehrern. Mehr als achtzig Prozent der Mütter und Väter in Deutschland sind gemäß dem Bundesministerium für Familie insgesamt weniger als eine Stunde pro Tag mit Kindern im Schulalter zusammen. Die Zeit, welche Eltern mit ihren Kindern täglich im direkten Kontakt verbringen, liegt im Minutenbereich. In der Schweiz beschränken sich die gemeinsamen Aktivitäten des Vaters mit dem Kind auf zwanzig Minuten pro Tag. Mit der gleichzeitigen Anwesenheit unter demselben Dach ist es nicht getan.
Man kann nicht alleine erziehen
Es geht um die Verfügbarkeit der Eltern, also darum, mit den Kindern zu reden, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, gemeinsam etwas mit ihnen zu erleben, sei das zu Hause, im Wald oder beim Baden. Wenn die Kinder erzieherisch aus dem Ruder laufen, dann sollten die Eltern nicht in erster Linie die Disziplin verschärfen, sondern sich mehr Zeit für ihre Kinder nehmen. Aber nicht mehr Zeit zur Kontrolle der Hausaufgaben, sondern für Aktivitäten, die dem Kind Freude machen und seine Beziehung zu den Eltern stärken. Jede gemeinsam verbrachte Minute ist Gold wert und erspart nervenaufreibende Auseinandersetzungen und Strafaktionen. Etwas vom Kostbarsten, das Eltern und Lehrer den Kindern geben können, ist ihre Zeit.
Doch allein können die wenigsten Eltern ihre Kinder erziehen. Das haben sie auch früher nicht geschafft. Zu keiner Zeit und in keiner Kultur lag die erzieherische Verantwortung ausschließlich bei den Eltern, gar nur bei der Mutter. Die erweiterte Gemeinschaft, in der die Kinder leben, aber auch die Gesellschaft muss sich vermehrt für die Kinder einsetzen, indem sie die Eltern bereits im Vorschulalter und während der ganzen Schulzeit mit Angeboten wie Krippen und Tagesschulen unterstützt. Wenn wir es schaffen, die sozialen und emotionalen Bedürfnisse der Kinder in Familie und Schule ausreichend zu befriedigen, werden sie nicht zu kuschenden Bürgern, sondern zu selbstbestimmten und beziehungsfähigen Menschen heranwachsen." Kinder als Tyrannen. Eine liebevolle Erziehung kostet mehr Zeit. Von Remo H. Largo.
Largo ist Professor für Kinderheilkunde und Autor des Buches „Schülerjahre. Wie Kinder besser lernen“.
FAZ 1.7.09

Donnerstag, 2. Juli 2009

Rating-Agenturen, Shalchi, EZB, NEETS


Shalchi

- Junges Kolleg: "PD Dr. rer. nat. Andreas Shalchi
Jahrgang 1976
Ruhr-Universität Bochum,
Fakultät für Physik und Astronomie,
Theoretische Weltraum- und Astrophysik, NB 7/30
Ruhr-Universität Bochum
Andreas Shalchi ist Leiter einer Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität Bochum. Er studierte Physik in Ulm und Siegen und promovierte in Bochum über den Transport kosmischer Strahlung im Sonnensystem. Diese Arbeit wurde 2004 mit dem Ruth Massenberg Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet.

Anschließend arbeitete er als Post Doctoral Fellow am Bartol Research Institute der University of Delaware (USA) und beschäftigte sich dort mit der Messung der Anisotropie kosmischer Strahlung mit einem Neutronenmonitor-Netzwerk.

2004 kehrte er als wissenschaftlicher Assistent nach Bochum zurück und wurde 2006 in das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungs-gemeinschaft aufgenommen.
Sein Forschungsschwerpunkt ist der Transport und die Beschleunigung kosmischer Strahlung in astrophysikalischen Plasmen wie dem Sonnenwind. Des Weiteren ist er seit März 2006 Mitglied der H.E.S.S.-Kollaboration, die sich mit der Messung hochenergetischer Gammastrahlung beschäftigt. Das H.E.S.S.-Experiment, das sich in der Khomas-Hochebene in Namibia befindet, wurde 2006 mit dem Descartes Preis der Europäischen Kommission ausgezeichnet.

- Warm war's vor 6 Mio. Jahren in Europa: "Uralte Kamelspuren haben spanische Wissenschaftler in Europa entdeckt. Wie der Leiter des Forscherteams, Félix Pérez Lorente von der Universität ..." FAZ 30.6. // So warm ist's heute nicht, aber das aktuelle Hochsommerwetter dauert an: 20-29°C . 6. Zecke .


- Unverändertes Rekordtief
EZB belässt Leitzins bei 1,0 Prozent


- Die Bewertungsagentur S&P bewertet Argentinien mit B- ! Die regierende Politgaunerfamilie Kirchner hat vor zehn Jahren die Gläubiger auf 20% gesetzt und quasi enteignet. Da fragt man sich, wieso S&P nicht den Müllstatus C- verleiht. Arbeiten b


- - " Rating-Agenturen: Bundesbank reitet Attacke.
01. Juli 2009 Die Bundesbank hat auf einer Tagung zur Bankenaufsicht die Ratingagenturen attackiert. Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler sagte vor einigen hundert Bankmanagern, die Ratingagenturen hätten vor allem strukturierte Wertpapiere „dramatisch herabgestuft“, obgleich die tatsächlichen Ausfälle relativ gering seien. Von dieser „Achterbahnfahrt“ gingen prozyklische Effekte aus.
Die Bundesbank dringt auf einen geringeren Einfluss der Ratings auf die Kapitalanforderungen der Banken. Im Baseler Ausschuss, in dem neue Aufsichtsregeln entwickelt werden, habe die Bundesbank angeregt, dass für Verbriefungen und andere strukturierte Finanzprodukte Agenturen wie Fitch, Moody's oder Standard&Poor's keine bevorzugte Stellung mehr zugesprochen wird, berichtete Erich Loeper, Zentralbereichsleiter Banken und Finanzaufsicht. Bisher müssen Banken bei der Ermittlung der Risikogewichtung externe Ratings verwenden, auch wenn sie die Wertpapiere mit eigenen Verfahren selbst bewerten.

Übergangsweise Standardrisikogewichtung?

Es habe eine Welle von Herabstufungen gegeben, weil viele Verbriefungen gar nicht verlässlich bewertet werden könnten. „Wenn das so ist, warum sollte ich den Ratings der Agenturen weiter vertrauen?“, fragt Loeper. Er schlägt vor, dass bei der Ermittlung des Kapitalbedarfs übergangsweise eine Standardrisikogewichtung für Verbriefungen verwendet wird. Herabstufungen hätten dann keinen unmittelbaren Einfluss mehr auf den Kapitalbedarf der Banken.
Eine andere Schwierigkeit resultiere daraus, dass nach den derzeitigen Regeln bei niedrigen Ratings eine weitere Verschlechterung zu einem sprunghaften Anstieg des Kapitalbedarfs führe. Falle die Note für eine Verbriefung um einen Schritt von „BB-“ auf „B+“, vervierfache sich der Kapitalbedarf. Diese Regel sei eingeführt worden, um zu riskante Anlagen der Banken zu verhindern. Aber viele Verbriefungen seien vor der Krise als erstklassige Titel gekauft worden und seien erst durch die Finanzkrise zu Risikopapieren geworden. Deshalb sollten die Regeln entschärft werden, forderte Loeper." 1.7. FAZ

- - Arbeiten bei den Ratingagenturen NEETS (No employment, no education, no training)? Kann nicht sein. Aber die NEETS nehmen zu in GB, eine Mio. werden erwartet, besonders stark bei den jungen englischen Eingeborenen, weniger bei den ethnischen Minderheiten. Das erstaunt. Könnte das am erodierenden Familienmodell liegen (Mama und Papa arbeiten und sehen abends fern)? Bei den Ratingagenturen dürften eher die OWUEMB arbeiten, die Overworked Undereducated Modelbelievers.

- - "Immer mehr junge Engländer ohne Arbeit und Ausbildung.
Anteil unter einheimischen Weißen höher als bei ethnischen Minderheiten / Frauen stärker als Männer betroffen
Lt. LONDON, 30. Juni. In England wird die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die weder arbeiten noch in Lehre oder Schulausbildung ..." FAZ 1.7.

- - Das erinnert an den Buchtitel " Marktwirtschaft ist nicht genug
Neue Literatur von und über Wilhelm Röpke " (ed. Jörg Hennecke). Die Marktwirtschaft funktioniert auf einem kulturellen Fundament, das brüchig werden kann. Das wahrscheinlich schon recht strapaziert ist, wenn die Abschiebung der Kleinstkinder in die Obhut von Staatsangestellten mit aggressiver Streikbereitschaft als gesellschaftspolitisches Programm verkündet wird. Wenn sich die Bildungsorientierung auf die Schwachen, Untüchtigen und Faulen einstellt. Wenn in den Nachrichten Dämlichkeiten wie der Fußbalbundesligafahrplan ausgebreitet und in historischen Rückblicksendungen Tennisspieler als porträtwürdig erachtet werden.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Faust: Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben ... Finanzkrise.



-" Die Lösung als Teil des Problems.
Die Hayek-Gesellschaft diskutiert das richtige Maß der Regulierung nach der Finanzkrise.
wmu. JENA, 29. Juni. Wo waren all die klugen Ökonomen in der Finanzkrise? Die von der früheren lettischen Staatspräsidentin Vaira Vike-Freiberga ..." FAZ //
Viele Faktoren der Finanzkrise wurden bereits benannt, auf Parallelen hingewiesen (vgl. auch " Die vergessene Finanzkrise des Jahres 1763
Banken in Hamburg und Amsterdam verspekulierten sich im Boom während des Siebenjährigen Krieges mit Anlagen in Preußen. Mehr als 100 Geldhäuser ..." FAZ 27.6.09). Es sei noch das Multitasking erwähnt und die Überforderung durch eine globale Informationflut und eine Überforderung durch Komplexität. Wenn der Finanzmarktangestellte ins Büro kommt, prüft und liest er seine Mails, beobachtet die für ihn relevanten Monitore, tauscht sich mit den Kollegen aus, ruft die für ihn relevanten Netzseiten auf - für Entscheidungen hat er nicht viel Zeit - gleich kommt die Mittagspause - da wird er nicht darüber nachdenken, gar nachfragen, wie die Bewertungsagenturen zu ihren Bewertungen gekommen sind, genau so wenig, wie er die Konstruktion bestimmter Formeln, die er benützt, auf ihre Konstruktionsbedingungen überprüfen kann. Er folgt den täglichen Routinen, selten hat er die Zeit (wie oft hat er nach gefülltem Tag Lust?), sich Metabetrachtungen hinzugeben und Nachforschungen zu betreiben.
Hier hätte Christoph Sprich den Erkenntnistheoretiker Hayek weiterdenken können hin zu Luhmanns Theorie Sozialer Systeme. Nicht nur ist die Rationalität des Einzelnen vielfältig beschränkt und feldweise defekt, seine Erfahrungen sind Interpretationen, in diesem Sinne Konstruktionen, und sie sind selbstreferentiell: Jede Institution, jede Abteilung ist ein kleines System für sich, das im kommunikativen Austausch mit anderen steht und diese Kommunikationen können jederzeit defekt sein.

-

Das alles liegt im Boden still begraben,
Der Boden ist des Kaisers, der soll's haben. (Faust II, V. 4937f.)

Es handelt sich offenbar um ein Schürfrecht, auf das Optionsscheine begeben werden - wobei der Staat (Kaiser) eine Euphorie auslöst, die aller Grabungsarbeit vorauseilt und die in der Realität nicht durch Arbeit eingelöst wird.
Faust hingegen bei seinem Eindeichungsprojekt gewinnt Land, "nicht sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen" (V. 11564) . Hier wird zuerst Arbeit geleistet, bevor dann ein landwirtschaftlicher Nutzen erzielt werden kann. Faust gibt keine Derivate aus. Wer bei diesem Immobilienprojekt Arbeit investiert, bekommt ein Grundstücksanrecht. Mephisto erscheint hier als Verführer zur leichtsinnigen Spekulation, während Fausts Trachten im Kontrast bodenständig genannt werden kann. Daher seine nicht-alchemistische Vision:
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.

(Faust II, V. 11563ff.)

Für Binswangers Altherrengemurmel hätte Goethe wohl nicht viel gegeben.
Kommentar zu: " Josef Ackermann und Hans Christoph Binswanger.
„Es fehlt das Geld. Nun gut, so schaff es denn!“
In Goethes „Faust“ gibt diese Aufforderung des Kaisers den Anstoß, Papiergeld zu schaffen. Der Chef der Deutschen Bank und sein Doktorvater Hans Christoph Binswanger loten im F.A.Z.-Gespräch aus, was uns der „Faust“ in der Krise zu sagen hat. ..." 30.6.

- Konsum steigt im Mai um 0,5%; Gerry Weber steigert Umsatz u. G; Strombörse verlagert teilweise nach Luxemburg wg. Mst.; BASF arbeitet in Ludwigshafen praktisch normal.

Dienstag, 30. Juni 2009

Theoretische Soziologie



Paul Camenisch: «L'après-midi bourgeois» : Leider gibt es das Bild nicht im Netz, es ist ein schönes Hochsommerbild, passend für die 21-26°C draußen; dafür ein Apfelbäumchen mit Hornklee

- Deutschland kann «Lissabon» vorerst nicht ratifizieren. Bundesverfassungsgericht billigt EU-Reform-Vertrag nur mit Auflagen. Deutschland darf dem EU-Reform-Vertrag von Lissabon vorerst nicht zustimmen. Das hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden. Demnach ist das Vertragswerk zwar mit dem Grundgesetz vereinbar, vor der Ratifizierung müssten aber die deutschen Mitwirkungsrechte gestärkt werden. ...weiter lesen «Deutschland kann «Lissabon» vorerst nicht ratifizieren»" NZZ 30. Juni 2009

- Autogenes Training: Der Psychiater Johannes Heinrich Schultz (geb. 20. Juni 1884) hat es mehr oder weniger erfunden. Zu loben, lernenswert.

- In der Tat: "Deutsche Energieagentur
„Wir brauchen keinen Strom aus der Sahara“
Unternehmen um die Münchener Rück wollen Sonnenstrom in Afrika erzeugen und importieren. Die von der Bundesregierung getragene Deutsche Energieagentur stuft das als Geldverschwendung ein: Ein F.A.Z.-Interview mit Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler." FAZ 20.6.09

- Theoretische Soziologie: "i have a question about the use of monetary medium to give for
charity or as campaign donation. Which function system its under? Are
campaign donations a political communication or economical
communication? Where is the place for 'intention' on this cases?"
Fragen, Luhmanns Systemtheorie betreffend. Man mag sie ja stellen, und vieles ist bei Luhmann interessant, klärend und anregend. Das gilt für Dahrendorf, der gerade in Köln starb, weit weniger, obwohl er als kommentierender Zeitgenosse ebenfalls hörenswert war. Bei der Gerda-Henkel-Stiftung hielt er im Februar dieses Jahres die Lobrede auf Richard Sennett. Bei Typen wie Sennett gleitet die Theoretische Soziologie ab in beliebige Schwafelei, mit der sich Sennett auch bei Dahrendorf und der Stiftung bedankte (vgl. das Schwafelbuch "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens"). Dirk Baecker fällt mir da noch ein. Der Theoretischen Soziologie sollte man nicht zuviel Zeit einräumen.

- Eine der Quellen der europäischen Demokratie:
"So bringt es die Unvollkommenheit der Menschen mit sich, dass es sicherer und erträglicher ist, wenn mehrere das Steuerruder halten, so dass sie sich gegenseitig beistehen, belehren und ermahnen, und wenn sich einer über Gebühr erheben sollte, mehrere Aufseher und Meister da sind, um seine Willkür im Zaume zu halten." (Calvin, Institutio IV, 20,8)

- Dünner Firnis der Zivilisation: "Der grosse Schrecken aller Frauen und Kinder.
Einer jungen Frau und einem Kind auf der Strasse aufgelauert.
Ein gutsituierter Schweizer Geschäftsmann hat in Zürich mitten in der Nacht eine junge Frau in seinen Lieferwagen gezerrt, gefesselt und vergewaltigt. Jahre später wollte er in einem anderen Kanton am hellichten Tag ein siebenjähriges Mädchen in sein Cabriolet locken. Das Bezirksgericht verurteilte ihn am Freitag zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Aus dem Bezirksgericht Zürich. ..." NZZ 27.6.

- Nistkästen gesäubert für die zweite Runde: Zwei mit Meisennest, ein Kasten diente nur als Schlafplatz (mit reichlich Kot auf dem Boden).