Freitag, 25. Februar 2011

Eigentümlich frei









Zwischen Andromeda und Mandelkern

Eigentümlich frei
reisen die Galaxien durch den Raum
weht der Wind über die Erde
spülen die Wellen den Sand
wechseln Zeit und Gestalt

Nichts aber bleibt für sich
verbunden und verkettet
alles
Schwerkraft und DNS
lassen nichts los
von diesen Banden geht nichts

Eigentümlich frei
denkt sich der Geist
in Bildern und Begriffen
dünkt sich ein Meister gar
wenn die Beta-Welle fließt
zwischen Stirnlappen und Mandelkern
blitzt Bläue auf im Meer der Ventrikel

Wolf Doleys



Anmerkung
Der “Mandelkern” ist die zentrale Schaltstelle im Gefühlshirn, im vorderen Stirnhirn sind kognitive Leistungen lokalisiert, bei der Beta-Welle handelt es sich um die Erregungsschwingung im Gehirn, und die Ventrikel sind die innerhirnlichen Flüssigkeitskammern.

Donnerstag, 24. Februar 2011

2,4-Tonner und 400 g Papier





Das war nicht in Hannover zur Fastenzeit




- Wenn ein 2,4-Tonnen-Auto in die Seite eines Polo oder Golf fährt - das kann tödlich sein für die Kleinautoinsassen. Mit ihrem 2 1/2- Tonnen-Dienstwagen fuhr die leitende Kirchenfunktionärin Kässmann voriges Jahr volltrunken in der Fastenzeit bei roter Ampel über eine Straßenkreuzung - ihr Rücktritt bei der Schwere dieses Delikts war selbstverständlich.

Der mutmaßliche Lügenbaron Guttenberg hat nur Papier unehrenhaft beschriftet, auf 70% der Seiten soll es laut Kaube/FAZ nicht kenntlich gemachte Zitate geben, schon die Einleitung beginnt mit einem unausgewiesenen langen Zitat - mit Titelentzug und Blamage ist er bestraft - trotzdem wäre ein Rücktritt vom Ministerposten eine Ehrensache, aus Gründen öffentlicher Hygiene. Nachtrag 25.2.: Heike Schmoll schreibt, Guttenbergs Brief an die Uni Bayreuth ("Titel-Zurückgabe") sei mit dem Ministeriumsbriefkopf versehen - das wäre eine dreiste Vermischung von Privatem mit Dienstlichem! Dieser Mann ist kein Edelmann!
Die Arbeit insgesamt, so Reinhard Müller in der FAZ heute, sei so schlecht nicht.
Wenn das schwere Kässmann-Delikt mit dem Papier-Trug auf eine Stufe gestellt wird, wie dies verschiedentlich getan wird, dann erfolgt das aus mangelndem Differenzierungsvermögen oder in betrügerischer Absicht.



- www.klassik.com/ - überraschend und beglückend, was das Netzt alles bietet. Unternehmer und Marktwirtschaft machen es möglich (vulgo Kapitalismus).

Ich habe gestern fast den ganzen alten Computerramsch zur Abholung auf die Straße gestellt, vom uralten LC mit gepanzerter 40MB-Festplatte bis zum 9500 PowerPC von 2000 (ca.). Apple hat enorme Preise genommen, wenn man die Preis-Leistungs-Verhältnisse 1990 / 2010 betrachtet, und mußte trotzdem zwischendurch von Microsoft gerettet werden.
Aber es hat sich für alle gelohnt.
Übrigens fand der alte Kram ganz schnell irgendeinen Liebhaber, nach einer Stunde war alles weg.
Mit Nixdorf und Siemens gab es auch einmal deutsche Computerbauer.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Die Schafe waren es!





Bei dieser Kälte verdoppelt der Runzelblättrige Schneeball die Zahl seiner Runzeln





Minus 6°C nachts, tags ansteigend bis auf 1°C - der Winter weicht nicht. Die Heizkosten steigen. Hat nicht der britische Wetterdienst auch diesmal einen milden Winter vorhergesagt? Zum dritten Mal hintereinander, zum dritten Mal falsch. Was mag der Grund für diese Abkühlung sein?
Das Archiv gibt einen Hinweis:
In Australien gibt es Schafe, viele Schafe, Millionen von Schafen. Die atmen nicht nur Kohlendioxid aus, nein, noch schlimmer, sie rülpsen. Sie rülpsen Methan! Treibhausgas!
Weswegen sie Wissenschaftler gegen Methanbakterien geimpft haben, was die Treibhausrülpser in ihrer Wirkung um 8 % minderte! (“Forscher impfen Schafe gegen Methangasrülpser”, FAZ 22.6.04)
Das also steckt hinter den kalten Wintern (und Sommern!) in Folge.
Wer, bitte, legt diesen Veterinären das Handwerk?

Soweit mein Beitrag zum diesjährigen Karneval.

- EU-Kommission: Der Karnevals- äh, der Klimaschutz soll jährlich 270 Mrd. Euro kosten (FAZ 17.2.11)

Dienstag, 22. Februar 2011

Unscharf







Wer sind denn diese unscharfen Herren?
Einer heißt mit Vornamen Ax... , das kann man der Projektion entnehmen, und es geht um eine Schuldenkrise.
Ja, natürlich, Noch-Bundesbank-Präsident Axel Weber war da, in Düsseldorf, vor der Akademie der Wissenschaften sprach er gestern zur "Schuldenkrise im €-Raum: Erkenntnisse und Schlußfolgerungen".

Lieferte er denn ein scharfes Bild?

Zunächst bekannte er sich zum Euro, ohne den die Finanzkrise nur viel schwieriger zu bewältigen gewesen wäre. Und mit dem Deutschland vorteilhaft gefahren sei. Aber er erinnerte auch an Schröders Forderung, eine flexiblere Haltung zum Stabilitätspakt einzunehmen. Mit Paris setzte er diese Haltung durch, andere folgten.
Um den Weg zu einer Transferunion zu verhindern, zu der es nicht kommen dürfe, müsse die Krisenprävention verbessert und der Stabilitäts- und Wachstumspakt gestärkt werden. Die von Weber genannten Maßnahmen waren alle sehr einleuchtend, Eigenkapitalstärkung, Wettbewerbsverbesserung, Beteiligung der privaten Gläubiger, Subsidiaritätsprinzip: alles schön und gut. Aber hat Weber einen strikten Automatismus bei Verschuldungsverstößen durchsetzen können? Nein, das konnte er nicht. Warum tritt Weber Ende April vorzeitig zurück? Weil alles auf gutem Wege ist, alle fleißig an der Schärfung der Haftung arbeiten und die Transferunion, für die vor allem die deutschen und niederländischen Steuerzahler in Frage kommen, von allen abgelehnt wird?
Die Farben des von Weber gemalten Bildes muteten warm und schön an, aber alles blieb recht unscharf. Bis auf Webers scharfen Schnitt, mit dem er sich von der Bundesbank trennt. Und dazu verweigerte er jeden Kommentar.

- Deutsche Staatsschuld steigt auf 2 Billionen - Helmut Schmidt hat damit begonnen - kann doch mal passieren, oder?

- 440 Mrd. Euro sollte der Rettungsfonds für Griechenland und Co. ausleihen können, meint der EU-Währungskommissar Olli Rehn (FAZ 27.1.11) - na, die werden wir wohl noch im Sparschwein haben!

Montag, 21. Februar 2011

Hummel-Hummel

Er wollte 2003 den “Demokratischen Sozialismus” aus dem Programm streichen, er hat Schröders Kleinarbeit geleistet, jetzt hat er mit 48,3 % die absolute Mehrheit in Hamburg gewonnen, vor der CDU mit 21,9%, den Grünen mit 11,2%, der FDP mit 6,6% und den Kommunisten mit 6,4%.
Nach dem Ausscheiden des sozialdemokratischen CDU-Geck Beust (er hatte keine Lust mehr, deswegen sein Rücktritt als Bürgermeister) ist der solide Scholz sicher keine schlechte Wahl. Allerdings wäre der noch solidere CDU-Kandidat Ahlhaus wohl derjenige gewesen, der auch eine geringfügig solidere Partei hinter sich gehabt hätte. Eine CDU-FDP-Koalition hätte zwar auch Beusts Prunk-Projekt “Elbphilharmonie” bezahlen müssen, hätte aber die Kriminalitätsrate der Stadt weiter gedrückt (damit hatte sie geworben), und auch für eine realistische Schulpolitik wäre diese Koalition besser gewesen.
Das hat aber offenbar die Wählermassen nicht stark bewegt.
Erfreulich der Wiedereinzug der FDP ins Stadtparlament mit 9 Sitzen.
Summa summarum: Von Beust zu Scholz kann man als Verbesserung werten für eine realistischere Hamburger Politik.