Sonntag, 10. Februar 2013

Schwarze Milch der Frühe




Putzig, der Maler Klecksel Otto Dix - hier eines der harmloseren Lustmordbilder:
Der Lustmörder (Selbstbildnis), 1920





" Auch wird man nicht ausschließen, daß es gelegentlich zu Vergewaltigungen kam ", schreibt Wilfried Meyer eingangs in seinem Büchlein EUGENIK IST WEIBLICH. Da stocke ich schon und mir fällt ein: 
" South Africa has the highest number of reported rapes per head of population of any Interpol member country.
Even when suspects are caught, only 12 percent of cases end in conviction, and sexual crimes - even in the most serious cases - seldom spark much beyond some soul-searching editorials and anguished radio phone-ins.
The Womens' League of the ruling African National Congress (ANC) is trying to mobilize the public into something akin to the mass protests against anti-female violence that broke out in India after the New Delhi attack.
On Friday, Cape Town radio station KFM started broadcasting a "bleep" every four minutes as a reminder to listeners that another South African woman will, on average, have just been raped. " (Reuters, http://tinyurl.com/a82osy2)
Wenn also allein nach der Statistik, die die Dunkelziffer nicht enthält, im 21. Jahrhundert im christianisierten Südafrika alle 4 Minuten eine Frau vergewaltigt wird, und dies in Indien ähnlich ist, wie man erfahren hat, dann dürfte es sich um ein Massenphänomen auch außerhalb dieser Länder handeln. Dann dürfte es in der menschlichen Vergangenheit, als die tägliche Gewalt dominierte und verehrt wurde, eben genau umgekehrt gewesen sein, als Meyer schreibt: die Vergewaltigung war eher der Normalfall. 
Wenn man dies mit der weiblichen Nacktmode (hautenge Hosen, großer Ausschnitt) und der tätowierten männlichen Muskelmode im Westen vergleicht, dann liegt auf der Hand, daß bei der Partnerwahl nach wie vor Sexmarker eine große Rolle spielen, und das heißt, daß virile Typen mit höherem Testosteronspiegel von Frauen bevorzugt werden, also gewaltfähige und potentiell gewaltbereite Männer. 
Diese Annahme wird auch von dem Wartezimmerexperiment gestützt, in dem man Frauen (Studentinnen) die Wahl zwischen mehreren freien Stühlen ließ, und sich die meisten auf einen solchen Stuhl setzten, auf den man vorher einen studentischen Stinkbock gesetzt hatte. Die Auswahl fiel desto eindeutiger aus, je näher am Eisprung die Studentinnen sich im Zyklus befanden. Die Akademikerinnen bevorzugten also, ganz anders als die marktschreierische Lesbe Schwarzer, vitale, tendenziell primitive Männer. Potentielle Vergewaltiger. Das alte Erbgut mit seinen Verhaltensauswirkungen aus der Frühzeit der Menschheit dominiert auch in der Gegenwart in zivilisierten Ländern. 
Was kann man da machen?  
Nachtrag:

Wie muß man man sich diese Frühzeit vorstellen? Vermutlich wie bei Löwenrudeln und Gorillagruppen. Die Gruppen bestehen aus bis zu dreißig Tieren, vorwiegend weiblichen, die von einem männlichen Alphatier geführt werden. Verliert dieses an Kraft, wird es von einem Konkurrenten verdrängt, der dann die Gruppe in Gänze übernimmt. Bei Löwen und Gorillas tötet der neue Führer die Jungen seines Vorgängers. Eine weibliche Wahl findet nicht statt. In der Entwicklung zu Familienverbänden, Clans und Stämmen beim Menschen ähnelt das Modell wohl mehr der großen Schimpansengruppe mit seiner Hierarchie. Dem Alphatier, nennen wir ihn Mao, gehören alle Weibchen, aber bei starker Promiskuität kommen auch andere hochrangige Männchen zum Zuge, nur die nachrangigen sind von der Reproduktion weitgehend ausgeschlossen, wie Mägde und Knechte bis zur Bauernbefreiung. Eine weibliche Partnerwahl findet nicht statt. Sowenig wie in der alten Adelsgesellschaft oder im sunnitischen Anatolien. Erst im Mittelalter in Europa mit der langsamen Herausbildung des Individualismus bilden sich Vorformen individualisierter Partnerbeziehungen, zunächst in Spielformen wie der des "Minnedienstes". Aber es dominiert lange das Modell Heinrich 8., der seine Partnerinnen wählt und dann verstößt bzw. sogar enthauptet.
Für eine stärkere Veränderung des Genoms werden von Genetikern Zeiträume von rund 30.000 Jahren angenommen, das heißt, Kästner, Wuketits und Sommer haben grundsätzlich recht, wenn sie behaupten, wir seien "die alten Affen".
Kästner erwähnte in seinem Gedicht nicht ausdrücklich die Äffinnen, aber die müssen mitgedacht werden, denn die alten Affen gibt es nur mit den alten Äffinnen. Bei der sehr langen Dominanz der männlichen Zuchtwahl hatten die Hominidinnen die meisten Nachkommen, die am besten zu der männlichen Zuchtwahl paßten. Also solche, die sich besonders empfängnisbereit für rohe, starke, vitale Alphaaffen zeigten. Die feinsinnigen Hominidinnen mit Abitur machten sich, wenn der große Großajatollah nahte, schnell davon und hatten deswegen bedeutend weniger Nachkommen.
Noch heute mitten in Hamburg vermehren sich die Friseusen mit Sinn für tätowierte Muskeln wesentlich stärker als Studienrätinnen mit Lateinkenntnissen. Die weibliche Partnerwahl ist ein spätes Produkt in der Geschichte, aufgrund der langen Wahldominanz durch vitale und brutale Alphamänner überwiegen auch in Europa bei weitem die Frauen mit einem Genom, das kaum weibliche Partnerwahl aktiv zuläßt, sondern auf Testosteronstinkerei geeicht ist. Genetisch. Die Frauen, die nicht, gewissermaßen "sklavisch", auf große, starke Stinker reagieren, sind in der Minderzahl und haben oft keinen Nachwuchs. Nach wie vor herrschen in der Welt jedoch kollektivistische Kulturen vor, in denen die Väter oder Großväter die Töchter verheiraten, oft schon vor der Pubertät. Und  in denen Frauen auch per Religionsbuch der minderwertige Status ohne Wahlmöglichkeit schriftlich mitgeteilt wird, etwa in der Sure 4.    

Was kann man da machen?

Samstag, 9. Februar 2013

Den Tiger reiten





Dionysos auf dem Leoparden, seine Mentalität ausdrückend

(Bild: Wiki.)



Nachdem eine besonders grausame Gruppenvergewaltigung in Delhi den Zustand Indiens enthüllt hat, geschieht dies nun in Südafrika durch einen ähnlichen Mord an der 17jährigen Anene Booysen, über den CNN gestern abend berichtete. (s. http://tinyurl.com/a82osy2)
Staatspräsident Zuma, der selbst wegen Vergewaltigung vor Gericht stand, sah sich genötigt, öffentlich Stellung zu nehmen. Nach den Berichten zu urteilen, herrscht in Südafrika der gleiche zivilisatorische Notstand wie in Indien. 
Er dürfte auch im Europa der Vergangenheit geherrscht haben, man lese nur den Grimmelshausen. Thematisiert wird das Zusammengehen von Sexualität und Gewalt schon bei Euripides in den Bakchen, wenn auch in etwas merkwürdiger Verdrehung des gewöhnlichen Vorkommens. Im Rausch der Verehrung des Dionysos (Bakchos) zerfleischen die Bakchen (Mänaden) Tiere und verschlingen das rohe Fleisch. Der "fremde Gott" aus dem Orient, der von dem ionischen Adel abgelehnt wird, versetzt seine Jüngerinnen in archaische Raserei, in der auch Agaue ihren Sohn Pentheus zerstückelt. Der Gott des Rausches macht in der späteren Rezeption eine deutliche Wendung ins rein Sexuelle, wenn Goethe seinem Blocksberg-Satan im FAUST dionysische Züge verleiht. In Hesses STEPPENWOLF ist es der schöne Saxophonist Pablo, wie sein Urbild Dionysos ein Verwandlungskünstler, der verspricht: "Alle Mädchen sind dein." Die konkreteste Version der dionysischen Orgie, Immendorf dürfte sie inspiriert haben, verfaßte Thomas Mann im "Tod in Venedig", wo Aschenbach in Anlehnung an die BAKCHEN und die FAUST-Szene alb- und lustträumt.   
Es fällt auf, daß das Sex-und-Gewalt-Motiv sich in der gesamten Kunstgeschichte findet, konzentriert dann bei de Sade. Der Lustmord ist in den zwanziger Jahren ein beliebtes Motiv in der Malerei, nicht nur bei Grosz und Dix (Der Lustmörder, Selbstbildnis, 1920, u.a.). Russ Meyers Filme leben ganz davon.
Ich erinnere mich an eine Bemerkung des Hirnforschers Gerhard Roth, daß die Transferbahnen von Lust und Gewalterregung im Gehirn in großer Nähe verliefen (sinngemäß). 
Man hat lernen müssen, daß die Dritte Welt auch eine Welt der Barbarei ist. Der Sexzirkus im Westen könnte den Leoparden des Dionysos neu reizen.  

Freitag, 8. Februar 2013

Erstens kommt es anders, zweitens ...





Sarrazin äußerte sich gestern in einem FAZ-Leserbrief ablehnend zum Interventionismus. Der sei "leider nur selten eine Lösung". Namentlich erwähnt er Irak, Afghanistan, Libyen und Syrien. Man ist geneigt, dem pauschal zuzustimmen, doch ist eine "Lösung" für menschliche Verhältnisse ohnehin ein bißchen viel verlangt. Die Geschichte bewegt sich fort, mit längeren und kürzeren Friedenszeiten. Längerer Frieden stellt sich ein, wenn ein brutaler Augustus seine Konkurrenten umgebracht hat samt ihren Unterstützern. Wenn die Städte verbrannt sind und die Atombomben fielen. Nachdem das massenweise Verbrennen von Zivilisten im letzten Weltkrieg als normal galt, ist inzwischen ein völliger Paradigmenwechsel eingetreten. Militärisches Eingreifen wird dadurch langwierig, die Kriege werden nicht mehr ausgekämpft, sie dauern viele Jahre. Darauf müssen sich Interventen einstellen, sonst droht, was in Afghanistan nach 1988 passierte, als sich Rußland aus Afghanistan zurückzog. Die islamistischen Guerillagruppen fielen übereinander her und überzogen das Land mit Mord, Totschlag und Zerstörung. Das ist auch das, was Syrien droht. Daher ist es sinnvoller, nicht zu intervenieren, noch sinnvoller, Assad zu stützen. Nur Diktatoren können halbwegs friedliche Verhältnisse garantieren, besonders in Ländern, in denen das einzelne Menschenleben traditionell nichts gilt. Das ist überall außerhalb des Westens so. Selbst auf dem ehemals türkisch besetzten Balkan wird es noch lange Zeit dauern, bis eine eigenständige, friedliche Zivilgesellschaft in allen Landesteilen des ehemaligen Jugoslawiens errichtet und gesichert ist. Die Nato-Intervention liegt immerhin schon fast zwanzig Jahre zurück, 1995 endete der Bosnienkrieg. Hätte man auf dieses Eingreifen verzichten sollen? Handke vertritt diesen Standpunkt. Milosewic hätte wiederholt, was Tito vor ihm praktiziert hatte, die brutale Einigung unter serbischer Diktatur. Und was die Kosovo-Albaner für im Amselfeld täten, stünden da nicht Nato-Soldaten. Ohnehin zünden sie zwischendurch ein serbisches Kloster an. 
Wenn man also heute interveniert, dann muß man eher in Jahrzehnten denken, als in Jahren. Entsprechend schwer fällt die Abwägung. Nach der Machtübernahme der Islamisten in Ägypten, Tunesien und Libyen fällt sie noch schwerer. Immerhin kann sie bei Gefahr im Verzug nötig sein, wie das Geschehen im Norden Malis zeigt. Allerdings erfolgte die Eroberung des malischen Nordens durch Islamisten erst nach dem Sturz Gaddafis, der durch westliche Intervention möglich wurde. Die jetzige islamistische Herrschft ist zudem noch schlimmer als die widerliche Gaddafi-Diktatur; wer weiß, ob der Gaddafi-Sohn Saif al-Islam für die individuellen Freiheitrechte nicht die vielversprechendere Option gewesen wäre. Die Frauenrechte jedenfalls waren schon bei Gaddafi viel besser aufgehoben, während sie jetzt praktisch aufgehoben sind. Interventionen sollten nicht erfolgen unter der Leitvorstellung, daß die Einführung demokratischer Verfahren wie Wahlen automatisch auch zur Einführung und Sicherung freiheitlicher Individualrechte führen würde. Die sind aber die Hauptsache. Sie lassen sich nicht einfach durch Intervention einpflanzen.  

Donnerstag, 7. Februar 2013

Erfreulich







FAZ 27.1.13






Das Leben wird nach vorne gelebt und nach hinten verstanden. Im besten Fall. Bei beiden Dimensionen hilft der Campus-Ratgeber (unter Beruf&Chance) der FAZ, er kann auf faz.net nachgelesen werden. Eine großartige Sache. Dort kommentieren Leser ihre Studienwahl im Rückblick unter dem Stichwort "Was ich nie wieder studieren würde". Daraus läßt sich viel Gewinn ziehen, wenn man ab so ab 15 fundiert überlegen muß, welche Berufswahl wohl die passende ist. Viele Abiturienten wissen mit 18 immer noch nicht, was sie werden wollen. Lehrer sollten mit diesem Material viele Oberstufen-Stunden füllen, zumal im Netz manch goldener Kommentar hinzukommt. Eine großartige Sache.

Schwierig bleibt die Lebensplanung allemal, gilt es doch, drei sehr unterschiedliche Bereiche zu bedenken, über die nur wenige Kenntnisse und Erfahrungen im jungen Leben vorliegen. Da ist zunächst die Selbsterkundung als Fundament aller weiteren Entscheidungen. Die Schule spielt hier oft eine destruktive Rolle, indem sie idealistische, neomarxistische und grünreaktionäre Stoffe vermittelt, die sämtlich und jahrelang die Selbsterkundung der Schüler behindern und ein doktrinäres Menschenbild einflüstern. 
Die Studienfächer lassen sich meist auch erst richtig einschätzen, nachdem man sie studiert hat. 
Was sich mit dem erworbenen Studienwissen im Berufsleben anfangen läßt, ob es zu einem befriedigenden Arbeitsleben verhilft, bleibt ebenfalls ungewiß. Der Mathematiker, der in der Bank mathematischer Hilfsarbeiter wird, fühlt sich nicht besonders wohl, der Germanist, der irgendwo in der Öffentlichkeitsarbeit landet, vielleicht auch nicht. Allerdings ist die menschliche Flexibilität groß genug, um mit unvermeidlichen Überraschungen fertigzuwerden. Wer jedoch bereits gemachte Erfahrungen durchmustert, trifft wahrscheinlich bessere Entscheidungen. 
Was in der FAZ-Reihe bisher, soweit ich sehe, nicht thematisiert wurde, sind die Unterschiede im gleichen Fach zwischen den Lehrstühlen und Hochschullehrern selbst. Die sind beträchtlich, so daß es sich lohnt, Probevorlesungen zu hören. Bei allem Aufwand der Selbsterkundung und Wissensbeschaffung bleibt aber das Entscheidungswissen bruchstückhaft, hinzu kommen Fehleinschätzungen und  Irrtümer. Ohne viel Glück geht es also auch nicht. 
Ein gutes Unterpfand des Glücks stellt die Kohortengröße dar. Wenn der Jahrgang nämlich klein ist, sind die Arbeitsmarktchancen umso größer. Da kann man den jetzigen Schülern nur gratulieren, sie sind weniger, sie haben sehr gute Chancen. Die Campus-Reihe zu lesen, verbessert sie noch einmal. Leider sind viele Abiturienten durch die Schule so verdummt, daß sie es nicht bis zur FAZ schaffen werden.   

Mittwoch, 6. Februar 2013

Neue Fatwa in Indien





Band 10 erscheint im Frühjahr - mir ist der Deschner etwas zu
eifrig, aber was er zusammengetragen hat, ist beachtlich






Nach dem Todesurteil gegen Salman Rushdie hat man in dieser Hinsicht länger nichts gehört aus Kaschmir. Jetzt hat der oberste Großmufti die einzige indische Mädchen-Rockgruppe verboten. 
Indien bleibt also befangen in kultureller Steinzeit, ob mit hinduistischem, buddhistischem oder islamistischem Vorzeichen. In Europa kann man sich freuen, daß die Kirchenkiller durch die Aufklärung gezähmt wurden. 
Großmufti Ahmad bezeichnete das Auftreten der Frauen in der Öffentlichkeit als "unislamisch", man könne keine Gesellschaft aufbauen, so lange "unislamische" Dinge getan würden. So haben zu aller Zeit und überall religiöse Dunkelmänner argumentiert, und sie haben ihre Ideologie mit Mord und Totschlag durchgesetzt. Karl Heinz Deschner hat zur "Kriminalgeschichte des Christentums" zehn Bände vorgelegt. Für die Sozialutopiegläubigen liegt u.a. das SCHWARZBUCH DES KOMMUNISMUS vor. Der Kern aller Gläubigkeit, ob sie nun an einen Erlöser im Himmel, den Sozialismus oder den Nationalismus glauben, ist die Überzeugung einer "Wahrheit", wo es sich nur um Vermutungswissen, relatives Wissen und vorläufiges Wissen handelt. Es hat sich eingebürgert, von der Theologie herkommend, von "wahr" und "falsch" zu sprechen. Bei einfachen Sachverhalten stellt das auch kein Problem dar. Jeder kann eine Tür als "offen" oder "geschlossen" erkennen. Aber stets geht damit die Gefahr der Übertragung auf komplexe oder gar kulturelle Sachverhalte einher. Und es sei nur an den Streit über den Welle-Teilchen-Charakter des Lichts erinnert. Es hat sich herausgestellt, daß beides richtig ist, je nach Beobachtungsperspektive.
Sinnvoll ist es daher, im Bereich der Natur und der Naturwissenschaften von hypothetisch, "vorläufig richtig" und von "falsch" zu sprechen, in der kulturellen Sphäre aber von "sinnvoll" oder "sinnlos" und im Feld der hochabstrakten Vermutungen und irrealen Annahmen von "gläubig" und "abergläubisch". Der theologische Trick der "Offenbarung" muß jedoch immer als abzuweisender Machtanspruch gelten.  Der menschenfreundliche Gläubige kann natürlich seinem Glauben anhängen, so lange er das anderen Gläubigen ebenfalls zugesteht. Das kann durchaus fruchtbar sein, wie Entwicklung des Christentums auch zeigt. Dazu gehört dann aber der Verzicht auf Gebote und Verbote für andere, Nichtgläubige. Eine Gesellschaft wird nicht aufgebaut von Einzelnen, auch nicht von Diktatoren. Gesellschaften entwickeln sich in der Zeit und wandeln sich durch Aktionen und Kommunikationen. Diktatoren können dabei einen großen Einfluß ausüben, indem sie Aktionen und Kommunikationen behindern oder sogar zeitweilig blockieren. Dies können besonders wirksam religiöse Diktatoren mit einschneidenden, religiös motivierten Alltagsregeln, etwa die Einsperrung der Frauen, und durch soziale Kontrolle in allen Bereichen im Rahmen einer "Rechtsreligion". Die sog. "Fatwa" ist nichts anderes als das "Rechtsgutachten" eines Klerikers. Damit können Priester das geistige Leben von Gesellschaften jahrhundertelang blockieren. Daher die erbärmliche Unterentwicklung nicht nur in Kaschmir.