Dienstag, 30. Juli 2013

Ausflug nach Amsterdam


WIR ENTSCHEIDEN - muß es heißen, WIR, die Machtträger - wir haben da noch ein paar hinter uns und neben uns, mit denen wir uns gut verstehen, auch wenn wir zwischendurch ein bißchen Wahlkampf machen müssen, sonst gibt es den Blankoscheck nicht für 4 Jahre - ein paar Posten mehr wollen wir immer haben - Macht tut gut, äh, macht Gutes.

WELT 29.07.13

Missbrauch

Zwölfjährige entkommt ihren Vergewaltigern

Eine Zwölfjährige in Baden-Württemberg wurde auf dem Heimweg in einen Transporter gezogen: Mehrere Männer wollten sie vergewaltigen, doch das Mädchen konnte sich mit aller Macht wehren und fliehen. …”

Diese steigende Reisekriminalität erstreckt sich inzwischen auf alle Gebiete. Gibt es noch Gemeinden in Europa, die nicht von Reise-Einbrechern besucht werden? Dabei geht es nicht nur um Diebstahl und Einbruch, sondern auch um Raub und Totschlag. Besonders ältere Menschen werden Opfer von Wohnungsräubern. Die Aufklärung solcher Reisekriminalität stellt besondere Anforderungen an die Überwachung des Datenverkehrs. Jüngst konnte durch Mobilfunkdatenauswertung ein Amsterdamer Fall aufgeklärt werden. Zwei junge, sportliche Männer aus Rumänien hatten einen Ausflug nach Holland gemacht und in Amsterdam mehrere Picassos und Matisse’s im Wert von rund 100 Mio. aus dem Museum geraubt. Es gelang, vielleicht mit Hilfe der NSA?, jedenfalls über Mobilfunkdatenspeicherung, die Räuber namhaft zu machen und die Reste der Bilder zu finden, die die Mutter zur Tatvertuschung verbrannt hatte. Der Frau waren die Malernamen unbekannt. Schon dieser harmlose Fall zeigt die Bedeutung der Datenspeicherung. Bei Sexualverbrechern, Totschlägern und Mördern geht es aber um Schwersttäter, die sehr schnell ergriffen werden müssen, um weitere Opfer zu verhindern. Dem steht die deutsche Polizei allein relativ hilflos gegenüber, leitende Stellen sind von Verharmlosern besetzt, die Vorratsdatenspeicherung darf nur unzureichend genutzt werden, selbst in großen Bahnhöfen fehlen Videokameras und die LKW-Mautsysteme dürfen gar nicht benutzt werden. Die von Rotgrün kastrierte Polizei brauchte deswegen Jahre, um einen Lastwagen-Schützen und einen Autobahn-Serienmörder zu fassen, die man bei Auswertung der Mautsysteme schneller gefunden hätte. Neulich berichtete die Lokalzeitung, von einem Polizisten, der einen Einbrecher gestellt hatte, der den Polizisten aber mit Pfefferspray außer Gefecht setzte und ihm die Pistole abnahm. Die Polizisten vor Ort sind verunsichert und wenig verläßlich.(Vgl. auch Kirsten Heisig, Das Ende der Geduld) Es handelt sich um eine gefährliche Entwicklung für Besitz, Leib und Leben der Bürger, die, im Falle reisender Islamisten, sogar massenhaft Opfer werden können. Amtshilfe über alle Grenzen hinweg kann daher nur begrüßt werden. Das Post- und Fernmeldegeheimnis ist dabei nur berührt, wenn Verbindungsdaten von richterlicher Seite zur weiteren, inhaltlichen Recherche bestimmt werden. Das Abhören von Politikern ist ein Sonderfall. Es dient der Vertrauensbildung, da Politikern wegen der Macht sucht und der Machtverführung grundsätzlich nicht zu trauen ist. Staaten haben Interessen, auch bei Freunden. Spionage ist ein uralter Hut, auf dem Wiener Kongreß sollen sich zeitweise mehr Nachrichtenleute befunden haben als Diplomaten. Das war 1648 in Münster auch nicht anders. Für Deutschland gelten zudem nach wie vor die Privilegien der Siegermächte. Das könnte man als eine Rückversicherung betrachten, weil der EU-Zug in Richtung einer sanften Quasi-Diktatur fährt, England und die USA aber diese Entwicklung skeptisch verfolgen. 

Zur gegenwärtigen Datenschutzhysterie hat der ehemalige Innenminister Otto Schily (SPD) passende Worte gefunden. Diese Datenschutzhysterie ist allerdings von politisch interessierter Seite aufgeblasen worden, um von den eigenen dunkelgrünen Machenschaften abzulenken und um das alte, antiamerikanische Roß zu reiten. Der Klimaklamauk wird demnächst in den USA kippen. Da wollen Trittin, Merkel und Gabriel stimmungsmäßig ein bißchen vorsorgen. Deutschland soll Vorreiter beim Klimaklamauk bleiben. Auch ganz allein bis zum Endsieg.

Montag, 29. Juli 2013

Das geht seinen edlen chinesischen Beamtengang












Wer schreibt, der bleibt, heißt es. Konfuzius hat es auch ohne geschafft, seine Schüler haben einiges hinterlassen. Sprüche wie:
„Konfuzius sprach: »Zum Weg des Edlen gehört dreierlei, aber ich bewältige es nicht: Richtiges Verhalten zu anderen Menschen − es befreit von Sorgen. Weisheit − sie bewahrt vor Zweifeln. Entschlossenheit − sie überwindet die Furcht.« Zi-gong bemerkte: »So beurteilt der Meister sich selbst.«“[4] (Wiki.)
Da wird schon deutlich, daß sich nur Menschen mit Abstraktionsvermögen angesprochen fühlen können - die meisten also nicht.
Dagegen bietet die bunte Textsammlung der Christen für jeden etwas: für die Dummies die Mose-Bücher, für Intellektuelle das spätantike BUCH DES PREDIGERS und für Frauen das Neue Testament (etwas vereinfacht). Die Texte selbst fördern durch ihre Widersprüchlichkeit den hermeneutischen Wettstreit und damit geistige Beweglichkeit. Diese u.a. hat die Reformatoren und die Reformation hervorgebracht, während das konfuzianische Denken eher der Beharrung das Wort redet, insbesondere auch in dem dominierenden Motiv der Ahnenverehrung. Solches Denken wertet das lebende Individuum ab. Mit „Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht“ kann man sich die europäische Geschichte in ihrer Vitalität nicht vorstellen, mit „Harmonie und Mitte, Gleichmut und Gleichgewicht“ läßt sich nicht einmal ein Hammer schmieden. Deswegen wurde zwar in China von Einzelnen viel erfunden, aber wenig damit angefangen. In der strikten Untertanenordnung entschieden die jeweiligen Gebietsherren willkürlich über Erfindungen und ihren Einsatz. Ein freies Geistesleben der Individuen und ein vermittelnder Markt konnten so nicht entstehen. Das chinesische  Kaiserreich erstarrte in beamtischer Trägheit, rigider Ordnung und literarischer Bildung. So stellt auch Max Weber fest: “Der Konfuzianismus war – obwohl die Schule auch eine Kosmogonie entwickelt hat – an sich von jedem metaphysischen Interesse in sehr hohem Grade frei. Nicht minder bescheiden waren die wissenschaftlichen Ansprüche der Schule. Die Entwicklung der Mathematik, einst bis zu trigonometrischen Erkenntnissen vorgeschritten302, verfiel früh, weil sie nicht gepflegt wurde303. Konfuzius selbst hat offenbar von der Präzession der Aequinoktien, die in Vorderasien längst bekannt war, nichts gewußt304. Das Amt des Hofastronomen (d.h. des Kalenderordners, wohl zu scheiden von dem Hofastrologen, der zugleich Annalist und einflußreicher Berater war) ging, als Träger von Geheimwissen, im Erbgang über; aber irgend erhebliche Kenntnisse können kaum entwickelt worden sein, wie der große Erfolg der Jesuiten mit ihren europäischen Instrumenten beweist.” (M. Weber, Die Wirtschaftsethik d. Weltreligionen, Konfuzianismus u. Taoismus, in: Ges. Aufs. zur Religionssoziologie I, UTB 1988, S. 443)
Und da das wirtschaftliche Handeln Unruhe mit sich bringt wegen der damit verbundenen Risiken, bevorzugt der Konfuzianismus das Beamtentum. Das hat er mit vielen Deutschen aller Geistesrichtungen gemeinsam.

Sonntag, 28. Juli 2013

TRUMPF sein Milljöh






Frühwaise, völlig ohne Abitur, dafür aus dem calvinistisch-pietistischen Reutlingen und für weitreichende technische Revolutionen gut:
Wilhelm Maybach (1846-1929), aus dem pietistischen Brüderhaus nach Deutz, auf die “protestantische” Rheinseite

(Bild: Wiki.)



Bei Siemens tut sich was. Mir gefiel der fesche, stromlinienförmige Vorstandsvorsitzende Löscher noch nie. Jetzt wird er endlich zurücktreten. Im Aufsichtsrat sitzt Dr.phil. Nicola Leibinger-Kammüller, protestantische Tochter des pietistischen Unternehmers Bertold Leibinger und Erbin von TRUMPF, sie soll dort eine gute Arbeit verrichten, flankiert von kompetenten Ingenieuren. Das geisteswissenschaftliche Studium hat sie, wohl aufgrund ihrer pietistischen Erziehung, relativ unbeschadet überstanden. Vermutlich ist auch ihre Rolle bei Siemens positiv zu sehen, Allüren und dumme Eitelkeiten sind nicht bekannt. Hat Peter Löscher nicht einen katholischen Milieuhintergrund? Aufsichtsratschef Cromme hat bei Thyssen-Krupp gezeigt, daß er kein guter Aufseher ist, er sollte gleichfalls zurücktreten. Eine Frau mit pietistischem Hintergrund wäre keinesfalls ein schlechterer Aufsichtsratschef als Cromme.  
Des calvinistischen Kesselflickers und Predigers John Bunyans Frage “It will not be said: did you believe? - but: were you Doers, or Talkers only?” (John Bunyan (1628-88), Eines Christen Reise nach der seeligen Ewigkeit) wurde besonders produktiv im protestantischen Schwaben, wo der Maschinenbauer TRUMPF sitzt.
Dort tauchte öfters ein Pfarrer auf, der auch Mechaniker war wie Philipp Matthäus Hahn (1739-90), der die Rechenmaschinen seiner Zeit verbesserte. Bäckerssohn Daimler lernte den Frühwaisen Maybach in der Werkstatt des pietistischen Brüderhauses im calvinistisch-pietistischen Reutlingen kennen, das hatte automobilindustrielle Folgen, wie man weiß. Leibinger ist eine Pflanze aus diesem gewerbefleißigen Milieu, das jetzt durch den rotgrünen Protestantismus der Gegenwart tödlich bedroht wird.
Ein Vehikel der rotgrünen Ideologie ist die völlige Geschichtsvergessenheit und historische Desinformation im Hinblick auf Goethes Forderung:

"Wer nicht von dreitausend Jahren sich weiß Rechenschaft zu geben, bleibt im Dunkeln unerfahren, mag von Tag zu Tage leben." Goethe, Divan, Buch des Unmuts

Nie war er so wertvoll wie heute. Jedenfalls trifft das für diesen Spruch zu. Die letzten zweitausend Jahre sind zu wenig.

Aber die herrschende Kaste der leitenden Journalisten bespielt die täglichen Informationskanäle und die kennen keine Geschichte und Wirtschaftsgeschichte und die protestantische Rolle dabei. Auch die EKD hat sie vergessen. Es bleibt nur die amerikanische Hoffnung. Dort ist das protestantische Element noch produktiv und nicht rotgrün verkommen.

Samstag, 27. Juli 2013

Der Lutha und die Fuggar





Die Fuggar und die Gesamtschule Klasse 9 gegen Ende - Anmerkung der Lehrerin (sie sei bedankt): "Der Schüler rechnet mit eine Fachoberschul-Reife (FOR), und seine Chancen stehen nicht schlecht. Die GS (Gesamtschule) macht es möglich.







Wer nicht von dreitausend Jahren sich weiß Rechenschaft zu geben, bleibt im Dunkeln unerfahren, mag von Tag zu Tage leben. Goethe, Divan, Buch des Unmuts

Nie war er so wertvoll wie heute. Jedenfalls trifft das für diesen Spruch zu. Die letzten zweitausend Jahre sind zu wenig. Das alte Ägypten gehört dazu und die Indus-Kultur, und natürlich das antike Griechenland. Dann dürfte man so ziemlich alle sozialen Phänomene gesehen haben, in deren Licht auch die Gegenwart genauer betrachtet werden kann. Das ist schwierig genug, denn nicht nur sind immer viele Perspektiven möglich, es wird auch wie auf keinem anderen Gebiet weggelassen, verdreht, gefälscht ("Konstantinische Schenkung"), gelogen und betrogen. Die Westgoten in Spanien? Fast alle Spuren durch die nordafrikanischen Eroberer ausgelöscht. Die Sieger schreiben ihre eigene Geschichte. Da sind sie eigen. Nach der Devise: "Das ist der Herren eigener Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln" (Goethe). 

Nur viel Geschichte, eben die dreitausend Jahre, kann zu etwas mehr Geschichtsverständnis führen. Aber wer hat die Zeit und das Interesse für so viel Arbeit? Die wenigsten, und auch nur die wenigsten Geschichtslehrer. Der Geschichtsunterricht war immer eng ausgelegt, und immer getragen von politischen Hintergründen und Aufträgen. Lange war die Historiographie so borniert, einen wichtigen Teil der Geschichte, die Wirtschaftsgeschichte, gar nicht zur Kenntnis zu nehmen. Geschweige denn, daß die Geschichtslehrzwerge, die Lehrer, davon etwas wußten. Das, was heute an Geschichtsunterricht in den Schulen stattfindet, dürfte nicht einmal mehr das Zahlengerüst liefern, das der Unterricht vor 1970 bereitstellte. Geschichtsverständnis stellt sich auch bei Hochschullehrern meist erst in späten Jahren ein. Bei Lehrern findet sich kaum mehr als ein gewisses Detailverständnis, beispielsweise Themen wie die Rückversicherungspolitik Bismarcks. Welche Schüler kennen überhaupt auch nur noch den Namen ‘Bismarck’? 

Da trifft es sich gut, daß man ohne Geschichte gut auskommt. Man fällt dann auch nicht auf jede neue Geschichtsmarotte herein. Allerdings kann man deren Opfer werden. Da helfen nur die dreitausend Jahre. Siehe oben.

Freitag, 26. Juli 2013

Bildung, Einbildung, Unbildung


Kleines Quiz: Handelt es sich bei diesem studierten Herrn a) um einen Meeresverbrecher? b) einen Deutschlehrer? c) um den Nachfolger Fischers in der Putztruppe? d) um einen Pfarrer?


Der “Wirtschaftsweise” Lars Feld beklagt in einem FOCUS-Interview: “ Es ist wirklich beunruhigend, dass in der Schule immer stärker der Bildungsstand des Vaters über den Erfolg des Kindes im Klassenzimmer entscheidet.”
 Ob das überhaupt zutrifft, bezweifle ich als Absolvent des Zweiten Bildungsweges aus bildungsferner Familie. Das deutsche Bildungssystem ist außerordentlich durchlässig und vielfältig. Zudem fließen Unsummen in die Bildungslandschaft. Es gehört aber ein Lernklima zum Lernen, und dieses wurde durch rotgrüne Dauerreformen erheblich beschädigt. Daher stammt die wachsende Unbildung der Schüler, aber auch bereits der Lehrer. Außerdem paßt es ins Bild  einer großteils unerzogenen, verwöhnten und vor allem uninteressierten jungen Generation, die die Atmosphäre in den Klassen bestimmt, daß diejenigen Schüler am besten in einer solchen lernunfreundlichen Situation abschneiden, die aus einem literaten und erziehenden Elternhaus kommen und die sich gegen die Störschüler immunisieren. Weiterhin ist das Bildungspotential aus einfachen Berufen, anders als vor 100 Jahren, als das Schulsystem viel undurchlässiger war, weitgehend ausgeschöpft. Intelligenz wird zu einem großen Teil vererbt.
Es ist auch zu kurz gegriffen,  allgemein von “Bildung” zu sprechen. Der Bildungsimperativ in den Massenmedien lautet Unterhaltung und Spiel. Das teilt sich auch den Schülern mit. Man kann das gut selbst an der Zusammenstellung der Nachrichten im Laufe der Jahre ablesen: Sport und Meldungen aus der Mode-, Glitzer-und-Marotten-Branche sind nicht nur Teil der Nachrichten geworden, was vor 1970 undenkbar war, es wird ihnen auch immer mehr Platz eingeräumt. Bildung als Arbeit an der Persönlichkeit gibt es weitgehend nur noch im privaten Raum.
Besonders nachgelassen haben die schulischen Leistungen in den Naturwissenschaften. Von denen spricht Feld gar nicht, obwohl von denen und der Technik der Wohlstand in unserem Land in erster Linie abhängt. Denkt er so undifferenziert oder traut er sich nicht, diesen wichtigsten Punkt des deutschen Bildungssystems anzusprechen, weil das nicht in Mode ist? Ziemlich seltsam für einen Ökonomen in leitender Stellung. Er versäumt auch völlig darauf hinzuweisen, daß Spitzentechnik in Deutschland weitgehend gefährdet ist in den Bereichen Kerntechnik und Biotechnik zugunsten von altertümlicher Hühnerhofagrarwirtschaft und unzuverlässiger sowie teurer Wind- und Solarbrettertechnik der albernen Energieerzeugungsart.
Mit schlechter Lernhaltung in den Schulen und schlechter Energiepolitik und vertriebener Biotechnik wird es mit dem deutschen Wohlstand unweigerlich abwärts gehen. Das hätte ein mutiger Ökonom angesprochen.

Nachtrag: Im Herbstangebot der Gemeindevolkshochschule findet sich nicht ein einziges "Bildungsthema" im engeren Sinn, also zB ein Goethe- oder Shakespeare-Thema, ein Kurs zur Geschichte des Mittelalters, zur Persönlichkeitspsychologie, Wirtschaftsgeschichte etc.
In der Gemeinde wohnen besonders viele Akademiker. 1970 hätten sich solche Themen gefunden.