Sonntag, 21. September 2014
Ein charmanter Bergnarr und Risikosucher (Reinh. Messner), eine charmante Busendarstellerin (S. Loren), ein charmanter Musikschmalzer (Leo Cohen) – das waren die Themen der Kalenderblätter des „Qualitätsradios“ DLF und des „Vordenker“-Radios WDR5 der letzten Tage. Da bekommt man einen Eindruck vom derzeitigen geistigen Niveau der Republik. Darauf einen Bergschlagerbusenjägermeister! "Leonard Cohen - First We Take Manhattan
Samstag, 20. September 2014
Das ging ja noch mal halbwegs gut
Attila als ungarischer Museumsheld, Foto: A. Berger/Wikip.
Interview mit Prof. Dr. Martin Zimmermann
Ob Historiographen wie Herodot, Thukydides, Polybios, Plutarch oder Sallust, Livius, Tacitus und Sueton, ob Dichter wie Homer, Hesiod, Aischylos, Aristophanes, Euripides, Sophokles oder Lukian, sie alle haben über Gewalt geschrieben - oft in schillerndsten Farben und mit einer Detailversessenheit, dass es einen schon gruseln kann. Der Althistoriker Prof. Dr. Martin Zimmermann von der LMU München sammelt seit Jahren Gewaltdarstellungen und -beschreibungen aus der Antike und hat darüber nun ein Buch geschrieben - Titel: Gewalt. Die dunkle Seite der Antike. Das Buch erscheint nächsten Montag. Wir haben ihn nun vorab um ein Interview gebeten und unter anderen gefragt, ob die Antike gewalttätiger als andere Epochen der Weltgeschichte war.” http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/gewalt_in_der_antike?nav_id=4565 "
- Die schottische Hebriden-Insel Eigg im Nordwesten Europas brachte eine kleine Bevölkerung hervor, in der alle mit allen verwandt waren. Sie rotteten sich dem Vernehmen nach im Laufe der Jahrhunderte in blutigen Clankriegen mehrmals fast gänzlich aus.
- Ja, und am 20.9.451 war Attila da, aus dem Osten hinter dem Don, in dem heutigen Frankreich, auf Raub- und Beutezug, denn auf produktive Wirtschaft verstanden sich die Hunnen nicht, jedoch gut auf schnelle Reiterei und Kriegerzucht.
Das hätte schwer ins Auge gehen können 451 auf den Katalaunischen Feldern! Aber der weströmische General Aetius hielt die Hunnen auf und Attila, geschwächt, plünderte Nord-Italien.
Der Name “Attila” ist im Kaukasus heute noch beliebt, ein Hinweis auf die aktuelle Kriegsfreundlichkeit.
Die Westeuropäer sind inzwischen auf "Friede, Freude, Eierkuchen" abonniert und haben ihre Rüstungsindustrie schwer vernachlässigt. Sie sind nicht mehr verteidigungsbereit und haben die Streitkräfte auf Reste reduziert. Genscheristen und Sozialtanten regieren. Das weiß man im Osten und kann sich einiges erlauben. Freitag, 19. September 2014
Salmonds Karneval vorbei
55 % für Großbritannien, 45 % für das grünnationalistische Abenteurertum
(Karte: Gaba, Wikiped.)
Es war besonders perfide, eine so wichtige Abstimmung ohne 2/3-Mehrheit anzusetzen, wie dies der grünschottische Nationalist Alex Salmond tat. In seinem Wahlkreis Aberdeenshire bekam er dafür die Quittung mit besonders wenigen Stimmen für seine Machenschaften: nur 40% stimmten für das Verlassen Großbritanniens. Das ist erfreulich, war doch die Ölindustrie mit dem Hauptort Aberdeen ein besonders beanspruchtes Scheinargument der grünen Nationalisten. Interessant ist, daß die größte Zustimmung für Salmonds Machtausweitungspläne mit 53% aus dem Raum Glasgow kam, der Labour-Landschaft. Der letzte Labour-Premier in London, der Schotte Gordon Brown, setzte sich hier zwar besonders ein für den Erhalt des UK, doch mit begrenztem Erfolg . In Glasgow blieb es bei „Old Labour“ mit starker Gewerkschafts- und Roteinfärbung.
Wegen Insolvenz war es 1971 bei „John Brown“ zu einer spektakulären Betriebsbesetzung gekommen. London wollte die Werft in Clydebank bei Glasgow, eine von vieren des Verbundes der Upper Clyde Shipbuilders (UCS), nicht länger subventionieren. Unter der Führung der KP-Mitglieder John Airly und Jimmy Reid fand die „Work In“ genannte Betriebsbesetzung statt, die vom britischen Gewerkschaftsdachverband TUC und zahlreichen Labourpolitikern unterstützt wurde. Premierminister war der Konservative Edward Heath. Natürlich kann man mit solchen Aktionen nicht rentabel werden, es kam, wie es kommen mußte: Die alte schottische Werftindustrie mit ihren streikanfälligen Großbetrieben gibt es nicht mehr; aber die Ressentiments gegen London und die Tories sind geblieben. Nach der Wahlniederlage des Schotten Gordon Brown in London sah der Nationalist Salmond seine Chance gekommen. Die Mehrheit hat seinem Abenteurertum die verdiente Abfuhr erteilt. Man kann es nur begrüßen.
PS: Salmond, der halb Schottland mit Windmonstern vollgestellt und verschandelt hat, wird auf dem nächsten Parteitag zurücktreten.
PS: Salmond, der halb Schottland mit Windmonstern vollgestellt und verschandelt hat, wird auf dem nächsten Parteitag zurücktreten.
Donnerstag, 18. September 2014
Trübe Medienlandschaft
„Wirtschaft am Mittag“ hat wieder zugeschlagen: 25 Minuten
belangloses Geschwätz über den LH-Lohnkonflikt, über Ali Baba, Netflix und Uber
– die Wirtschaftsredaktion des DLF besitzt das schlechteste Niveau des Senders,
der sich ausschließlich aus Steuermitteln finanziert.
Die beste Wirtschaftsredaktion und
Unternehmensberichterstattung kann die FAZ ihr eigen nennen, sie ist auch der
kompetenteste Redaktionsteil, zusammen mit „Technik und Motor“ und „Natur und
Wissenschaft“. Betrüblich ist, daß die FAZ rote Zahlen schreibt und Stellen
einsparen muß. Das dürfte doch vor allem der Übernahme der defizitären Linkspostille FR geschuldet sein.
Ob sie, wenn technisch machbar, einen DAB-Radiosender ins Auge faßt als bezahlter Abosender? Das wäre im Bereich des mobilen Empfangs ein Lichtblick!
Ob sie, wenn technisch machbar, einen DAB-Radiosender ins Auge faßt als bezahlter Abosender? Das wäre im Bereich des mobilen Empfangs ein Lichtblick!
Mittwoch, 17. September 2014
Dementia montana – arbeitsscheu und risikosüchtig
Es muß auch solche geben wie den Reinhold Messner.
Abenteurer und Nichtsnutze. Phrasendrescher und Risikosüchtige. Die gab es
immer schon, und viele waren viel schlimmer, weil sie kriegsbegeistert waren wie
Alexander der Grobe. Außerdem ist der Messner von Nutzen für die Vorführung der
Unterscheidung von Intelligenz und Klugheit. Sowohl als Bergsteiger als auch
als Bergbuchschreiberling zeigt der M. Intelligenz. Doch als langjähriger
Risikosucher geht ihm jede Klugheit ab.
Da er sich einer nützlichen Tätigkeit
für Gemeinschaft und Gesellschaft entzogen hat, andere durch seine Propaganda sogar
motiviert, desgleichen zu tun, kann man ihn auch als abschreckendes Beispiel
für einen Egomanen verwenden.
Immerhin war er tüchtig und vital und hat seine
vielen Saublödheiten überlebt; sein Bruder allerdings nicht. Daß der Verstand
erst mit den Jahren kommt, wenn er denn überhaupt kommt, scheint sich auch bei
dem Bergnarren zu zeigen: er soll ein Bergrestaurant betreiben. Aber
wahrscheinlich läßt er da andere arbeiten.
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