Donnerstag, 7. Januar 2021

Erste Arbeit des Herakles

 


“O Weib, wer bist du, die du mir die irdische Glückseligkeit versprichst, ohne daß ich einen Finger krumm zu machen brauche?”, fragte Herakles bekanntlich am Scheideweg. 

Herakles entschied sich, ein wahrer Held, nicht für die Muse des Sozialstaats. Da wartete denn einige Arbeit auf ihn. 

Brutal rückten die Steuereintreiber des Minyeramtmanns an, denn die Thebaner mußten Steuern zahlen noch und noch. Unerschrocken stellte Herakles eine Gruppe  von jungen Männern zusammen, Athena rüstete sie mit wirksamen Waffen aus und in einem Engpaß, einer hohlen Gasse sozusagen - Wilhelm Tell machte das später nach - da verzichteten die Steuereintreiber auf alle Forderungen. 

Das fanden auch die Götter prima! Hermes schenkte Herakles ein stählernes Schwert, Ästhet Apollon gab ihm pfundige Pfeile, der herrliche Hephaistos einen goldenen Köcher, und Athene, die Weise, spendierte einen stabilen Waffenrock.  


Abb.: Eos, die Morgenröte, auf einem Vierspänner; ihre Flügel wurden später nachgeahmt.











Mittwoch, 6. Januar 2021

Nur die Früchte fremden Fleißes


 

Herakles am Scheideweg. Was der Sozialstaat verspricht.
"Solltest du jemals um die Mittel dazu verlegen sein, so fürchte nicht, daß ich dir körperliche oder geistige Anstrengungen aufbürden werde; im Gegenteil, du wirst nur die Früchte fremden Fleißes zu genießen und nichts auszuschlagen haben, was dir Gewinn bringen kann. Denn meinen Freunden gebe ich das Recht, alles zu benützen.«"

Herakles am Scheideweg, Sagen des klassischen Altertums (German Edition) . Kindle-Version.

Sebastiano Ricci (1659-1734), Ercole al bivio (Wikip.)









Sonntag, 3. Januar 2021

Blutsverwandschaft

Auch eine skurrile Vorstellung des Aristoteles, die tausendfach abgeschrieben wurde, war die Art der menschlichen Zeugung. Der Samen des Mannes werde aus dem Blut gebildet und vermische sich dann schöpferisch mit dem Menstruationsblut. Kommt daher der Begriff “Blutsverwandschaft”? Könnte sein. Aber es war nur eine Blödigkeit des Aristoteles.






Samstag, 2. Januar 2021

Konnte Aristoteles zählen?


 

Und ewig herrschet der Irrtum, wenn Kritik und Experiment fehlen. Beispiel Aristoteles. Seine Irrtümer gehen auf keine Kuhhaut, wurden aber zweitausend Jahre (+-) als gültig verehrt. Dadurch wurde die Entwicklung der Wissenschaft lange blockiert. Wieviel wäre gewonnen gewesen, wenn es diesen Aristoteles nie gegeben hätte.

Als Naturwissenschaftler war er eine reine Katastrophe, wobei er bei seiner Herumraterei und Phantasterei - wie jeder - auch einmal zufällig richtig lag.
Besonders grotesk und lächerlich erscheint A. beim Zähnezählen.
"Aristoteles und die Erkenntnisse der modernen Biologie.
In vielen Fällen hat sich Aristoteles als Biologe geirrt. Einige seiner Irrtümer erscheinen reichlich kurios, wie die Beschreibung des Bisons, das sich „durch Ausschlagen und Ausstoßen seines Kots, welchen es bis siebeneinhalb Meter weit von sich schleudern kann, verteidigt“ (HA IX 45, 630b8 f.).[36] Offenbar war seine Informationsquelle über dieses exotische Tier nicht sehr verlässlich. Weitere bekannte Irrtümer sind unter anderem die Behauptung, der Mann habe mehr Zähne als die Frau (HA II 3, 501b19), das Gehirn sei ein Kühlorgan und das Denken geschehe in der Herzgegend (PA II 7, 652b21–25; III 3, 514a16–22) sowie das Konzept der Telegonie, wonach eine vorangegangene Trächtigkeit den Phänotyp von Nachkommen aus späteren Trächtigkeiten beeinflussen könne.
...
Bedeutender noch ist seine Hypothese, nach der die Teile eines Organismus in einer hierarchischen Ordnung ausgebildet werden und nicht – wie die (bereits von Anaxagoras vertretene) Präformationslehre annimmt – vorgebildet sind (GA 734a28–35). Diese Auffassung von der embryonalen Entwicklung ist in der Neuzeit unter der von Aristoteles noch nicht verwendeten Bezeichnung Epigenesis bekannt geworden. Ihre empirische Grundlage waren für Aristoteles seine Sezierungen. In der Neuzeit war aber die Präformationslehre vom 17. bis in das 19. Jahrhundert hinein die allgemein akzeptierte Theorie, und Vertreter der Epigenesis wie William Harvey (1651) und Caspar Friedrich Wolff (1759) fanden mit ihren embryologischen Untersuchungen, die klar zeigten, dass die Embryonen sich aus ganz undifferenzierter Materie entwickeln, wenig Beachtung. Diese Einsicht setzte sich erst im frühen 19. Jahrhundert durch und verdrängte schließlich die präformistischen Spekulationen. Endgültig wurde erst im 20. Jahrhundert in der Experimentalbiologie durch Hans Driesch und Hans Spemann bestätigt, dass die embryonale Entwicklung eine Kette von Neubildungen, ein epigenetischer Prozess ist." (Wikip.)

Dienstag, 29. Dezember 2020

Das gefiel Adorno gar nicht


 


Er hält im Unterschied zu Luhmann die Erkenntnistheorie für grundlegend, in seinem Positivismusstreit-Referat von 1972 plädiert er in der Hauptsache für die Deduktion und verwirft die Induktion. Doch stellt er alle Theorien unter Vorbehalt. “Ich möchte es als eine Folge der sokratischen Entdeckung charakterisieren, daß wir nichts wissen, das heißt, unsere Theorien niemals rational rechtfertigen können. … Denn obwohl wir unsere Theorien nicht rational rechtfertigen  und nicht einmal als wahrscheinlich erweisen können, so können wir sie rational kritisieren. Und wir können bessere von schlechteren unterscheiden.” (Positivismusstreit, 1972, S. 122)

Das ist ja auch schon mal was.