Dienstag, 3. Mai 2011

Braucht nicht mehr nachzuladen






So blödelten Greser&Lenz 2002




Man hatte länger nichts von dem islamistischen Massenmörder gehört, jetzt wurde er endlich aufgespürt und erschossen. Hinter 4-Meter-Mauern mit Stacheldraht hatte er sich auf einem großen Anwesen neben der pakistanischen Militärakademie von Abbottabad nahe Islamabads niedergelassen - als Krimineller wohnt man am sichersten neben der Polizei.
Sehr viel wird sich nicht ändern, dazu brütet der Islam, besonders in Pakistan, zu viele Fanatiker aus, aber das Ende charismatischer Führerfiguren sollte man auch nicht unterschätzen. Man erinnere sich an Hasan-i Sabbah und die Assassinen.

Christliche Ideologen wie der Papst und der EKD-Vorsitzende sollten besser schweigen, statt den Umstand der Tötung dieses Verbrechers zu bedauern.
Um Pakistan muß man sich weiter sorgen, nirgendwo herrscht der Islam brutaler, nirgenwo treibt der Geheimdienst ein so offensichtliches Doppelspiel.

Montag, 2. Mai 2011

Noch kein Maikäferwetter







Den Maikäfern ist es noch zu kalt, Nachtfrost droht den Nachtschwärmern - aber das Tagpfauenauge als Lichtfreund tummelt sich in der warmen Sonne






"Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist."
Mit diesem Zitat Lassalles, einem der Begründer der Sozialdemokratie, beginnt Sarrazin sein bekanntes Buch "Deutschland schafft sich ab".

Er bleibt also in der Partei des Siggi-Pop Gabriel, so entschied das Parteigericht.
Der kleingeistigen Verschweigerei hat sich Sarrazin sicherlich nicht schuldig gemacht, aber WDR5 praktiziert sie täglich. Dazu geben sich einschlägig promovierte Vertreter die Studiotüren in die Hand.
Heute war es SPD-Besuch aus Dortmund, Anmerkung:
Das bekannte SPD-Mitglied Wehler, der noch bekanntere Sozialhistoriker Hans-Ulrich Wehler, von der linken ZEIT als Deutschlands bedeutendster Sozialgeschichtler benannt, verteidigte im Oktober 2010 in der ZEIT Sarrazin und kommentierte dessen Buch als wesentlichen Beitrag zur Integrationsdebatte.
Der Politologe Thomas Meyer (TU Dortm.) illustriert dagegen nicht nur, daß die Politikwissenschaft meist eine windelweiche Parteigängerwissenschaft ist, sondern auch den kleingeistigen, zutiefst ideologischen Teil der SPD.
Hier hätte man doch gern den Sarrazin-Verteidiger Klaus v Dohnanyi gehört, den Ex-SPD-Bürgermeister Hamburgs.

Sonntag, 1. Mai 2011

Vetternwirtschaft





Da sieht man doch gleich, warum dieser Strauch SCHNEEBALL heißt - runzelblättriger immergrüner Schneeball - hier herrscht das Abstammungsprinzip des Neandertals





- Die königliche Komödie produziert massenhaft Bilder, große Bilder, sogar in der FAZ. Auch der monarchie- und eheunfreundliche Betrachter muß einräumen, daß sie ihn in stammesgeschichtlich finsteren Ecken gleich links neben dem Neandertal erreichen.

Rechts neben dem Neandertal entschied sich der gescheite Friedrich II. seinerzeit in Potsdam für die Abstammungs-Thronfolge, fälschlich "dynastisch" genannt, obwohl er von seinem Neffen und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. ("Der dicke Lüderjahn") nicht viel hielt, zu recht. Seine unsinnige Entscheidung posaunte er in einer Briefschrift an den Baron d’Holbach in die Welt hinaus, ohne sich die Mühe machen, wenn er denn schon an der Monarchie festhalten wollte, sich mit dem römischen Adoptivkaisertum und der römischen Tetrarchie auseinanderzusetzen.
Der Verstand tummelt sich eben nur in einer dünnen Rinde über dem Neandertal.

Samstag, 30. April 2011

Stimmt, sagte Heine






Verschwendung der Natur: nur aus wenigen Rotbuchenblüten reifen die Bucheckern, die meisten Blüten verdorren und fliegen derzeit durch die Luft




- Die wahre Heimat sei die Sprache, meinte Wilhelm v Humboldt. (Ich kann die Stelle nicht finden; nahm an, sie stünde in “Über den Nationalcharakter der Sprachen”, dort steht sie scheinbar nicht.
Heine würde dieser Behauptung Humboldts wohl nicht widersprechen:

Und als ich die deutsche Sprache vernahm,,
Da ward mir seltsam zumute:
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute.

(Wintermärchen, Caput 1)

Allerdings ist es wohl nicht die Sprache als solche, sondern vielmehr die vielen Erinnerungen und Gedächtnisinhalte, die sich mit der Sprache und ihren Formulierungen seit Kindertagen verbinden.
Das können auch nicht muttersprachliche Wendungen sein, die sehr positiv abgespeichert wurden:
Love from Marg, endete eine Jugendfreundin ihre Briefe, was ich recht wörtlich verstand, obwohl es ein konventioneller Ausdruck ist.
Welche Heimat mag Friedrich II. gehabt haben, der von einer Hugenottin französisch erzogen wurde und zeitlebens Französisch sprach und schrieb?

- Ägypten, Demokratiebewegung? In der verfassunggebenden Versammlung gab es nur zehn Frauen? Nein, nein, es gab darin keine einzige.

Freitag, 29. April 2011

Mit Herz und Verstand






Petrus Ramus alias Pierre de la Ramée, 1515-1572

Bild: Magnus Manske / Wiki.


- Aristoteles und das deutsche Herzzentrum, passen die zusammen?

Mal sehen. Jedenfalls harmonieren die drei Seelen des Aristoteles und der dreifältige Gott der katholischen Kirche gut. Sie machte ihn zu ihrem Hausheiligen aus der anderen Abteilung. Und alles lief auf den Zentralgott hinaus, den "unbewegten Beweger", das fanden die Theologen der Scholastik prima.
Und alles so schön ordentlich und gestuft, von der Amöbe bis zum Papst, vom Pfarrer bis zum Zeus, äh, Gott. Viel ordentlicher als in der Bibel. Aber eben auch von gleichem Erkenntniswert. Wenn der Schwafler Aristoteles geschrieben hatte, daß das Eis deswegen auf dem Wasser schwimmt, weil es flach ist, dann machte sich der Theologenkopf sowenig Gedanken darüber, wie bei der Behauptung, daß die rationale Seele nach dem Höchsten strebe.
Deswegen kam der Franzose Petrus Ramus auf die kluge Idee, seine Magisterthese originell zu betiteln:
„Und was immer Aristoteles sagte, es ist erlogen“.

Und Galilei führte vor, daß Herummeinerei nicht der direkte Weg zur Erkenntnis ist, sondern Überlegung und Experiment nötig sind. Erst die Renaissance brachte wieder den Verstand auf, den Archimedes erneut zu entdecken. Von dem führt tatsächlich ein direkter Weg zur modernen Kardiologie und zur Eröffnung des dt. Herzzentrums in Berlin 1986.

Ein Papst hält es natürlich mehr mit dem Gesundbeten, und, wen wunderts, die Schwafelfakultät hält Aristoteles immer noch für einen prima Mann.