Montag, 10. August 2015

Der Prozeß der Zivilisation ist umkehrbar





Anstieg der Homizidraten (tödliche Gewalt) während der vergangenen 40 Jahre in allen europäischen Staaten (mit Ausnahme Finnlands)

Quelle: Manuel Eisner, Individuelle Gewalt und Modernisierung in Europa, 1200 bis 2000, S. 85, in: Gewaltkriminalität zwischen Mythos und Realität, hg. von Günter Albrecht u.a., 2001, stw )

Die geringere Zuwanderung in Finnland besonders aus der archaischen mohammedanischen Kultur weist auf die Gründe des Wiederanstiegs der schweren Gewaltkriminalität nach jahrhundertelangem Sinken hin (vgl. auch Susanne Karstedt, Individualismus und Gewalt: Extreme Modernisierung oder Re-Traditionalisierung der Gesellschaft. Ein interkultureller Vergleich, in: Gewaltkriminalität zwischen Mythos und Realität, hg. von Günter Albrecht u.a., 2001, stw .

Ein Beispiel: Am 27.9.12 ermordete ein Marokkaner eine junge Frau und Mutter in Neuss. Der des Deutschen nicht mächtige Einwanderer in die Sozialkassen erstach mit zwei Messern bestialisch seine Arbeitsamtsachbearbeiterin.



Sonntag, 9. August 2015

Wie das Recht so spielt








„Das bürgerliche Recht setzt Prinzipien um, während das Common Law Konflikte schlichtet“, zitiert der Historiker Niall Ferguson in seinem Buch „Der Niedergang des Westens. Wie Institutionen verfallen und Ökonomien sterben“  (2012) das Fazit eines Aufsatzes von Andrei Shleifer et al.

Das Römische Recht determinierte das französische Recht, das wiederum das kontinentaleuropäische Recht dominierte und damit heute das EU-Recht.
Das englische Common Law ist wesentlich ein pragmatisches Richterrecht.

„Wieso erwies sich das französische Recht letztlich als schlechter als das englische?
Weil die französische Krone im Mittelalter anders als die englische auf ihre Vorrechte pochte. Weil Frankreich im Innern weniger befriedet und im Äußeren angreifbarer war als England. Weil die französischen Revolutionäre Richter aus Mißtrauen in Automaten verwandeln wollten, welche die Gesetze genauso umsetzen, wie sie von der Legislative formuliert und kodifiziert worden waren. Das hatte zur Folge, daß sie weniger unabhängig und die Gerichte von der Prüfung administrativer Akte ausgeschlossen waren. Der französische Freiheitsbegriff war in der Theorie absoluter und in der Praxis weniger wirkmächtig. Auf jeden Fall zogen die Franzosen, wie Tocqueville beim Vergleich zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich in den 1830er und 1840er Jahren scharfsichtig bemerkte, Gleichheit der Freiheit vor. Dies führte zu einem starken Zentralstaat und einer schwachen Zivilgesellschaft, und als Frankreich dieses Modell in seine Kolonien in Asien und Afrika exportierte, waren die Ergebnisse sogar noch schlimmer.“ (Niall Ferguson, „Der Niedergang des Westens. Wie Institutionen verfallen und Ökonomien sterben“, S. 103f.)


Bis heute, kann man konstatieren. Weswegen sich England illegalen Eindringlingen etwas besser erwehren kann als Frankreich und eventuell das EU-Rechteerlassungsrecht verlassen wird. 







Samstag, 8. August 2015

Oh Island in the sun, built to me by my father’s hand, all my days I’ll be singing pray(er)s, to hold on to the smashing Euro days (Belafonte)









Madagaskar in der Mitte - östlich davon Reunion und Mauritius, nordwestlich die Komoren mit Mayotte und Anjouan. (Karte: Wiki.)



Pascal empfahl ja, zuhause zu bleiben und etwas Sinnvolles zu erfinden, er zum Beispiel baute eine Rechenmaschine. Aber die meisten Leute fahren lieber weg, auf eine Insel etwa, nach Mauritius, oder auf die Nachbarinsel Reunion, oder die Komoren. 

Mauritius ist recht beliebt, dort wird auch Englisch gesprochen, die reisefreudigen Briten und andere, die des Französischen nicht mächtig sind, mögen das, und das gereicht dem französchischsprachigen Reunion zum Nachteil. 
Trotz der touristischen Mindereinnahmen ist das Prokopfeinkommen auf Reunion dreimal so hoch, 17520 USD zu 5520 USD. Haben die französischen Insulaner vielleicht eine Goldader, die sie ausbeuten? Nicht direkt, sie haben Frankreich, den Euro und die Fähigkeit, Gelder aus Paris locker zu machen. Die französischen Steuerzahler sind so nett, ohne allerdings gefragt worden zu sein, den Reunion-Insulanern ihr Französischsein zu vergolden. Deswegen zieht es auch den einen oder anderen Mauritius-Insulaner nach Reunion.

Dies ist auch so in der weiteren indischozeanischen Nachbarschaft. Insulaner, besonders hochschwangere Frauen, zieht es von Anjouan nach Mayotte. Mayotte ist seit 2011 französisches Departement. In einer Abstimmung sprachen sich über 90% für den vollen französischen Status aus; nicht unbedingt aus Liebe zu Frankreich, sondern aus Liebe zum französischen Euro und der französischen Sozialhilfe. Und wenn die Frauen von der nichtfranzösischen Nachbarinsel Anjouan auf Mayotte entbinden, dann erhalten ihre Kinder automatisch die französische Staats- und Sozialbürgerschaft. Das läßt die Schwangeren das Risiko der Überfahrt in kleinen Booten in Kauf nehmen.   


Der Sozialstaat setzt keine Anreize zur Eigenanstrengung, zieht aber magisch Trittbrettfahrer an  

Freitag, 7. August 2015

Sine ira et studio









Collier ist Entwicklungsökonom an der Uni Oxford


„Doch die Migration kann man auch als selbstsüchtig bezeichnen, denn wenn Arbeiter denjenigen den Rücken zuwenden, die von ihnen abhängig sind, und die Tatkräftigen die Schwächeren ihrem Schicksal überlassen, dann ignorieren sie die Verantwortung für andere ... Aus dieser wiederum emotionalen Perspektive betrachtet, muß die Migrationspolitik diejenigen schützen, die am Ort bleiben.“
(Paul Collier, Exodus, S. 17)

Colliers Familie wohnte in Bradford, einer ehemals wohlhabenden Stadt, die es heute nicht mehr ist. „Der einzige Unterhausabgeordnete der „Respect Party“, die im Grunde eine Partei islamischer Extremisten ist, stammt, von Einwanderern gewählt, aus Bradford. In diesem Fall sind manche der Einwanderer tatsächlich feindliche Agenten: Vier von ihnen verübten die terroristischen Selbstmordanschläge in London, denen 57 Menschen zum Opfer fielen.“  (Paul Collier, Exodus, S. 10)

Und einen dritten Aspekt präsentiert der Oxforder Migrationsforscher eingangs seines Buches:
„Ein Lebensstil wie der meiner Familie (englisch, niederländisch-italienisch, amerikanisch, WD) ist auf potentiell parasitäre Weise von denjenigen abhängig, deren Indentität fest verwurzelt ist und die dadurch lebensfähige Gesellschaften bilden ... In den Ländern, mit denen ich mich beruflich beschäftige – den multikulturellen Gesellschaften Afrikas – hat eine schwache nationale Identität offensichtlich die entgegengesetzten Folgen.“ (Collier, S. 11)




Donnerstag, 6. August 2015

Ca. 15°C mehr in kurzer Zeit!







Ca. 15°C mehr in kurzer Zeit!

Von einem langen Sommer kann man noch nicht sprechen. Aber immerhin, er schaut mal wieder vorbei. 
Vom Langen Sommer spricht der Archäologe und Anthropologe Brian Fagan, Acemoglu und Robinson nehmen auf ihn Bezug:

„Um 15.000 v.u.Z. endete die Eiszeit, als sich das Klima der Erde erwärmte. Indizien aus den Eisbohrkernen von Grönland lassen vermuten, daß die Durchschnittstemperaturen innerhalb einer kurzen Frist um ganze 15°C stiegen. Gleichzeitig scheint es zu einem raschen Bevölkerungswachstum gekommen zu sein, denn die globale Erwärmung führte zu größeren Tierpopulationen und einer viel besseren Verfügbarkeit von wilden Pflanzen und damit zu mehr Nahrung. Dieser Prozeß kehrte sich um 14 000 vuZ jäh durch eine Kälteperiode um, die als Jüngere Dryas bekannt ist, doch nach 9600 vuZ stiegen die globalen Temperaturen erneut, nämlich um 7°C in weniger als einem Jahrzehnt, und sie sind seither hoch geblieben.“ (Acemoglu/Robinson, Nationen, S. 178f.)

Das ist der Hintergrund der Neolithischen Revolution, die Zivilisation beginnt mit Seßhaftigkeit sowie Ackerbau und Viehzucht. Die Erwärmung machte es möglich.