Montag, 26. September 2011

Vortrag "Biokernsprit - Umsteigen statt Aussteigen"






Kügelchen für sehr warm

(Bild: Stefan Kühn / Saibo / Wiki.)



- Da schau: “ Tschechien will in Zukunft noch stärker auf Atomenergie setzen

Planspiele der Regierung zielen auf Unabhängigkeit von russischen Gas- und Öllieferungen

Von Stefan Heinlein

Während in Deutschland der Atomausstieg beschlossene Sache ist, will Tschechien bis zu zehn weitere AKWs für den Energiehunger der Zukunft bauen. Die Solar- und Windtechnologie sei nicht in der Lage, den steigenden Energiebedarf zu decken, heißt es in Prag.
Noch sind es nur Planspiele. Doch die künftige Richtung der Energieversorgung in Tschechien ist klar. Prag setzt künftig noch stärker auf die Atomenergie. Ihr Anteil an der Energieversorgung könnte in den kommenden Jahren auf bis zu 80 Prozent steigen, bestätigt der Sprecher des zuständigen Industrieministeriums Pavel Vlcek. … In dieser Woche gab die Regierung bekannt, man rechne mit einer Verlängerung der Laufzeiten für die beiden bereits bestehenden Atomkraftwerke. Das fast 30 Jahre alte AKW in Dukovany soll um einen Reaktorblock erweitert werden und bis zum Jahr 2045 weiterlaufen. Für das umstrittene AKW Temelin nahe der bayerischen Grenze rechnet Prag mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2062. “ DLF 23.9.11 Europa heute
// Ja, sind die Tschechen denn total verrückt? So verrückt wie die Franzosen? Noch verrückter als die Amerikaner, die Finnen, die Engländer etcetera pp. ? Die ganze Welt verrückt?

- Was es alles gibt:
Vokkshochschule Neuss -Vortrag Montag 26. September 2011
Offenes Forum ab 16:00 Uhr im Raum 21. des

Weiterbildungszentrums Hafenstrasse 29 in Neuss Mitte
Möglichkeit für Experten und Interessierte: Austausch zu Fragen wie zum Beispiel:
Gibt es in Deutschland genügend Biomasse um nennenswerte Mengen an Treibstoff zu hydrieren ?
Wie teuer kommt eine Hydrieranlage zu stehen ?
Wie viel Wasserstoff benötigt man und woher kommt dieser zu tragbaren Kosten?
Wie aufwendig ist der Transport der Biomasse zu den Hydrierwerken?
Warum sollte man zum Hydrieren Hochtemperatur aus Kugelbett-Reaktoren nehmen?
Wieso nennt man diese auch Öfen?
Wieso kommt dort wirklich kein GAU zustande?
Wohin mit der Nachzerfallswärme?
Welche Nachteile bringt die geringe Energiedichte?
Wirkt sie sich nachteilig auf die Kosten und Wirtschaftlichkeit aus?
Was kann man gegenrechnen? Wohin mit den abgebrannten Kugeln?
Endlager - wie lange strahtl der Abfall zu stark ?
Welche Mischung an Strahlungs-Elementen kommt heraus?
Wie sind deren Halbwertzeiten?
Wie lange dauert es bis zur unschädlichen Reststrahlung?
Stimmt die Greenpeace-Forderung nach NULL-Strahlung?
Warum hat die Industrie den Kugelbett-Reaktor nach 1988 weltweit nicht weiterverfolgt?
Warum aber in Südafrika, China und kleineren Projekten in anderen Ländern?
Gibt es irgendwo einen „show-stopper“ oder folgten alle der Schweigespirale?
und viele andere, die Teilnehmer bestimmen.....

um 19:30 dann Vortrag "Biokernsprit - Umsteigen statt Aussteigen"

Hafenstraße 29, 41460 Neuss
Kursort: Weiterbildungszentrum, Raum 21 - Dozent: Michels, Dipl.-Ing. Jochen K.

www.biokernsprit.org

Sonntag, 25. September 2011

Je intelligenter, desto dümmer





Führt die Schule zur Verdummung?

Die Fuggar und die Gesamtschule Klasse 9 - Anmerkung der Lehrerin (sie sei bedankt): "Der Schüler rechnet mit einem Fachoberschul-Reife, und seine Chancen stehen nicht schlecht. Die GS (Gesamtschule) macht es möglich."





- Intelligenz-Korrespondenz:
… Ich beziehe mich bei der "Regression zum Mittel" auf Hans J. Eysenck, DIE UNGLEICHHEIT DER MENSCHEN, speziell S. 116ff. Er stellt seinem Buch voran: “Für Gary, Connie, Kevin und Darrin in der Hoffnung, daß ihnen die genetische Regression zum Mittelmäßigen nicht allzusehr mitgespielt hat!”
Wie stark sie sich ausgewirkt hat, wäre zu untersuchen, daß sie sich aber ausgewirkt hat, dürfte auf der Hand liegen. Und dies eben deckt sich mit der Lebenserfahrung. Vielfach habe ich diesen Effekt beobachtet. Der Effekt fällt um so stärker aus, je extremer der Meßwert ist, er ist jedoch in der hohen Intelligenzgruppe (IQ 130-140) noch stärker als in der unteren Gruppe (IQ 80-90, Diagramm S. 117 / Blogeintrag 2.9.10 u. 16.9.10)
Wie sich statistische Befunde und individuelle zum Gesellschaftsganzen verhalten dürfte zu untersuchen und zu dokumentieren spannend bleiben.
Wie wirkt sich die orientalische Verwandtenheirat aus? Wie das Gesamtschulsystem (vgl. Blog 18.9.11)? Wie wirkt ein individueller Fall auf die Gesellschaft, wie beispielsweise Bill Gates, der offenbar wesentlich intelligenter ausfiel als seine intelligenten Eltern, sein Studium abbrach und, mit ähnlichen Agenten wie Steve Jobs, eine digitale Kulturrevolution in Gang setzte?
Wie wirken sich Religionen auf den IQ gesellschaftlicher Gruppen aus? Hinweise hat schon Max Weber gegeben (“Geist d. Kapitalismus und die protestantischen Sekten”), man hat deutliche Befunde im islamischen Raum (Arab Human Development Report 2009), das Zusammenspiel mit der Genetik ist aber unklar.
Immer gleicher werden wir wohl nicht, nur stieg der durchschnittliche IQ in den westlichen Gesellschaften ganz allgemein an, die individuellen Unterschiede blieben aber. Sie werden es weiter bleiben, weil das Zusammenspiel von Genen einer endlosen Permutation gleicht, die immer neue Kombinationen zuläßt, schlechtere und erfolgreichere, und zudem das Reifen der Neronen und des Gehirns vermutlich ebenfalls für viele Zufälle offen ist (vgl. 9.9.10).
Die Regression zur Mitte beim IQ wird also immer neu aufgemischt durch genetischen Zufall und Hirnreifungszufall. Dem IQ sollte man aber nicht zu große Bedeutung beimessen. Gesellschaften, die so intelligente Leute wie Khomeini, Benedikt und Schellnhuber in einflußreiche gesellschaftliche Positionen einrücken lassen, erleiden große Wissenschafts- und Wohlfahrtsverluste. Die Ressource INTELLIGENZ macht nur einen Faktor aus in einem multifaktoriellen Geschehen.  
Und: Könnte es sein, daß große Intelligenz bei großen Problemen eher zu kleinen Ergebnissen führt, weil intelligente Köpfe zur Anmaßung neigen und dadurch “Intelligenzfehler” eintreten? Viele Namen von Alexander dem Groben bis zu Obama würden mir einfallen.

Samstag, 24. September 2011

Toleranzpatent? Da fahr doch der Teufel dazwischen!







Georg Decker malte Joseph II. (1741-1790)


- Mit untrüglichem Gefühl für das Unwichtige und Nebensächliche widmete sich der WDR5 (Zeitzeichen) Königlein Ludwig dem Kind. Hat halt ein Herz für Kinder, der WDR, obwohl er stets für die Abtreibung eintritt.

Aber in diesen Tagen dreht sich doch alles um einen alten Mann aus Rom. Um den Papstbesuch. Davon kann man doch gar nicht genug bekommen. Daher sei auch an den Papstbesuch von 1782 erinnert. In Wien:

- “ Papst Pius VI. besucht Josef II.
Die tolerante Haltung Kaiser Josefs II. gegenüber den „A-Katholiken“, d. h. den Nicht-Katholiken, hatte in Rom Beunruhigung ausgelöst. Das 1781 erlassene Toleranzpatent für die Protestanten und die Griechisch-Orthodoxen bewog Papst Pius VI. schließlich nach Wien aufzubrechen, um Josef nachdrücklich an seine Pflichten als römisch-deutscher Kaiser, nämlich Beschirmer der römischen Kirche zu sein, zu erinnern. Einen ganzen Monat lang, vom 22. März bis zum 22. April 1782 hielt sich der Papst in Wien auf, die Verhandlungen mit dem römisch-deutschen Kaiser verliefen jedoch großteils ergebnislos, Josef II. wich entweder den Gesprächsterminen „aus gesundheitlichen Gründen“ aus oder blieb unnachgiebig. Vor allem in prinzipiellen Fragen, was die Toleranz gegenüber den „akatholischen“ Untertanen betraf, aber auch bezüglich der Klosteraufhebungen und der eingezogenen Besitzungen der aufgehobenen Klöster war der Kaiser zu keinem Kompromiss bereit. Als Pius VI. am 22. April 1782 Wien verließ, soll Josef dies mit einem Seufzer der Erleichterung quittiert haben.
Der Kirchenjurist Kardinal Giovanni Angelo Conte Braschi (1717-1799) war 1775 zum Papst gewählt worden, als Pius VI. war er fast ein Viertel Jahrhundert lang, bis zu seinem Tod am 29. August 1799, Papst. Als er im März 1782 nach Wien reiste, stand er in seinem 65. Lebensjahr, während Josef, der 1764 zum römisch-deutschen König gekrönt worden war, nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Franz I. 1765 Kaiser geworden und im selben Jahr von seiner Mutter Maria Theresia zum Mitregenten in den habsburgischen Ländern ernannt worden war, wenige Tage vor der Ankunft des Papstes in Wien seinen 41. Geburtstag gefeiert hatte.
Den Hintergrund des ersten offiziellen Besuchs eines Papstes in Österreich bildete die Unzufriedenheit Roms mit der Reformpolitik Kaiser Josefs II.
Der vom Geist der Aufklärung inspirierte Kaiser hatte mit der konsequenten Fortsetzung der bereits unter seiner Mutter begonnenen Reformen großen Unmut beim Klerus erregt. Nach dem Tod Maria Theresias 1780 Alleinherrscher, führte Josef die Reformen zügig weiter: Der Tolerierung der Protestanten, der Griechisch-Orthodoxen und der Juden folgte die Aufhebung aller geistlichen Orden, die sich weder dem Schulunterricht noch der Krankenpflege widmeten. “
(http://museum.evang.at/content/papst-pius-vi-besucht-josef-ii)

- Josef II. " … machte den Papst während seines verzweifelten Besuches in Wien lächerlich - jedenfalls sein erster Minister tat es. "
(Golo Mann, Dt. Geschichte, S. 47)

Freitag, 23. September 2011

Leerer Himmel







Die Schwalben haben sich davongemacht, ein paar Erdbeeren sind noch angekommen





- Ökumene? Da brauche sich die katholische Kirche nicht zu beeilen, meinte der jüngst verstorbene Rechtswissenschaftler Hans Joachim Hirsch, bald werde es nur noch die katholische Kirche geben.
Wenn man den derzeitigen Protestantenchef Schneider neben dem Benedikt Ratzinger sieht, könnte man der Prognose Glauben schenken.
Oder meinte er, die EKD werde sich in eine Arbeitsgemeinschaft der SPD umwandeln?

- Wer Wissenschaft und Kunst besitzt,
Hat auch Religion;
Wer jene beiden nicht besitzt,
Der habe Religion.

(Goethe, Zahme Xenien, S. 383 Berl. A.)


Will heißen, daß sowohl Wissenschaft und Kunst ihre Ausübenden konstruktiv beschäftigen und ihnen höhere Perspektiven vermitteln. Bei der Kunst der Gegenwart darf man da nicht mehr so sicher sein, der Wissenschaftler hat weiter seine spannende Aufgabe. Alle anderen wären wohl zumindest in dem von der Aufklärung zivilisierten Christentum ganz gut aufgehoben. Im laizistischen Staat.

Donnerstag, 22. September 2011

Sieht doch aus wie ein Minarett




Das ist nicht der Papst mit dem EKD-Vorsitzenden - das sind zwei Unheilige aus dem Morgenland, die den Test einer ballistischen Rakete beobachten. Auch die Reichweite von 2000 km finden die Ayatollahs prima; sie sind die Chefs der “Revolutionsgarden”, die die Raketen bauen und testen. (Vgl. “Iran testet Raketen und droht”, FAZ 29.6.11; Skizze nach Foto)




"So bringt die Unvollkommenheit der Menschen mit sich, daß es sicherer und erträglicher ist, wenn mehrere das Steuerruder halten, so dass sie sich gegenseitig beistehen, belehren und ermahnen, und wenn sich einer über Gebühr erheben sollte, mehrere Aufseher und Meister da sind, um seine Willkür im Zaume zu halten." (Calvin, Institutio IV, 20,8)
An solchen Stellen knüpfen Überlegungen an, bei Calvin demokratische Wurzeln zu entdecken.
Die sind auch in in seiner Genfer “Kommune” auszumachen. In Frankreich von den Katholiken verfolgt, flüchtete Calvin in die Schweiz und baute dort eine Modellgemeinde auf. Er hielt von Luthers ZWEI-WELTEN-LEHRE nichts, er dachte allumfassend, also “katholisch”, und errichtete eine Gemeinde, in der alles der Glaubensstrenge unterworfen war. So lehnte er zwar die absolute Herrschaft einer Person ab, darin liegt zweifellos etwas Demokratisches, aber das herrschende Kollegium unterwarf in Genf alle Gemeindemitglieder einem totalitären Regime. Hier haben die Kommunisten die öffentliche Selbstkritik abgesehen, die die Freiheit des Einzelmenschen in den Staub tritt.
Das sollte man nicht vergessen: Demokratie wiegt wenig ohne die Freiheit des Individuums. In der Ablehnung der individuellen Freiheit gleichen sich aber Calvin und die Päpste.
Hier darf man Luther danken, der in seiner Schrift “Von der Freiheit eines Christenmenschen” zumindest im Glauben jede Untertänigkeit ablehnt, die er allerdings im Bereich der weltlichen Ordnung leider um so stärker bejaht.
Man sieht, daß es im Reich des Christentums keine ausdrückliche Anerkennung der individuellen weltlichen Freiheit gibt, zu welcher Kirche oder Sekte man auch blicken mag.

“ Sondern frei leben wir miteinander in der Polis und im gegenseitigen Geltenlassen des alltäglichen Treibens, ohne dem lieben Nachbarn zu grollen, wenn er einmal seiner Laune lebt …”
Diese Zeilen aus der Leichenrede des Perikles (Thukydides, Geschichte des Peloponnesischen Krieges, II,37)

Das ist und bleibt die einzige starke Quelle freiheitlichen Denkens, auf die man sich in der Moderne direkt beziehen kann.
Hätte Calvin auch nur einen Anflug persönlicher Freiheit zugelassen, dann hätte er nicht gemeinsame Sache mit den päpstlichen Häschern gemacht und den Protestanten Michel Servet nicht verbrannt.