Freitag, 30. März 2012

Mätzchenpolitikerin





Nein, das ist nicht die Schwester von Helge Schneider, die hätte sich wahrscheinlich nicht mit einem Uhu getroffen und dort kille-kille gemacht wie bei einem Kanarienvogel.

Diese Frau, die hier ihre Sympathie mit dem Fleischfresser zeigt, ist die Sozialpolitikerin K.-K., die Wahlkampfmätzchen veranstaltet. Offenbar läßt sie das schwache tote Küken im Uhuschnabel völlig kalt, was bei einer Sozialpolitikerin nicht unbedingt zu erwarten wäre. Aber es handelt sich eben um Wahlkampfmätzchen, und diese K.-K. mit dem Mätzchenlächeln wurde im Winzigländchen Saarland wiedergewählt.

Donnerstag, 29. März 2012

Der Zauberer





Das paßt zu Aschenbach und Thomas Mann - ein Jugenstilornament im strengen Rechteck - die Erstausgabe der Erzählung
(Bild: Wiki.)



Seine Novelle “Tod in Venedig” von 1912 zeigt Thomas Mann schon auf der Höhe seiner Kunst. Die Sprachmelodie, das feine Gespinst des Textes, die souveräne Behandlung der Motive, die symbolische Bildgebung der Handlung - man kann das erst mit den Jahren angemessen würdigen. Und unwillkürlich fällt mir der Titel der Biographie Peter de Mendelssohns ein, der mir früher zweifelhaft erschien: “Der Zauberer – Das Leben des Schriftstellers Thomas Mann.”

Mehrmals schon wollte ich die CD aus dem Magazin nehmen, doch die ersten Perioden hörend zieht mich die ‘mannisch’ anmutende Lesart Gert Westphals immer wieder in den Text.

Mittwoch, 28. März 2012

Emos aus dem Internet




Karl May als Kara Ben Nemsi
(Bild: Wiki.)



Ich habe bei Orientalisten immer wieder den Eindruck, daß sie sich nach der Lektüre der Kara-Ben-Nemsi-Romane Karl Mays zum Studium der Arabistik entschlossen haben und die jugendliche Karl-May-Erfahrung bei ihnen lebenslang anhält. Bei Rainer Hermann geht es mir so, der gerade wieder “Das arabische Erwachen” in der FAZ beschwor (27.3.12). Hatten wir das arabische Erwachen nicht schon im Kairo der 1920er Jahre? Und dann wieder bei Nasser und Ben Bella? Die Perser nicht zu vergessen, die mit ihrer Revolution gegen den Schah einen nachhaltigen Eindruck machen. Die Islamisten haben sich durchaus verändert, seit Sayyid Qutb die Muslimbrüderschaft ideologisch fundierte. Vor allem sind es immer mehr Islamisten geworden. Sie finden auch einen “Modus vivendi”, wie Hermann meint, “gleichzeitig ein gläubiger Muslim und ein glaubwürdiger Demokrat zu sein”. Das kann man ja in Tunesien sehen, das Hermann zu “Arabiens neuem Musterländle” erklärt und wo die Regierungssalafisten Brandfront gegen unsalafistische Medien machen und “unzüchtig” gekleidete Frauen tätlich angreifen. Man kann es auch im Irak sehen, wo die arabische Demokratie am weitesten ist:
“In der arabischen Welt rebelliert die Jugend gegen die Despoten. Im demokratischen Irak schränkt die Regierung die Freiheitsrechte ein. Jüngstes Opfer sind sogenannte Emo-Jugendliche.

Jeden Morgen geht Fadhel Jatti durch die Hörsäle und hält Ausschau nach Studentinnen und Studenten in engen Jeans und sogenannten Emo-Shirts. Als Leiter der TV-Abteilung des Medien-Colleges an der Universität von Bagdad hätte Jatti eigentlich Wichtigeres zu tun. Aber Befehl sei Befehl, sagt Jatti. Die irakische Regierung hat in den letzten Wochen die Eliminierung des Phänomens der Emos angeordnet. Eine Reihe von ungeklärten Morden hat seitdem eine Schockwelle unter Jugendlichen, aber auch unter Homosexuellen und säkular gesinnten Irakern ausgelöst.
«Gefahr für die Gesellschaft»

Wie viele Morde es gegeben hat, liegt im Dunkeln. Irakische Fernsehsender, die der Regierung kritisch gegenüberstehen, berichteten von jungen Männern im Emo-Look, denen mit Zementblöcken der Schädel eingeschlagen worden sei. Die Regierung bestreitet, dass es überhaupt Morde an Emos oder Homosexuellen gegeben hat. …” (Inga Rogg, Bagdad, Verbissener Kulturkampf im Irak, NZZ 17.3.12)
Hermann spricht auch nur von der “Demokratie”. Das ist eine Wortfalle. Die repräsentative Demokratie wiegt wenig ohne ihr europäisch-historisches Fundament, die individuellen Freiheitsrechte. Auf die kommt es an.
Wie lebte der einzelne Bürger unter der Diktatur des Schah und wie lebt er heute in der islamistischen Teheraner Demokratie? Ein Sturz in den Abgrund. Auch die ‘Lee-Familien-Demokratie’ in Singapur ist in dieser Hinsicht studierenswert. Ohne eine Muster-Demokratie zu sein katapultierte Lee Kuan Yew seit 1959 sein Ländchen aus der Massenarbeitslosigkeit arabischen Ausmaßes erst in ein Industrieland, dann in eine wohlhabende Dienstleistungsgesellschaft mit beträchtlichen individuellen Freiheitsrechten. Auf die kommt es an, verbunden mit geringer Arbeitslosigkeit.
Orientalisten vom Schlage Rainer Hermann sollten vielleicht zur Karl-May-Lektüre zurückkehren.

Dienstag, 27. März 2012

Kann so bleiben





Fast eine Woche Sonnenfrühling (0-19°C) - da muß eine neue Gebärhöhle her; statt Cassina für den Komfort gibt es Laub, das mit dem Maul transportiert wird für die jungen Mauswiesel.

Montag, 26. März 2012

Die Steinzeit lebt




Uralte Stammesgeschichte



- Es geschah am hellichten Tag:

Ali Ahmed Omar
geboren: 1982
erstochen: 7. Januar 2011
Wohnort: Kiel
Herkunft: Opfer: Irak/Kurde; Täter: Libanon
Kinder: 1 Tochter (zur Tat 3 J.)
Täter: 5 Männer aus dem Libanon (21-45 J.)
Ali ist ein junger Kurde, der 2001 aus dem Irak nach Deutschland kommt. Er ist gelernter Tischler und arbeitet erst als Fahrer, dann als Friseur in Kiel. Im Jahr 2006 heiratet er eine 22jährige Deutsche. Alis bester Freund heiratet ihre Schwester.
Ali und seine Frau bekommen eine Tochter. Im Mai 2008 trennt er sich ohne Angabe von Gründen. Später stellt sich heraus, dass er sich in die Libanesin Nera verliebt hat. Diese ist nach islamischem Ritus mit einem anderen Mann verheiratet und hat eine dreijährige Tochter.
Nera verlässt ihren Mann und zieht am 31. Dezember 2010 zu Ali. Eine Woche später wird er ermordet. ..."

Den Rest kann man auf ehrenmord.de oder in der NZZ v. 24.3.12. Dieser Ali selbst war gegenüber seinen Partnerinnen gewalttätig.

Gewalt gehört im Orient zu den Alltagsmünzen. Der Iraker wurde in aller Öffentlichkeit in einer Bäckerei mit 19 Messerstichen hingerichtet. Der Respekt gegenüber dem Individuum ist gering. Es ist Teil der Familie und des Clans und nur als Mitglied dieser Gruppen respektabel. Das Wort “Freiheit” hat daher einen völlig anderen Sinn als in Europa.

Als vor fünfzig Jahren der französische Algerienkrieg endete und der algerische “Freiheitskampf” siegte, übernahmen arabische Cliquen die Macht und schraubten die Zivilisationsstandards der französischen Kolonie zurück, insbesondere den Rechtsschutz für das Individuum. Dieses verlor seine individuelle Freiheit und sank zurück in den Rahmen dessen, was die orientalische Familie bzw. deren Oberhaupt gewährt und für richtig hält.

Diese rigide, primitive Hierarchie bleibt als stammesgeschichtliches Erbe auch für Menschen mit einfacher Mentalität in zivilisierten Ländern reizvoll. So zog der Chef einer gewaltbereiten Rockerbande im Interview (FAZ 24.3.11, Black Jackets) logisch passend den Familienvergleich für seine strengen Hierarchieregeln: “ (wir) könnten uns untereinander auch Vater, Onkel, Stiefvater oder Pate nennen. “ Da steht allerdings die traditionelle orientalische Familie Pate, in der jederzeit zugeschlagen wird, wenn es dem Ranghöheren gefällt. Die Bande, die sich sinnig das Motto CAVE CANEM zum Bulldoggenkopf erwählt hat, wurde von “Türken, Jugos und Deutschen aus dem Jugendhaus” gegründet. Dazu paßt auch der Charakter der “reinen Männerbruderschaft”, denn in der orientalischen Familie regieren und schlagen stets Männer.

- Medina Memi wurde lebendig begraben
" "EHRENMORD" IN DER TÜRKEI WELT 09.02.2010
Lebendig begraben, weil Medina mit Jungen sprach
Ein furchtbarer "Ehrenmord" erschüttert die Türkei: der Fall der Medina Memi, die von der eigenen Familie lebendig begraben wurde. Der Vater hatte sie unter dem Hühnerstall fast zwei Meter unter der Erdoberfläche eingegraben. Die Tat löst eine lange überfällige Diskussion im Land aus. ... In diesem zwei Meter tiefen Loch in der Türkei fand man die 16-jährige Medina M. Sie wurde lebendig begraben.
Die Hände waren auf den Rücken gebunden, Lunge und Magen voll Erde. Medina war bei lebendigem Leibe zugeschaufelt worden. Zur Sicherheit hatten die Mörder noch eine Zementschicht darüber gegossen. ..." (Vgl. FAZ 26.3.12)

- "Am 11. Januar 1999 erschütterte der Mord am Lehrer Paul Spirig die Stadt St. Gallen. Spirig hatte eine Schülerin, die von ihrem Vater, dem Kosovo-Albaner Ded Gecaj, sexuell missbraucht worden war, vor dem Selbstmord gerettet. Dieser «rächte» sich, indem er den Lehrer in der Schule erschoss. Es war ein privates Drama, das in der Öffentlichkeit die Frage nach einem besseren Zusammenleben von Schweizern und Immigranten aufwarf." NZZ 24.3.12
"Entsprechend prominent haben die kosovarischen Zeitungen am Samstag über Gecajs Tod in der Untersuchungshaft berichtet. «Koha ditore», eine seriöse, unabhängige Zeitung in Kosovo, hält in erster Linie die Fakten fest. Die Zeitung betont allerdings, dass die St. Galler Behörden keine Beweise für Gecajs Selbstmord veröffentlicht hätten. In Leserkommentaren auf der Online-Site der Zeitung wird die zurückhaltende Informationspolitik der St. Galler Behörden kritisiert. Diese lasse Zweifel an der Darstellung aufkommen, Gecaj habe sich selber getötet. Einzelne Kommentatoren versuchen auch, die Tat Gecajs mit dem im albanischen Kulturraum noch immer verbreiteten Gewohnheitsrecht der Blutrache zu legitimieren.
Scharfe Kritik setzt es für die kosovarischen Behörden ab. Diese hätte Gecaj nicht an die Schweiz ausliefern dürfen. In Leserkommentaren der Boulevardzeitung «Gazeta Express» weisen wenige Kommentare auch auf die verwerfliche Tat von Gecaj hin. Mehrheitlich wird aber Partei für Gecaj ergriffen. Er wird als Mann skizziert, der vor allem die Ehre seiner Familie verteidigt habe. Es sei unentschuldbar, dass Kosovo den Mann ausgeliefert habe. Für Kosovo sei das eine Schande." NZZ 21.11.10