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Sonntag, 26. Mai 2013

Meine Herrn, bin ich nervös





Adolf Grünbaum (Uni Pittsburgh) untersucht Freud und Freud-Freund Habermas. Das Buch enthält seine Konstanzer Vorlesungsreihe zum Thema.








“ Unsere Kultur ist ganz allgemein auf der Unterdrückung von Trieben aufgebaut “, schreibt der Sektierer Freud in “Die ‘kulturelle’ Sexualmoral und die moderne Nervosität”. 
Und: “ Das Motiv der menschlichen Gesellschaft ist im letzten Grunde ein ökonomisches; da sie nicht genug Lebensmittel hat, um ihre Mitglieder ohne deren Arbeit zu erhalten, muß sie die Anzahl ihrer Mirglieder beschränken und ihre Energien von der Sexualbetätigung weg auf die Arbeit lenken. Also die ewige, urzeitliche, bis auf die Gegenwart fortgesetzte Lebensnot. “


Schlimm, schlimm, schlimm. Das traumatisiert natürlich. Tief. So erklärt sich mancher 1968er seinen damaligen Drogenkonsum, die dadurch ausgelöste Psychose, den Studienabbruch und seine jahrelange Therapie (Gruß an Udo!). Und er glaubt heute noch daran. Schließlich hat er Freud, seinen Schüler Wilhelm Reich und Reimut Reiche gelesen. Letzterer hält an seiner Frankfurter Uni noch immer einschlägige Vorträge, zum Beispiel “Adorno und die Psychoanalyse”. Adorno nämlich hat den soziologischen Freud mit Marx umgerührt und zur sog. “Kritischen Theorie” verbastelt. Sein Schüler Habermas, die Gouvernante der Nation, hat das weitergestrickt, etwa in “Erkenntnis und Interesse”. Und so herrscht der freudianische Unsinn flächendeckend in den Philosophischen Fakultäten und beschickt die Redaktionen landauf, landab.

Mittwoch, 26. September 2012

Grün schillert







Frankfurter Würstchen a la Amorbach wären ein stimmiges  Symbol der Berliner Republik – 
paßte auch gut zu Merkel und Wagner-Pausen 




Wir leben im Zeitalter des Gutgeseires, der Mainzelmännchen, Frankfurter Würstchen und Grünzwerge, die die altgedienten Gartenzwerge weitgehend ersetzt haben.

Ein besonders spießiges Würstchen war Adorno, der nicht nur völlig humorlos war, den Jazz als Barbarenmusik bezeichnete und neue Gedichte verbieten wollte – auch gegen das Singen setzte er sich engagiert ein, weil, ja, weil auch die Nazis gesungen hatten. Daher verschwand das Singen aus den Kingergärten und Schulen. Auch bei der Geistaustreibung insgesamt stand Adorno überall Pate, assistiert von Schreibersimpln wie Heinrich Böll. Adorno ist daher der eigentliche Pate der Berliner Republik, die deswegen auch ein Frankfurter Würstchen in das Staatswappen setzen sollte. Damit wäre der Geist des Wohlfahrtsstaates ebenfalls gut symbolisiert.

Im Klima der Kleingeistigkeit nach 1968 wuchs nicht viel Erwähnenswertes, Luhmann immerhin, leider schon verstorben – Lübbe, Marquard, und auch Karl Heinz Bohrer. Im besonders verspießerten Köln geboren, entging Bohrer aber im Schwarzwälder Birklehof den Zugriffen der primitivsten Lehrer und dem Kölner Karneval. Er wird heute Achtzig, vielleicht, weil in seinen Wohnorten London und Paris nicht so oft Grünzwerge die Öffentlichkeit einfärben.    

Montag, 11. Juli 2011

"Diese beiden Lumpen!"




Karl Popper - kritischer Rationalist

(Bild LSE / Wiki.)


“ Grossherzige Remigranten.
Über jüdische Philosophen in der frühen Bundesrepublik. Eine persönliche Erinnerung. Von Jürgen Habermas

Ich kann keinen Beitrag zur Exilforschung leisten, sondern nur aus der unsicheren Perspektive des Zeitzeugen einige Erinnerungen sortieren. Jüdische Emigranten sind nach der Rückkehr in die Heimat, die sie verstossen hatte, für eine jüngere Generation zu unersetzlichen Lehrern geworden. …” 2. Juli 2011, Neue Zürcher Zeitung

In einem Radiogespräch wurde Golo Mann nach Horkheimer und Adorno befragt, die seine Berufung an die Universität Frankfurt, zuletzt auch mit Hinweis auf Golo Manns Homosexualität, massiv hintertrieben hatten:
' Diese beiden Lumpen!" Es brach aus ihm heraus. Er wisse, was er sage, ergänzte Golo Mann seine Beleidigung, die er 1989 in einem Fernsehinterview gegen die damals schon verstorbenen Begründer der Frankfurter Schule, Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, vorbrachte. ' FAZ 28. März 2009

Habermas hat vor allem zwei Remigranten im Auge, die beiden nämlich, deren abstrusen Neomarxismus er übernommen und gepflegt hat: Horkheimer und Adorno.
Diese beiden kehrten unter anderem zurück, um ihren Einfluß auszuüben und andersdenkende Gelehrte auszugrenzen, wie eben Golo Mann in Frankfurt.
Die Frankfurter Schule der Adorno und Horkheimer hat immensen geistigen Schaden in Deutschland gestiftet, der bis heute anhält.
Auch der Remigrant Popper gehört im weitesten Sinne zu ihren Opfern, da seine nüchterne Philosophie von den Neomarxisten als “Positivismus” diffamiert und in den Seminaren bis aufs Messer bekämpft wurde.
“Grossherzige Remigranten”? Machtgeile, illiberale Ideologen waren sie! Von Habermas hätte man doch gerne erfahren, welche Rolle er bei den ekelhaften Intrigen seiner Chefs gegen Golo Mann gespielt hat.

PS: Emigrant Thomas Mann war auf seinen Emigrantennachbarn in Kalifornien nach dem DOKTOR FAUSTUS nicht mehr gut zu sprechen. Seine Frau Katja sprach von Adorno als dem Herrn, der sich einbildete, den DOKTOR FAUSTUS geschrieben zu haben, weil Th. Mann seinen musikologischen Rat eingeholt hatte.

PPS: “1957 beginnt der erste Akt der "Frankfurter Affäre" um Golo Mann, die in Teilen, mit vielen Widersprüchen behaftet, immer wieder in den vergangenen Jahren öffentlich zum Thema wurde. Der Historiker Otto Vossler setzte sich für ein Extraordinariat für Golo Mann ein, ließ aber von seinem Vorhaben bald ab. Er habe gemerkt, schrieb er Mann, "dass Sie hier Kollegen haben, mit denen zusammenzuleben ich Ihnen wirklich nicht zumuten möchte. Ich habe keineswegs insistiert und glaubte damit in Ihrem Sinne zu handeln." 1960 geht es weiter. Der hessische Kultusminister Ernst Schütte, ein begeisterter Leser der "Deutschen Geschichte" Manns, hätte ihn gern nach Frankfurt berufen. …”
FAZ 28.3.09