Dienstag, 5. November 2013

Wie viel Familie soll's denn sein?



“Frauen, die nicht arbeiten, sind glücklicher als erwerbstätige Frauen, so das Ergebnis einer Studie des Roman Herzog Instituts zur Lebenszufriedenheit der deutschen Bevölkerung. Männer hingegen sind ohne Job unzufrieden. Arbeit hat für sie eine identitätsstiftende Bedeutung.”
Und:
“Je höher die Bildung der Frauen, desto geringer ist tendenziell die Arbeitszufriedenheit.”
“Woran liegt es, dass Frauen, die nicht arbeiten, glücklicher sind?
Was sagt diese Erkenntnis über die Zukunft der Familie aus? Macht die traditionelle Rollenverteilung in der Familie tatsächlich zufriedener oder sind die Ergebnisse der Studie nicht vielmehr auf die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf zurück zuführen? Welche Auswirkungen hat dies auf Unternehmen und Gesellschaft? Diesen und weiteren Fragen gehen namhafte Experten des Roman Herzog Instituts in dieser Publikation nach”:
Jörg Althammer u.a., Wie viel Familie verträgt die moderne Gesellschaft? München 2011, 124 S.

Roman Herzog war kein Hallodri wie sein Nachfolger Wulff, deswegen konnte man ein Institut mit sozialwissenschaftlichen Aufgaben nach Herzog benennen.
Die obige Publikation kann im Roman-Herzog-Institut gratis über das Netz bestellt werden kann.

Montag, 4. November 2013

Ciudad Juárez und Franziskus



Mexiko und die Südgrenze der USA;

Ciudad Juárez und das texanische El Paso sind geographisch nur durch den Rio Grande getrennt, kulturell liegen sie auf verschiedenen Kontinenten.



Für ganz Lateinamerika gilt, daß der katholische Einfluß stark ist, daß die wirtschaftliche Entwicklung stark gehemmt ist und daß die Kriminalität hoch ist. Besonders schlimm geht es in Ciudad Juárez im Norden Mexikos an der Grenze zu den protestantischen USA zu. Die Drogenkriminalität ist sehr hoch ebenso wie die Zahl der Morde. Besonders auffällig sind die vielen Morde an Frauen sowie die Zwangsprostitution. Darüber berichtete der DLF (4.11.13). Der Staat als Polizei scheint völlig zu versagen und soll durch Korruption geprägt sein, wie überall in Südamerika. Hier braucht man wohl Hilfe aus dem Norden, etwa durch die NSA. Aber auch Kirchenfunktionäre wie der gegenwärtige Papst aus Argentinien sollten sich fragen, wieso der katholische Kontinent eine so üble Bilanz aufweist und was der Katholizismus damit zu tun haben könnte.


Kleiner Hinweis: Nicht nur das Zusammengehen von Wohlstand und Calvinismus im Norden sagt etwas aus, auch der singuläre Einfluß der Mennoniten in Paraguay zeigt, daß die katholische Mentalität entwicklungshemmend ist. Da Protestantismus und Katholizismus an die gleichen Götter glauben, die es aber bekanntlich gar nicht gibt, muß die Entwicklungsdifferenz mit dem Aufbau von Disziplin im Lebensvollzug zu tun haben. Hier leisten katholische Lehre und katholischer Kirchenapparat offenbar bedeutend weniger. Die kraftsteigernde Beschaffenheit der protestantischen Sekten in Nordamerika scheint dagegen beträchtlich zu sein.

Sonntag, 3. November 2013

Tatsächlich! Lupenrein!


Gelernt ist gelernt oder Teestunde in der Hauptstadt der Freiheit

Ein gewisses Um-die-Ecke-Denken ist nicht nur beim Schachspiel nötig. Auch in anderen Bereichen kann es nützlich sein. In Troja war es ein Danaer-Geschenk, ein hölzernes Pferd, das den Untergang der Stadt herbeiführte. Homer lobte den Odysseus dafür und verlieh ihm den Beinamen “der Listenreiche”. Mir hat diese Chose nie gefallen, mir fehlt dafür der Sinn. Es gibt aber Berufe, die den Listenreichtum im Zunftzeichen führen. Macchiavelli widmete diesem Handwerk seine Schrift “Der Fürst”. Jemand hat sie vermutlich dem älteren Jelzin in die Hand gedrückt zur Regelung seiner Nachfolge. Ob er sie gelesen hat? Jedenfall hat er danach gehandelt. Gewitzt sollte sein Nachfolger sein und immer ein paar Spielzüge vorausdenken. Und das Land zusammenhalten. Organisatorisch kümmerte sich der KGB seit Lenins Zeiten darum. Einer aus dieser Profession bot sich an: Putin, der KGBler. Gute Ausbildung, Auslandserfahrung in Deutschland, in Petersburg mit Hausmacht. Gesagt, ernannt. Putin kam, sah und blieb. Kein Wind- oder Weichei. Für die lange Amtsdauer brachte er gleich einen Strohmann mit zur listenreichen Auslegung der Verfassung. Auch im Ausland akquirierte er Agenten. Kanzler Schröder nicht wiedergewählt? Gute Gelegenheit, ihn als Einflußagenten zu gewinnen. Putin mußte ja manchen tumben Oppositionellen verhaften und im Gulag verschwinden lassen. Chodorkowsky war so einer, der weltweit Aufmerksamkeit erregte. Das war keine gute Werbung. Also stellte ihm Schröder, der deutsche Alt-Bundeskanzler eine schöne Urkunde aus, in goldener Schrift in deutscher und russischer Sprache, betitelt “lupenreiner Demokrat”. Putin hängte sie sich ins Kreml-Büro, um sich den Wortlaut einzuprägen, weil er sich anfangs immer verlas und “listenreich” sah, wo “lupenrein” stand.

Kasparow, Nawelny und andere Oppositionelle fanden Putin aber plump, was ihnen meist ein Steuerbetrugs- und Untreue-Verfahren einbrachte. Diese Plumpheit sahen sie auch bei der Pussy-Riot-Provokation am Werk, wurde doch eine banale Ordnungswidrigkeit mit jahrelanger Gulag-Haft bedacht. Jetzt aber hat sie Putin mit einem wirklich listigen Coup überrascht. Seine Jungs haben da einen unbedarften jungen Mann aufgetan, der lupenrein funktioniert. Man traf sich zunächst auf gewogenem chinesischen Diktatur-Boden als Anfangsinszenierung, um dann den zweiten Akt in Mo
skau aufzuführen, der Stadt, die schon immer die Stätte der individuellen Freiheit war. Da hätte Odysseus gestaunt. Ob ihm das eingefallen wäre? Damit aber nicht genug. Für ein putziges Scherzo kannte Putin, noch aus seiner Berliner Zeit, einen Rote-Armee-Fraktions-Linksanwalt, der nicht nur rote Terroristen verteidigte, sondern auch bei jedem SDS-Klamauk gegen Amerika mitmachte, Motto: “USA-SA-SS”.
Diesen Mann lud er nach Moskau ein zur Teestunde mit seinem neuen Propaganda-Freund Snowden. Das ließ sich sich Ströbele natürlich nicht entgehen, schließlich kämpft er wie sein alter Freund, der braunrote oder rotbraune Horst Mahler, seit jeher für die lupenreine Demokratie und gegen die USA.

Liebe Genossen






Linkshegelianer unter sich: 
Links Hans-Christian Ströbele, der angeklagte Rechtsanwalt Horst Mahler in der Mitte und rechts als 2. Verteidiger Otto Schily. Ströbele und Schily verteidigten Mahler im Baader-Meinhof-Banden-Prozeß, ca. 1972.   

Ströbele verteidigte auch Bandenchef Baader, wurde aber von der Verteidigung wegen Unterstützung dieser kriminellen Vereinigung ausgeschlossen, weil er die Verteidigerprivilegien zur Mitarbeit an einem bandeninternen Informationssystem mißbraucht hatte. Ströbele bekam 10 Monate Haft auf Bewährung. In Rußland hätte er 20 Jahre im Gefängnis gesessen. Chodorkowski ist nach einem politischen Prozeß seit Oktober 2005 in einem sibirischen Straflager inhaftiert.
Ebenfalls 1975 wurde Ströbele aus der SPD ausgeschlossen, weil er die Rote-Armee-Fraktionsbanditen mit "liebe Genossen" angeschrieben hatte.


Samstag, 2. November 2013

Vorteile und Nachteile






Anstieg der Homizidraten (tödliche Gewalt) während der vergangenen 40 Jahre in allen europäischen Staaten (mit Ausnahme Finnlands)

Quelle: Manuel Eisner, Individuelle Gewalt und Modernisierung in Europa, 1200 bis 2000, S. 85, in: Gewaltkriminalität zwischen Mythos und Realität, hg. von Günter Albrecht u.a., 2001, stw )

Michel Friedman bestellt osteuropäische Zwangsprostituierte und nimmt Kokain, wird deswegen auch geringfügig verurteilt, Schlagersängerinnen gehen ohne Unterhose auf die Bühne um aufzufallen, junge Serienkriminelle bekommen Erziehungsurlaub mit Begleitung zu monatlich 15.000 Euro - die Liste ließe sich beliebig verlängern - die Sanktionen und Ehreinbußen in der westlichen Beliebigkeitskultur sind überwiegend gering oder gar nicht mehr vorhanden. Insbesondere, wenn jemand, wie Friedman, zur herrschenden Medienklasse gehört. 
Selbst Polizisten werden regelmäßig hemmungslos angegriffen und greifen in Deutschland nicht zur Waffe. Das war noch vor 100 Jahren völlig anders. Die soziale Kontrolle bestrafte fühlbar mit Ehrverlust und Strafrecht. Die Hamburger Terrorzelle um Atta wäre damals nicht möglich gewesen. Heute sind Kriminelle mobil und genießen die Reisefreiheit, Einbrecher aus dem Ausland ebenso wie Drogen- und Menschenhändler sowie Terrorreisende. Mit dem Verlust der öffentlichen Ehre als einer Institution und dem Ansteigen der Permissivität u.a. stieg auch die Kriminalität nach jahrhundertelangem Sinken wieder an (vgl. Manuel Eisner u.a.). 

Zugleich gibt es aber inzwischen durch das Internet neue Ermittlungsmöglichkeiten, die jedoch erst nach den verheerenden Großattentaten von New York, Madrid, Nairobi, London etc. und dem Tod vieler Menschen ernsthaft genutzt werden. Mit den Sanktionen tut man sich weiterhin sehr schwer. 
Der Fall des Haßpredigers und mutmaßlichen Attentatsregisseurs Abu Qatada veranschaulicht dies. Durch den fragwürdigen Schutz des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte dauerte es über 10 Jahre bei hohen Kosten, bis London den in Jordanien wegen Mordes verurteilten Islamistenführer abschieben konnte. (Vgl. auch Blog 23.5.13) Die Sanktionsdefizite besonders in Westeuropa können teilweise durch verbesserte Massenermittlungen wettgemacht werden. Aber auch hier herrscht die Defensive vor. Die Mörder, die im Mai den Militärmusiker Lee Rigby erst anfuhren und ihm dann den Kopf zerhackten, waren bereits vorher islamistisch in Erscheinung getreten (Michael Olumide Adebolajo, Michael Adebowale), ohne daß der Mord verhindert werden konnte.

Der Spielraum potentieller Täter, ob Einbrecher oder Gewalttäter, ist in westlichen Gesellschaften sehr groß, so daß nur durch intensive Beobachtungen der einschlägigen Dienste eine weitere Zunahme der Kriminalität begrenzt werden kann.
Die Gewährleistung der inneren Sicherheit aber ist die Hauptaufgabe des Staates, historisch sein einziger Legitimationsgrund.