Sonntag, 19. April 2015

Wunder durch Bildung?


Das BGB tut's auch






Da werden Schulen in Afghanistan, Mali und Peru von Europa aus betrieben oder unterstützt, um dem Fanatismus das Wasser abzugraben und Wohlstand zu schaffen. Dann kommen die Taliban, Touareg oder die Maoisten des "Leuchtenden Pfades".

Und daheim hört man von recht oft von Gymnasiasten, die nach dem Abitur eine Weltreise machen, oder irgendwelche Praktika in Australien oder sonstwo absolvieren, oder jahrelang als Au-Pair-Mädchen arbeiten.
Hat die lange Schulzeit diese Absolventen „gebildet“? Oder hat die Schule  ihre Schüler eher beschäftigt und dann orientierunglos entlassen? Man muß zu diesen Desorientierten ja auch noch diejenigen zählen, die ein paar Semester frei auf Bafög herumstudieren, um dann abzubrechen und eine Lehre zu beginnen. 
Diese nicht so kleine Gruppe konnte sich auch nicht selbst „bilden“, wie es dem klassischen Bildungskonzept entspricht, denn „sich bilden“ ist eine subjektive Anstrengung, zu dem von außen nur eine Hilfestellung erfolgen kann. Und zu dieser Bildungsanstrengung gehört auch eine Veranlagung. Ohne diese nützt keine äußere Hilfestellung. Der Dr. Jekyll bleibt ein Mr. Hyde. 

Hier wird deutlich, daß das klassische Bildungskonzept stets an eine Verbesserung, einen Fortschritt, eine Zivilisierung, Befriedung und an Erziehbarkeit glaubt. Die Erfahrungen der Geschichte zeigen aber keinen Automatismus, und die Absolventen der Koranschulen setzen in Syrien, Pakistan und anderswo ein großes Bildungsfragezeichen. Das tun auch die aus Akademia stammenden Aberglaubenvereine Greenpeace, NABU, WWF und IPCC. 
Man sollte es vielleicht mehr mit praktischer Ausbildung versuchen, die schafft Wohlstand, und dem Corpus iuris, das schafft Stabilität.  


PS: Der "Leuchtenden Pfad" Perus wurde etwa 1960 von dem Philosophieprofessor Abimael Guzman gegründet. 







Samstag, 18. April 2015

VW, China und TTIP



Porsche-Enkel Piech ist ein Techniker, der aber auch als Vorstandschef von VW keine gravierenden Fehler gemacht hat. Jedenfalls keine, die sich bis heute gezeigt haben. Gefährlich werden könnte das starke Engagement VWs in China, wenn die Diktatur glaubt, sie müsse VW in die Zange nehmen. Daher legt Piech großen Wert auf eine Absatzverbesserung in den USA, wo Winterkorn, der jetzige VW-Chef, nicht gut vorankam. Dieser Umstand, und auch das Alter Winterkorns und seine Eingewöhnung in den Erfolg, dürfte Piech bewegen, wenn er jetzt die Ablösung Winterkorns betreibt.
Kein Vorstandsvorsitzender sollte in der Regel lange in der gleichen Position bleiben, Betriebsblindheit droht immer. Die wichtige Stärkung des US-Geschäfts gelang ihm nicht. Könnte das dem Schwaben und ehemaligen VW-Vorstand Wolfgang Bernhard gelingen? Bernhard, 55, jetzt bei Daimler, war bei Chrysler und Cerberus, und er hat seinen Master in NYC gemacht. Man wird sehen. Jedenfalls gilt auch hier wie auf vielen anderen Feldern, daß das schwächelnde Europa enger mit dem Verwandten jenseits des Atlantiks zusammenarbeiten sollte.

Freitag, 17. April 2015

Auch heute noch Pol Pots Freund: Jan Myrdal








Die Spezialität der marxistischen Diktaturen besteht darin, Teile der eigenen Bevölkerung zu terrorisieren, einzusperren und zu ermorden. 
Ob Lenin, Stalin, Mao - sie rotteten nach Gutdünken aus, brutal und erbarmungslos. 

An der Spitze der Brutalität steht aber Pol Pots Terrorherrschaft. Er marschierte mit seiner maoistischen Verbrecherbande aus kenntnislosen jungen Männern am 17.4.1975 in Phnom Penh ein und begann das Abschlachten von 2 bis 3 Millionen Kambodschanern. 

1978 bereisten vier bekannte linke Schweden das Todesland der Roten Khmer: Jan Myrdal, Hedda Ekkerwald, Peter Fröberg Idling u. Per Olov Enquist. 
Sie fanden alles prima und verbreiteten diese Propaganda durch die ihnen angeschlossenen Medien im Westen. Wenigstens einer setzte sich nachträglich mit dieser Schandtat öffentlich auseinander: 
Peter Fröberg Idling hat zu dieser Reise ein Buch vorgelegt: Pol Pots Lächeln. Eine schwedische Reise, 2013
















Donnerstag, 16. April 2015

Kulturdialektik






Bismarck war Zivilist, kein Militär; er folgte jedoch häufig bei offiziellen Auftritten der törichten Uniformmode - hier ein ziviles Foto von 1894, vier Jahre nach seiner Entlassung durch den jungalbernen Wilhelm II. und vier Jahre vor seinem Tod. 


Der Kulturkampf, der Ausdruck stammt von Virchow, diente der Kultur. Der zivilen, der Freiheitskultur. Sie mußte den Herrschaftsmächten, den Kirchen der Zwangstaufen, abgerungen werden. Bemerkenswert, wie sich das in Deutschland abspielte. Von Rom aus regierte der absolutistische Monarch Pius IX. nach Deutschland hinein über die ihm ergebenen Paladine. Das ließ sich das protestantische Preußen nicht bieten, sondern schwächte den finsteren Römling durch allerlei Maßnahmen, darunter sehr wirksam und zukunftsträchtig die Einführung des Standesamts mit Zivilehe und den amtsgerichtlichen Kirchenaustritt. 


Zentrale Figur des Kulturkampfes war Bismarck, der durch den pommerschen Pietismus der Thadden und Blankenburg beeinflußt war. Marie von Thadden hätte Bismarck mutmaßlich gern geheiratet, sie war jedoch verlobt; nach ihrem frühen Tod heiratete er deren Freundin Johanna von Puttkamer. 
Die Familie wird in Berlin vom zuständigen evangelischen Pfarrer Ernst von Dryander als fromm beschrieben.